Heute fand im Technologiezentrum Warnemünde (TZW) die Auftaktveranstaltung zum Netzwerk „Elektromobilität in Mecklenburg-Vorpommern“ statt. Unter Federführung der ATI Küste haben sich bislang 19 Partner im Netzwerk zusammengeschlossen.
Die Auftaktveranstaltung sieht Wirtschaftsminister Jürgen Seidel als ein Signal an alle Beteiligten im Bereich der Elektromobilität: „Wir können wirklich helfen und wir wollen helfen, diesen Bereich entsprechend voranzubringen.“
Es gehe weder darum, Elektroautos für Privatpersonen zu fördern (über diese Frage wird auf Bundesebene noch heftig diskutiert), noch von Grund auf neue Fahrzeuge im Land zu entwickeln.
Der Schwerpunkt liege vielmehr auf der Infrastruktur, Servicekonzepten und Geschäftsmodellen, betonte der Minister.

Die Verbindung von Elektromobilität und erneuerbaren Energien sei der zweite wichtige Bereich, den sich das Netzwerk in die Agenda geschrieben hat. Erneuerbare Energie zwischenzuspeichern und in Elektromobilität umzusetzen, sei eine wichtige Aufgabe, wenn es um Effizienz und CO2-Bilanz gehe.
Zwei konkrete Planungen gibt es im touristischen Bereich bereits. Pedelecs, elektrisch unterstützte Fahrräder, sollen im Tourismus des Landes eine größere Verbreitung finden. „Wir wollen den Fahrradweg Berlin – Kopenhagen entsprechend ausbauen“, erläuterte Seidel. So sind etwa Ladestationen und Batteriewechselstellen geplant.
Das zweite Projekt betrifft die „längste Promenade Europas“ von Bansin, über Heringsdorf bis Swinemünde. Im Rahmen der Promenadenerweiterung soll hier gleich die entsprechende Infrastruktur für den Einsatz von Elektrofahrzeugen geschaffen werden. Sowohl im Bereich der Elektrofahrräder und Pedelecs für Touristen als auch auf dem Gebiet der Ver- und Entsorgung sowie im touristischen Shuttleverkehr.
Etwa 65 Millionen Euro stehen von ursprünglich 155 Millionen im Bereich Verbundforschung noch zur Verfügung. Am Geld werde es nicht scheitern, betonte Seidel ausdrücklich. Gefragt seien jetzt konkrete Ideen und Projekte. Anwendungsorientierte Forschung laute das Ziel. „Wir wollen Produkte und Verfahren haben, nicht nur wissenschaftliche Veröffentlichungen.“

Zwei kleine Elektrobusse sind bereits in Mecklenburg-Vorpommern im Einsatz, berichtet Maik Orth, Chef der enysys. Seit 2008 ist ein Bus in Kühlungsborn unterwegs, 2009 und 2010 ist ein weiteres Fahrzeug in Stralsund gefahren.
Auch der rote Bus vor dem TZW wurde schon verkauft und werde demnächst in Mecklenburg fahren, möglicherweise sogar in Warnemünde.
Die Fahrzeuge selbst kommen aus China, müssen für den deutschen Markt aber um- und aufgerüstet werden, erklärt Orth. Für die großen deutschen Hersteller sei dies kein Markt. „Es ist eher eine Nische, damit aber auch eine Chance für uns“, beschreibt der Unternehmer das Potenzial.