
Und wenn man wirtschaftlich Erfolg hat, so Jürgen Seidel, dann muss man sich am Ende auch Träume erfüllen können, wie zum Beispiel eine Reise nach Argentinien, eine neue Jacht oder ein edles Pferd im Stall.
Mit diesen Aussichten versuchte der Wirtschaftsminister, den jungen Zuhörern die Gründung einer eigenen Existenz schmackhaft zu machen. Mit etwa 10,3 Prozent liegt die Selbstständigenquote in Mecklenburg-Vorpommern leicht unter dem bundesdeutschen Durchschnitt. Es darf also ruhig noch mehr werden. Es gehe ja nicht nur um die Wirtschaft schlechthin, betonte der Minister, sondern auch darum, wie man andere Menschen ein bisschen glücklicher machen und nicht zuletzt, wie man seinen eigenen Lebensweg gestalten und mit sinnstiftender Arbeit seinen Unterhalt verdienen kann.

Um die Studierenden auf die Zukunftsperspektive Selbstständigkeit aufmerksam zu machen und den schwierigen Spagat zwischen Studium und der Gründung einer eigenen Existenz zu erleichtern, hatte die Universität nun schon zum zweiten Mal den Jungunternehmerpreis ausgelobt. 14 Studierende und Absolventen, die nach dem 1. Januar 2008 ein Unternehmen gegründet haben, hatten sich dafür beworben.
Ob Schokolade für den Geist, Reisen zu Lebertransplantationen oder musikalisches Teambuilding – die Jury war begeistert von der Vielseitigkeit und hohen Qualität der Geschäftskonzepte.
Am meisten überzeugte jedoch der 31-jährige Stefko Kruse mit seinem Unternehmen novus Marketing. Für das Studentenwerk und die Universität Rostock hat er ein Werbe- und Hochschulmarketingkonzept entwickelt, das er seit 2009 professionell umsetzt. Über novus Marketing haben Unternehmen die Möglichkeit Produkt, Dienstleistungs- und Personalkampagnen für die Zielgruppe der Studenten durchzuführen.
Damit soll der als ausufernd empfundene Werbezirkus in den universitären Einrichtungen gezähmt werden und mehr Übersichtlichkeit und Ordnung in den Fluren und an den Schwarzen Brettern einkehren. Doch keine Angst, studentische Initiativen, die ihre Kommilitonen auf die nächste Studentenparty aufmerksam machen wollen, können dies auch weiterhin kostenlos tun, versichert Stefko Kruse, der bereits mit studentischen Vertretern zusammengearbeitet hat.

Für den weiteren Ausbau des Jobshooters will Stefko Kruse nun auch die 1000 Euro Preisgeld einsetzen, die mit dem ersten Platz des Jungunternehmerpreises verknüpft sind. „Für eine Jacht reicht es ja noch nicht“, sagte er mit einem Augenzwinkern nach der Preisverleihung.

Der mit 300 Euro dotierte dritte Platz ging an das Unternehmen „Musikwerkstatt Sebastian Wirth“. Dieses Geschäftsmodell wurde von der Jury vor allem für seinen gesellschaftlichen und kulturellen Wert gelobt.
