
Marschner wurde von seinen Vereinskameraden vorgeschlagen und durch eine Jury aus ungefähr 70 Bewerbungen ausgewählt. Es selbst hat bis vor einigen Tagen überhaupt nichts von seiner Ehre gewusst: „Die haben mich nur beiläufig befragt und bis Samstag dichtgehalten.“ Er sei zwar stolz auf den Titel, gerade weil er zum ersten Mal vergeben wurde, aber er habe den Weg des Ehrenamtes nie zur Profilierung eingeschlagen, sondern aus innerer Überzeugung.
„Wir leben auch im Verein vom Ehrenamt, allein 40 Leute arbeiten und helfen auf diese Weise“, sagte Marschner, der von Kollegen liebevoll „Marschi“ genannt wird. Wichtigster Bezugspunkt in seiner Tätigkeit ist seine Ehefrau, die ihn ebenfalls ehrenamtlich unterstützt. Der SV Breitling hat inzwischen 272 Mitglieder, die nicht nur Drachenboot fahren, sondern auch in anderen Sparten wie Angeln, Volleyball und Badminton aktiv sind.

Die insgesamt 11.800 Euro speisen sich aus dem Ertrag der PS-Lotterie. Von den monatlich fünf Euro Einsatz bekommen Mitspieler am Ende des Jahres vier wieder ausgezahlt. Mit dem restlichen Euro werden die Gewinne finanziert und gemeinnützige Einrichtungen unterstützt – 200.000 Euro kommen so im Jahr zusammen.
Von den Beträgen zwischen 500 und 1250 Euro profitieren Jung und Alt in Einrichtungen, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind. So bekommt zum Beispiel der SV Breitling Geld für neue Trikots, der Verein Lunte e.V. der Berufsschule Dierkow wird bei der Anschaffung von Videoausrüstung unterstützt, die Selbsthilfegruppe Osteoporose Rostock kann mit den Betroffenen eine Weihnachtsfeier organisieren und der SC Viktoria Rostocker 06 kann mit der Spende Umkleideräume sanieren.

Auf der anschließenden Kaffee- und Kuchenrunde wurden Erfahrungen ausgetauscht und Kontakte geknüpft, nur Gerald Marschner suchte man vergeblich, denn der musste zurück in seinen Verein. Ehrenamt ist halt manchmal auch ein Vollzeitjob.