Occupy Rostock - Protestaktion auf dem Uniplatz
Unter dem Motto „Wehrt euch – empört euch!“ war heute auch Rostock Teil der weltweiten Occupy-Protestbewegung
22. Oktober 2011, von Andre
„Occupy“ kommt aus dem Englischen und bedeutet Einnahme eines Platzes. Der Begriff ist zu dem Motto einer weltweiten Protestbewegung geworden. Ziel ist es, die Politik in der Welt zu verändern und fairer zu gestalten. Besonders das Finanzwesen bedarf nach Meinung der Aktivisten einer Überarbeitung. Sie wollen erreichen, dass mehr Menschen sich der Probleme bewusst werden und aktiv gegen sie vorgehen.

Der Zeitpunkt der Protestbewegung ist kein Zufall. Meldungen von Bankenkrisen, Eurorettungsschirmen und Problemen auf dem Finanzmarkt sind fast täglich in den Medien zu finden. Und doch scheinen sich viele Menschen nicht bewusst zu sein, wie groß der Einfluss solcher Aktionen auch auf ihr Leben ist. Hier setzt die „Occupy“ Bewegung an. Auch bei der Protestaktion heute auf dem Uniplatz sollte vor allem Aufmerksamkeit erregt und mit den Leuten ins Gespräch gekommen werden.
Um 15 Uhr startete ein kurzer Flashmob. Etwa zehn Menschen kamen mit Kissen zum Brunnen der Lebensfreude und lieferten sich eine Kissenschlacht. Typisch für Flashmobs war die Aktion genauso schnell wieder vorbei, wie sie begonnen hatte. Doch die Aufmerksamkeit der vorbeigehenden Passanten war geweckt und so konnten die Protestler Handzettel verteilen und mit den Menschen sprechen.

In über 1600 Städten weltweit gab es inzwischen Treffen der „Besetzer.“ Die Rostocker Aktion wurde unter anderem von Ilja Böhme initiiert. Der Student kannte die Aktion schon aus anderen Städten und fand, dass sich auch Rostock daran beteiligen müsse. „Das Problem ist, dass wenn Banken Gewinne machen, sie diese für sich behalten. Verluste jedoch werden auf alle Menschen abgewälzt. Das ist ungerecht.“ Er sah den heutigen Thementag als Beginn einer Diskussion, die auch zukünftig weitergeführt werden müsse.
Ebenfalls an der Organisation beteiligt war Robert Liniek. Er ist Doktorand an der Universität Rostock und findet es wichtig, eine gerechtere, demokratischere Weltordnung zu schaffen. „Ich würde mir jedoch wünschen, dass man noch mehr Inhalte und Maßnahmen bespricht. Nur gegen etwas zu sein, verändert nichts“, sagte er. Insgesamt zeigte er sich aber zufrieden mit der Resonanz auf die Aktion.

Eine Besetzung des Uniplatzes fand auch statt, diese jedoch mit friedlichen Mitteln. Es wurden Banner ausgebreitet und eine Tapetenrolle für Ideen und Vorschläge bereitgelegt. Kritisch sahen die Veranstalter den Auftritt einer bekannten Organisation, die ebenfalls mit Flyern für sich warb. Einer der Kernpunkte von „Occupy“ ist, dass keine Parteien oder Organisationen aus der Aktion ihren Nutzen schlagen. Somit distanzierten sich die Protestierenden von der Vereinigung.
Der heutige Aktionstag war der Vorbote für den nächsten weltweiten Aktionstag am 11. November. Wer mehr wissen oder sich beteiligen will, findet alle relevanten Informationen auf der Facebook-Seite der Rostocker Aktion. Ganz nach dem Motto: „Wehrt euch – empört euch!“