Wer war denn nun der erste Mensch auf dem Mond, Baron von Münchhausen oder Neil Armstrong? Und waren sie wirklich dort oder war das alles nur eine Lüge? Immerhin, ob wahr oder falsch, es bleiben schöne Geschichten. Mehr Geschichten von den Abenteuern des Barons von Münchhausen gibt es derzeit im Volkstheater Rostock zu sehen. Nach der Vorlage des Ufa-Films von 1943 inszenierte Johanna Schall für die kommende Spielzeit das Theaterstück „Münchhausen“, welches am Samstag im Großen Haus uraufgeführt wurde.
Das Drehbuch zum Film hatte Erich Kästner verfasst. Damals unter dem Pseudonym Berthold Bürger, weil ihm die Nazis Berufsverbot erteilt hatten. Der Film gilt als Monumentalwerk. Die neue Farbfilmtechnik, innovative Spezialeffekte und die Starbesetzung machten ihn zum teuersten Film seiner Zeit.

Zum Schmunzeln bringen die Zuschauer immer wieder kleine Inszenierungsideen, wie zum Beispiel die Mondfrüchte, die ungeduldig auf ihre Geburt warten und dann irgendwie nicht den Weg von der Bühne finden. Oder das eingängige Bach-Menuett, welches zuerst die barocke höfische Gesellschaft im 18. Jahrhundert kennzeichnet und später zum Handyklingelton wird.
Angenehme Brüche sind auch bei der Musikauswahl zu hören. Ob Barock, Folklore oder Heavy Metal – die musikalische Begleitung veranschaulicht auf abwechslungsreiche Weise die dargestellten Szenen und bietet neben bewährten auch weniger oft zu hörende Töne.

Dazu gehören die Geschichten vom trinkfesten General, die Wette mit dem Sultan, seine Jagdgeschichten, seine Abenteuer am Hof der Zarin Katharina II und natürlich der legendäre Kanonenritt. Münchhausen erzählt vor allem von seinen Reisen, die er in Begleitung seines Dieners Christian Kuchenreutter (Ulrich K. Müller) und seines Pferdes (Lisa Flachmeyer) unternahm. Die weiteste dürfte ihn wohl zum Mond geführt haben. Aber so genau weiß man das ja nicht. Der amerikanische Astronaut, so wird es zumindest im Theaterstück angedeutet, war jedenfalls definitiv nicht der erste dort.

Die nächsten Lügengeschichten werden am 23. September im Großen Haus des Volkstheaters erzählt.
Fotos: Ingo Böhling, VTR