
Dass Hinricus und Hermannus Toke zu den ersten Studenten gehörten, die sich im Gründungsjahr 1419 an der Universität Rostock eingeschrieben haben, ist Teil der langjährigen Geschichte der Rostocker Alma Mater. Dass die beiden jetzt auch im Internet zu finden sind, zeigt die Verbindung von Tradition und Moderne, getreu dem Motto der Uni Rostock: Traditio et Innovatio.

Neben Dr. Hartwig brachte Prof. Dr. Kersten Krüger, Beauftragter des Rektors für die Universitätsgeschichte, den Stein ins Rollen. Unterstützung beim Aufbau der Datenbank kam aus dem Fachbereich Informatik. „Mein Freund, Herr Tavangarian, ist die Innovation und ich selber stehe für die Traditio“, drückte es der Historiker Krüger etwas salopp aus. „Aber wir verbinden uns auf das Glücklichste hier in der Matrikeldatenbank.“
Koordiniert hat das Projekt Karsten Labahn von der der Forschungsstelle Universitätsgeschichte. Zusammen mit Doreen Brandt, Robert Stephan und unzähligen studentischen Hilfskräften wurde im Mai 2008 mit der Übertragung der Informationen aus den Matrikeln begonnen.

Neben Namen, Herkunft und Datum der Immatrikulation finden sich ab dem 19. Jahrhundert vielfach weitere Informationen, wie Studienfächer, akademische Titel, Geschlecht, Religion oder auch die Berufe der Eltern.
Was die reine Datenbank zu einem Portal macht, so Labahn, sind die weiterführenden Links. So können etwa die digitalisierten Originalseiten mit den originalen Handschriften der Matrikelbücher eingesehen werden. Eine interaktive Karte zeigt den Herkunftsort des Studenten und über Links kann auf den Professorenkatalog und das Vorlesungsverzeichnis des jeweiligen Semesters zurückgegriffen werden.
„Eine ganz neue Möglichkeit bietet die PND-Nummer“, nennt Labahn eine weitere Besonderheit des Portals. Über diesen eindeutigen Personenidentifikator, der von der Deutschen Nationalbibliothek geführt wird, können Verknüpfungen zu anderen Portalen hergestellt werden, etwa zu Wikipedia oder zur Deutschen Biographie.
„Und wir haben etwas sehr Pfiffiges gemacht“, lädt Dr. Krüger alle zum Mitmachen ein. Es gibt ein Kommentarfeld, über den jeder, der seine Vorfahren hier findet, der Datenbank weitere Informationen hinzufügen kann.
Historisch Interessierte können einzelne Semester durchstöbern, die Datenbank kann aber natürlich auch nach vielfältigen Kriterien durchsucht werden. Im Matrikel-Portal finden sich nicht nur weitgehend bekannte Studenten wie Fritz Reuter, Tycho Brahe oder Erich Kästner. So gehört etwa auch Jakob Ulffson, Erzbischof von Uppsala und Mitbegründer der ältesten schwedischen Universität, zu den Ehemaligen.

Fest eingeplant sei auch die Anbindung an die Alumni-Datenbank. Tradition soll greifbar werden und „wir wollen unsere Studis an die Universität binden“, erklärt Krüger seine Motivation für das Projekt.