
Gern holen sich Theater deshalb externe Verstärkung von erfahrenen Sängerinnen, wenn sie diese Rolle besetzen. Es dürfte also eine Besonderheit des Rostocker Volkstheaters sein, eine Königin der Nacht im Ensemble zu haben, zumal Lisa Mostin diesen Part zum ersten Mal übernimmt. Zwei Jahre hat die junge Belgierin dafür gearbeitet.
Am letzten Samstag war schließlich die Premiere im ausverkauften Großen Haus des Rostocker Volkstheaters und … sie hat es geschafft.
Eingefasst in einen goldenen Rahmen und ausgestattet von Falk von Wangelin mit leuchtenden Farben und klaren Formen erzählt Regisseurin Babette Bartz das berühmte Zaubermärchen.
Obwohl Kostüme und Bühnenbild stark symbolisch gestaltet sind, gelingt es den Darstellern, ihren Figuren einen vielschichtigen Charakter zu verleihen. Sie bewegen sich zwischen Aberglaube und Weisheit, Gefühl und Verstand.

Pamino zur Seite steht Papageno. Der volksnahe Vogelfänger wird von James J. Kee mit einer bemerkenswerten Präsenz dargestellt und ist ein echtes Highlight dieser Inszenierung.
Eine herausgehobene Rolle in der Rostocker Inszenierung spielen aber auch die drei Knaben, dargestellt von Studierenden der Hochschule für Musik und Theater Rostock. Sie treten nicht nur musikalisch in Erscheinung, sondern agieren oft auch stumm auf der Bühne. Wer sie sind und zu wem sie gehören, bleibt ein Rätsel.
Gemeinsam mit Julia Ebert, ebenfalls Studentin der HMT, die eine erfrischende Papagena darstellt, ernten sie nach der Premiere den meisten Applaus des erfreuten Publikums.
Überzeugt hat auch die musikalische Begleitung der Norddeutschen Philharmonie unter der Leitung des Dirigenten Manfred Hermann Lehner, die bei der Premiere auch mit fliegenden Vogelkeschern im Orchestergraben souverän umzugehen wusste.
„Die Zauberflöte“ gehört zu den meist gespielten Opern. Wolfgang Amadeus Mozart komponierte sie 1791. Das Libretto stammt von Emanuel Schikaneder. Auch in Rostock wurde sie schon oft aufgeführt.
Weitere Vorstellungen wird es am 5. Februar, sowie am 5., 10., 20. und 24. März im Großen Haus des Rostocker Volkstheaters geben.
Fotos: Dorit Gätjen/VTR