Aufgrund der Entgleisung mehrerer Güterwagen im Bereich des Knotenpunktes Rostock Seehafen war der öffentliche Verkehr gestern nur eingeschränkt nutzbar.
Daher musste ich für meinen Termin bei der Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock (Hero) den beschwerlichen Weg mit Straßenbahn und Bussen wählen.
Bei -10°C ist das nicht wirklich ein Spaß. Aber zum Glück konnte ich mich bei der anberaumten Pressekonferenz und dem damit verbundenen Neujahrsempfang im Tagungszentrum von Rostock Port mit heißem Kaffee wärmen.

Als erster Redner wagte der Geschäftsführer, Dr. Ulrich Bauermeister, einen Rückblick auf das vergangene Jahr. „Es hätte schlimmer kommen können“. Die weltweite Krise hat im letzten Jahr auch im Rostocker Hafen ihre Spuren hinterlassen. Mit 23 Millionen Tonnen brach der Umschlag im vergangenen Jahr um 5,6 Millionen Tonnen bzw. rund 20% gegenüber dem Rekordjahr 2008 ein. Trotz der bekannten wirtschaftlichen Krise wurden im vergangenen Jahr 24,5 Millionen Euro in die Hafeninfrastruktur investiert, wobei ganze 9 Millionen Euro aus eigener Tasche bezahlt wurden.

Weitere erhebliche Investitionen sind geplant und unabdingbar, um den Anforderungen im Wettbewerb auch künftig gerecht zu werden. Bei seinen Ausführungen kündigte der Geschäftsführer ein Volksfest zum 50. Geburtstag des Überseehafens am 24. April 2010 an.
Dann wird am Hafenbecken B von 10 bis 17 Uhr allen Interessierten ein Bühnenprogramm und eine große Partymeile geboten. Anschließend stellte Prof. Martin Benkenstein vom Ostseeinstitut für Marketing, Verkehr und Tourismus der Universität Rostock dann die Ergebnisse der Analyse „Wirtschaftliche Effekte der Rostocker Hafenwirtschaft“ vor.

Bemerkenswert ist der Fakt, dass knapp 4600 Beschäftige ihren Wohnsitz in der Hansestadt Rostock haben. Das bedeutet auch, dass die Steuereinnahmen für die Stadt konstant hoch sind. Auch wenn sich die Studie auf das Jahr 2008 beziehe und die Zahlen für das letzte Jahr sicher schlechter ausgefallen wären, zeigen sich doch die ausgesprochen positiven Beschäftigungseffekte der Rostocker Hafenwirtschaft.

„Großartige Veränderungen sind nicht notwendig“ erwiderte Bauermeister auf Nachfrage. „Wir müssen jedoch zulegen bei Werbung und Akquisition!“ Zu den Aussichten befragt, sagte Benkenstein: „Eine Prognose ist immer schwierig, aber im Verbund ist die Hafenwirtschaft eine recht stabile Wirtschaftsform“. Bessere Zahlen werden erwartet, ob bereits für dieses Jahr, lässt sich jedoch kaum abschätzen.