Mozarts Zauberflöte im Rostocker Volkstheater
Babette Bartz inszeniert die weltbekannte Oper in Rostock
29. Januar 2011, von Stefanie
Schafft sie es oder schafft sie es nicht: das hohe F in der Arie der Königin der Nacht in Mozarts „Zauberflöte“? Die Koloratur mit den höchsten Tönen im klassischen Opernrepertoire ist wohl für jede Sopranistin eine anspruchsvolle Herausforderung.
Gern holen sich Theater deshalb externe Verstärkung von erfahrenen Sängerinnen, wenn sie diese Rolle besetzen. Es dürfte also eine Besonderheit des Rostocker Volkstheaters sein, eine Königin der Nacht im Ensemble zu haben, zumal Lisa Mostin diesen Part zum ersten Mal übernimmt. Zwei Jahre hat die junge Belgierin dafür gearbeitet.
Am letzten Samstag war schließlich die Premiere im ausverkauften Großen Haus des Rostocker Volkstheaters und … sie hat es geschafft.
Eingefasst in einen goldenen Rahmen und ausgestattet von Falk von Wangelin mit leuchtenden Farben und klaren Formen erzählt Regisseurin Babette Bartz das berühmte Zaubermärchen.
Obwohl Kostüme und Bühnenbild stark symbolisch gestaltet sind, gelingt es den Darstellern, ihren Figuren einen vielschichtigen Charakter zu verleihen. Sie bewegen sich zwischen Aberglaube und Weisheit, Gefühl und Verstand.

Um seine geliebte Pamina (Jamila Raimbekova) zu befreien, wird Tamino (Garrie Davilism) von ihrer Mutter, der Königin der Nacht, zu Sarastro (Mikko Järviluoto) geschickt, der das junge Mädchen entführt hat. Doch bevor die beiden im Happy End zueinanderfinden, müssen sie noch drei Prüfungen bestehen. Um den jungen Helden vor Gefahren zu schützen, erhält er von den drei Damen eine Zauberflöte.
Pamino zur Seite steht Papageno. Der volksnahe Vogelfänger wird von James J. Kee mit einer bemerkenswerten Präsenz dargestellt und ist ein echtes Highlight dieser Inszenierung.

Eine herausgehobene Rolle in der Rostocker Inszenierung spielen aber auch die drei Knaben, dargestellt von Studierenden der Hochschule für Musik und Theater Rostock. Sie treten nicht nur musikalisch in Erscheinung, sondern agieren oft auch stumm auf der Bühne. Wer sie sind und zu wem sie gehören, bleibt ein Rätsel.
Gemeinsam mit Julia Ebert, ebenfalls Studentin der HMT, die eine erfrischende Papagena darstellt, ernten sie nach der Premiere den meisten Applaus des erfreuten Publikums.
Überzeugt hat auch die musikalische Begleitung der Norddeutschen Philharmonie unter der Leitung des Dirigenten Manfred Hermann Lehner, die bei der Premiere auch mit fliegenden Vogelkeschern im Orchestergraben souverän umzugehen wusste.
„Die Zauberflöte“ gehört zu den meist gespielten Opern. Wolfgang Amadeus Mozart komponierte sie 1791. Das Libretto stammt von Emanuel Schikaneder. Auch in Rostock wurde sie schon oft aufgeführt.
Weitere Vorstellungen wird es am 5. Februar, sowie am 5., 10., 20. und 24. März im Großen Haus des Rostocker Volkstheaters geben.
Fotos: Dorit Gätjen/VTR