
Tiere? Kinderlieder? Kanonenbastelei? Wie passt das denn bitte zusammen? Normalerweise gar nicht, aber was ist schon normal im FreitagNachtFoyer des Theaters im Stadthafen, denn dort fand gestern zum zweiten Mal „Zwo, Eins, Risiko – Rostocks-Offene-Bühne-Show“ statt.

Als erster Gast des Abends betrat Jim die Bühne. Rawman erzählte dazu zunächst, wie Jim ihm, Beautiful Sweatlana und Ugly Katharina das Leben vor einem Bären gerettet hatte, als sie gerade nach Deutschland gekommen war – und zwar mit einer Kartoffelkanone! Diese doch reichlich ungewöhnliche Waffe, die in erster Linie aus Abflussrohr besteht, wollte er im Laufe der Show nachbauen und am Ende demonstrieren.
Während Jim mit der Konstruktion beschäftigt war, begrüßte Rawman den nächsten Gast auf der Bühne. Dabei handelte es sich um Peter Thiers, der auch schon im Oktober mit von der Partie war: „Den ersten Text hab ich heute Morgen um halb sieben fertig geschrieben. Das macht aber gar nichts, der war ja davor schon bescheuert.“ In besagtem Text ging es um ein Telefonat, das man so eigentlich niemals führen möchte. Der zweite Text war weniger abgedreht, konnte das Publikum aber ebenfalls überzeugen. Zur Belohnung gab es Pfeffi von Ugly Katharina.


In Runde zwei standen sich Julia (Alf) und Eike gegenüber und obwohl letzterer Silvio Berlusconi zunächst im Dschungelcamp vermutet hatte, deckte er seine Identität als Erster auf. Italien ist ja auch naheliegender als Melmak.


Ein völlig überdrehtes, urkomisches Werk über eine Zeitreise ins antike Rom und wieder zurück. Die Zeitreise erfolgte in diesem Fall übrigens nicht etwa per De Lorian oder Telefonzelle, sondern: „Ich reiste per Fön und demgemäß spürte ich einen warmen Luftzug.“
Und auch im nächsten Beitrag wurden die Lachmuskeln strapaziert. Jörg, der zuvor bereits Kinderlieder gesungen hatte, spielte ein Stück, in dem es um die Erweckung des Lazarus von den Toten ging. Dabei verkörperte er gleich eine ganze Reihe von Personen im fliegenden Wechsel, die als Schaulustige gekommen waren um das Wunder zu sehen.
Anschließend wurde es Zeit für das große Finale: Herzblatt! Drei Kandidatinnen aus dem Publikum mussten, wie im Original, Fragen beantworten, um den männlichen Kandidaten, Paul vom Ton, von sich zu überzeugen. Die Antworten wurden am Ende selbstverständlich von Susie noch einmal zusammengefasst. Das Rennen um den einsilbigen Paul machte Marie, die sich gegen Samira und Christin durchsetzte.

Ein wenig Feuerzeugbenzin eingefüllt, Kartoffel in den Lauf gestopft und Feuer. Verblüffend, wie gut das Ding funktioniert! Bei der anschließenden Versteigerung gab Jan mit 15 € das Höchstgebot ab und durfte sich über eine nagelneue Kartoffelkanone inklusive einem Sack Munition, äh Verzeihung, einem Sack Kartoffeln, freuen.
Die Show von Rawman (Michale Ruchter vom Volkstheater) und Beautiful Sweatlana (Janny Fuchs, Dramaturgin) konnte erneut das Publikum begeistern, das sich bestimmt schon auf das nächste Mal freut.
Das wird im März sein und wer auch einmal auf der Bühne bei „Zwo-Eins-Risiko“ stehen möchte, der schreibt einfach eine E-Mail an Janny Fuchs vom Volkstheater Rostock mit einer Beschreibung des geplanten Auftritts.