Er ist Sammler und Künstler in einer Person und das macht sich auch in seinen Werken bemerkbar. Konnte er seinen Traumberuf – den des Museumsdirektors – schon nicht ergreifen, sammelt er eben für sich alleine etliche Dinge des alltäglichen Lebens. Eben solche Dinge verarbeitet er dann auch grafisch in seinen Werken.
Moritz Götze war schon in der DDR künstlerisch tätig, kann sich aber seit 1989 auch im internationalen Vergleich sehr gut behaupten. Seine Kunst ist „erfrischend unakademisch, mit ihrem dilettantisch wirkenden Zeichenstil, ihrer grellen Farbigkeit und laxen Bildkompositionen“, stellte die Galeristin Ulrike-Sabine Möller fest.

Dem Betrachter fallen neben den grellbunten Farben und dem „dilettantisch wirkenden Zeichenstil“ außerdem noch weitere Details auf, die charakteristisch für Götzes Werke sind und im Zuge dessen Fragen aufwerfen. Was hat zum Beispiel die Frau mit dem Kabel vor, welches sie da in der Hand hält? „Alle Bilder erzählen eine Geschichte“, verriet Götze: „Und jeder muss sich diese selbst ausdenken.“

Ähnlich verhält es sich mit anderen Werken, die allerdings eher einen historischen Kontext aufgreifen. Oft nutzt Götze historische Bildmotive und gestaltet sie nach seinen Vorstellungen um. Das Ergebnis soll wieder ein „gedanklicher Ansatz“ sein, der für „jeden eine Interpretation offen lässt.“

„Ich mag seine Bilder sehr gerne und auch schon sehr lange“, verriet Dörte Brekenfeld. „Er sammelt eine Unmenge visueller Eindrücke. Mich fasziniert vor allem, wie er mit der Geschichte umgeht. Er ist kein Geschichtensammler, sondern vielmehr ein Geschichtesammler“, stellte sie in Bezug auf seine historischen Motive fest.
Wer sich nun selbst eine Geschichte von Moritz Götzes Werken erzählen lassen oder sie einfach nur in Augenschein nehmen möchte, kann dies noch bis zum 31. Mai tun. Die Galerie Möller am Strom in Warnemünde öffnet ihre Türen immer montags bis samstags von 10 bis 18 Uhr und an Sonntagen von 10 bis 16 Uhr für interessierte Besucher.