Neueste Nachrichten aus Rostock und Warnemünde

Hanse Sail 2024 - diese Schiffe kommen nach Rostock
Erlebnis voraus! In 145 Tagen wird in ganz Rostock wieder das maritime Erbe gefeiert. Und im Zentrum der 33. Hanse Sail stehen natürlich die vielen Traditionsschiffe, die an den Kaikanten für staunende Augen und an Bord für unvergessliche Erlebnisse sorgen werden. Das Hanse Sail Büro bietet nun bereits einen ersten Vorgeschmack auf das internationale Line-Up. Gäste und Einheimische dürfen sich von 8. bis 11. August auf drei Großsegler und über 100 Schiffe aus der ganzen Welt freuen. Es ist das Schiff mit der längsten Anreise in diesem Jahr: Der rahgetakelte Dreimaster CISNE BRANCO – portugiesisch für „Weißer Schwaan“ – hat seinen Heimathafen in Rio de Janeiro (Brasilien) und wird über 10 000 Kilometer auf dem Wasser bis nach Rostock zurücklegen. Das Schiff kommt auf eine Länge von 76 Metern und segelt seit 2000 zu Repräsentationszwecken und für die Ausbildung von Matrosen über die Weltmeere. Warnemünde statt Copacabana Das Vollschiff wird zur Hanse Sail in Warnemünde erwartet und sich im Rahmen von Open Ship Veranstaltungen präsentieren. In direkter Nähe werden dann sowohl der polnische Großsegler DAR MLODZIEZY als auch die GORCH FOCK Gäste begrüßen. Nach ihrer umfangreichen Sanierung wird das Schiff der deutschen Marine das dritte Mal in Folge der Hanse Sail einen Besuch abstatten. „In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, welch große Faszination Großsegler wie die DAR MLODZIEZY und die GORCH FOCK bei den Gästen der Hanse Sail auslösen. Und besonders freue ich mich, dass wir mit der CISNE BRANCO ein Schiff begrüßen dürfen, dass nur selten den Weg in die Ostsee findet. Wir werden unsere brasilianischen Gäste herzlich empfangen und ihnen zeigen, dass der Strand in Warnemünde sich vor Copacobana nicht verstecken muss“, sagt Matthias Fromm, Tourismusdirektor von Rostock. Erstanlauf aus Spanien Das erste Mal wird die Hanse Sail von dem 1917 gebauten Dreimaster PASCUAL FLORES aus Spanien besucht. Das Schiff wurde an den Stränden von Torrevieja gebaut und zunächst als Frachtsegler für den Export eingesetzt. 1999 erwarb die Stadtverwaltung von Torrevieja das Schiff zurück und sanierte es als Aushängeschild der Gemeinde. Heute steuert die PASCUAL FLORES die wichtigsten maritimen Feste Europas an und macht so im August auch in Rostock fest. Eine außergewöhnliche Flotte Die ältesten Schiffe werden in diesem Jahr die LANDRATH KÜSTER, die ETHEL VON BRIXHAM und die ERNESTINE sein. Alle drei sind bereits im dritten Jahrhundert auf dem Wasser unterwegs. Die LANDRATH KÜSTER ist der älteste noch fahrende Finkenwerder Hochseekutter und wurde 1889 fertiggestellt. Die ETHEL VON BRIXHAM fährt seit 1890 auf Wasser und das Baujahr der ERNESTINE, eine Pommersche Seequatze (Boot zum Transport lebender Fische), war 1899. Partnerland der 33. Hanse Sail ist Finnland, vertreten durch das Zweimast-Segelschiff JOANNA SATURNA. Bettina Fust, Leiterin des Hanse Sail Büros, freut sich über die vielen und vielfältigen Anmeldungen. „Schon jetzt können wir von einer außergewöhnlichen Flotte sprechen“, sagt Fust. Und auch hinsichtlich der Anzahl an Anmeldungen zeigt sie sich sehr zufrieden: „Nach aktuellem Stand liegen wir bei etwa 90 angemeldeten Traditionsschiffen. Wir werden, wie im vergangenen Jahr, wieder über 100 Schiffe aus aller Welt in Rostock begrüßen.“ Höhepunkte zu Wasser und Vielfalt an Land All diejenigen, die eine der begehrten Ausfahrten erleben wollen, müssen sich übrigens sputen. Bereits jetzt sind die Hälfte der verfügbaren Kontingente ausgebucht. Als Höhepunkte werden in der Buchungszentrale in diesem Jahr Ausfahrten mit der spanischen PASCUAL FLORES, der holländischen GULDEN LEEUW, der unter der Flagge Vanuatus segelnden DE TUKKER oder der MARE FRISIUM gehandelt. Auf der MARE FRISIUM kann man im Rahmen eines ganz besonderen Angebotes mit chilligen Housebeats von DJ A-Rock am Freitagabend in den Sonnenuntergang auf die Ostsee segeln. Doch auch an Land werden zwischen Warnemünde und der Innenstadt wieder zahlreiche Höhepunkte geboten. Erstmals wird die WIRO ihr Wunschfilm-Am-Meer-Programm auf der Mittelmole im Rahmen der Hanse Sail vor atemberaubender Kulisse präsentieren. Auf dem Neuen Markt ist erstmals ein Programm für die jüngsten Hanse-Sail-Gäste geplant und am Stadthafen werden Kulinarik, Fahrgeschäfte und verschiedene Aktionsflächen von Schausteller*innen und Partnern wie der OSPA, AIDA, dem NDR, der Universität Rostock und Vereinen der Stadt für beste Unterhaltung sorgen. Quelle: Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde, Foto: Hanse Sail/Herbert Böhm
14. März 2024 | Weiterlesen
Übernachtungen in Rostock 2023 fast wieder auf Rekordniveau
Der Bericht des Statistischen Antes Mecklenburg-Vorpommern zeigt: Der Tourismus hat im Jahr 2023 seine erfolgreiche Entwicklung fortgesetzt und kann bei den Übernachtungszahlen das zweithöchste Ergebnis seit der Wendezeit ausweisen. Während 2023 in ganz MV 1,2 Prozent mehr Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr gemessen wurden, sind es in Rostock sogar 4,2 Prozent. Die Hanse- und Universitätsstadt weist somit unter den Reisegebieten und Städten mit Schwerin, Neubrandenburg und Wismar das größte Wachstum auf. Die Zahlen wurden im Vorfeld der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin veröffentlicht. Rostock ist mit einer Delegation der Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde und der Rostocker Gesellschaft für Tourismus & Marketing vor Ort, um neue Impulse aus der Branche zu sammeln. Annäherung an Rekordjahr „Ich freue mich sehr über das positive Ergebnis. Rostock bietet nicht nur einen fantastischen Strand, atemberaubende Natur und eine spannende Großstadt, sondern auch eine kreative und weltoffene Branche, die das Image der Stadt maßgeblich prägt. Die Zahlen sind ein Beleg für die gute Arbeit, die im Rostocker Tourismus geleistet wird“, sagt Matthias Fromm, Tourismusdirektor von Rostock. Insgesamt verzeichneten die Beherbergungsbetriebe der Hanse- und Universitätsstadt 2.156.422 Übernachtungen bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 2,7 Tagen. Damit nähert sich die Stadt weiter dem Rekordjahr 2019, in dem insgesamt 2.288.907 Übernachtungen registriert worden sind, an. Starke Nebensaison und Stadt Einen großen Anteil an dem Wachstum haben die touristischen Einrichtungen außerhalb von Warnemünde. Während im Ostseebad nämlich 1,7 Prozent mehr Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr gemessen wurden, waren es im gesamten Stadtgebiet 4,2 Prozent. Besonders auffällig war zudem, dass Rostock in der Nebensaison punkten konnte – vor allem in den Monaten Mai (+8,2 % zum Vorjahr), September (+ 6,2 % zum Vorjahr) und Dezember (+9,8 % zum Vorjahr) wurden viele Übernachtungen registriert. „Die Stadt soll nicht nur im Sommer ein attraktives Urlaubsziel sein. Diese Zahlen zeigen, dass Rostock in der Nebensaison für Gäste attraktiver wird. Darüber freue ich mich ganz besonders“, sagt Fromm. Gute Voraussetzungen für 2024 Mit der Tourismuskonzeption und der GästeCard habe man 2023 zudem die Voraussetzungen geschaffen, den Tourismus qualitativ und nachhaltig weiterzuentwickeln. „Durch die GästeCard können wir innovative Mehrwerte bieten“, sagt Fromm. Die unbegrenzte Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs für Übernachtungsgäste, individualisierte Angebote per Web-App oder Vergünstigungen bei touristischen Leistungsträgern: Das Angebotsportfolio ist breit gefächert und wird zudem ständig weiterentwickelt. Quelle: Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde
6. März 2024 | Weiterlesen
Weiterer GDL-Streik bei der Bahn am 7. und 8. März 2024
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat ihre Mitglieder bei der Deutschen Bahn AG erneut zu einem flächendeckenden Streik aufgerufen. Die Arbeitsniederlegung soll im Personenverkehr am Donnerstag, dem 7. März, um 2 Uhr beginnen und bis zum Freitag, dem 8. März, um 13 Uhr andauern. Der Güterverkehr wird vom 6. März, 18:00 Uhr, bis zum 8. März, 5:00 Uhr, bestreikt. Es ist bereits der fünfte Ausstand der GDL im aktuellen Tarifstreit. Exakt 35 Stunden soll der Bahnverkehr dieses Mal weitgehend ruhen, um eine Kernforderung der Lokführergewerkschaft zu untermauern: die schrittweise Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 38 auf 35 Stunden bis 2028. Weitere „Wellenstreiks“ könnten anschließend kurzfristiger erfolgen und nicht mehr mindestens 48 Stunden im Voraus angekündigt werden. In ihrer Pressemitteilung weist die Gewerkschaft darauf hin, „dass sie bei künftigen Streiks eine rechtzeitige Information der Reisenden nicht mehr gewährleisten kann“ und „dass bei den nun folgenden Streikmaßnahmen voraussichtlich kein Notfallfahrplan gewährleistet werden kann“. Künftig keine Notfahrpläne bei Bahnstreiks mehr? Die genauen Auswirkungen des angekündigten Streiks auf den Bahnverkehr stehen noch nicht fest. Die Deutsche Bahn plant „wie beim letzten Streik ein Grundangebot“. Im Fernverkehr sollen längere Züge mit mehr Sitzplätzen eingesetzt werden. Reisende werden gebeten, sich 24 Stunden vor Fahrtantritt über ihre Verbindung zu informieren. Fahrgäste, die bis einschließlich heute (4. März) ihre am 7./8. März geplante Reise aufgrund des Streiks verschieben möchten, können ihr Ticket zu einem späteren Zeitpunkt nutzen. Die Zugbindung ist aufgehoben. Die Fahrkarte gilt für die Fahrt zum ursprünglichen Zielort – auch mit einer geänderten Streckenführung. Sitzplatzreservierungen können kostenfrei storniert werden. Im Fernverkehr können Fahrgäste ihre Reise zudem vorverlegen und ab sofort fahren. Bahnstreik – welche Züge im Raum Rostock fahren In Rostock wird der S-Bahn-Verkehr zwischen Warnemünde und Rostock (S1) sowie auf der Strecke Rostock – Laage – Güstrow (S3) voraussichtlich wieder komplett eingestellt. Im Fernverkehr sowie im DB-Regionalverkehr dürfte es in Mecklenburg-Vorpommern zu deutlichen Einschränkungen kommen. Die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG) ist nicht direkt vom Streik der GDL betroffen. Dies gilt auch für die Regionalbahnen auf den Strecken Tessin – Rostock – Wismar (RB11) und Rostock – Rövershagen – Graal-Müritz (RB12), die von der RSAG als Subunternehmer der DB Regio AG mit eigenen Tarifverträgen betrieben werden. Busse, Straßenbahnen und Fähren im Verkehrsverbund Warnow (VVW) sind ebenfalls nicht vom Streik betroffen. Allerdings gibt es auch in den Verhandlungen um den Manteltarifvertrag im ÖPNV bislang kein Ergebnis. Streikmaßnahmen werden „in Anerkennung der Schritte in die richtige Richtung“ bis zum 12. März ausgesetzt, teilte Verdi am Montagabend mit. Tarifstreit um 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich Ende Januar hatte die GDL ihren Streik vorzeitig beendet und die Verhandlungen mit der Bahn wiederaufgenommen. Eine Einigung konnte jedoch nicht erzielt werden, gestern ist die vereinbarte Friedenspflicht abgelaufen. Die GDL fordert u.a. eine schrittweise Einführung der 35-Stunden-Woche bis 2028 mit vollem Lohnausgleich. Die Bahn hatte eine Reduzierung der Arbeitszeit auf 37 Stunden ab 2026 angeboten, jedoch nur, wenn es ausreichend Personal gibt, und ausschließlich für Lokführer und Zugbegleiter – die GDL fordert dies für alle Schichtarbeiter, etwa Fahrdienstleiter. Weitere Konfliktpunkte sind die generelle Fünf-Tage-Woche sowie GDL-Tarifverträge für weitere Berufsgruppen, etwa bei der Infrastrukturgesellschaft der Bahn, DB InfraGO. Weitere Informationen zum Streik Fahrplanauskunft unter bahn.de kostenlose Sonderhotline unter 08000 99 66 33
4. März 2024 | Weiterlesen
Zooeingang an der Trotzenburg wird saniert
Im Zoo Rostock erfolgt ab März 2024 die denkmalgerechte Sanierung des Eingangs an der Trotzenburg. Aus diesem Grund schließt die Zookasse an der Straßenbahnhaltestelle ab dem Frühjahr 2024 für etwa ein Jahr. Das bis heute als Zookasse genutzte Gebäude am Zooeingang Trotzenburg wurde 1909 nach Entwürfen des Stadtbaumeisters Hermann Tessendorf errichtet und prägte seither die 125-jährige Geschichte des Zoologischen Gartens Rostock mit. Im Jahr 1960 erweitert und gestalterisch verändert, wurde das Gebäude 1984 als Denkmal eingetragen. Aufgrund des hohen Instandhaltungsbedarfs wurde vor einiger Zeit mit der Planung zur restauratorischen Sanierung des gesamten Eingangsbereichs begonnen. Die Sanierung umfasst umfangreiche Maßnahmen zum Erhalt des Gebäudes, zur Aufwertung des Denkmals und zur Überarbeitung des barrierefreien Zugangs in den Zoo. Die Sanierungsarbeiten sollen im März 2024 beginnen und zum Saisonstart im Jahr 2025 abgeschlossen sein. Bis zur Wiedereröffnung des Eingangs, wird die dort ansässige Zookasse geschlossen. Den Besucherinnen und Besuchern des Zoos steht weiterhin der Eingang Barnstorfer Ring oberhalb des Zooparkplatzes zur Verfügung. Quelle: Zoo Rostock, Foto: Carina Braun
26. Februar 2024 | Weiterlesen
Weiterer Warnstreik bei RSAG und Rebus am 1. März
Nach dem zweitägigen Warnstreik in dieser Woche hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) die Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr Mecklenburg-Vorpommern zu einer weiteren Arbeitsniederlegung aufgerufen. Alle Unternehmen des Tarifbereichs TV-N sowie die Verkehrsgesellschaft Vorpommern Rügen (VVR) wurden zu einem eintägigen Warnstreik am 1. März 2024 aufgerufen, wie Verdi heute Nachmittag mitgeteilt hat. In Schwerin sind eine Demonstration und Kundgebung geplant, bei der eine Unterschriften-Petition an politisch Verantwortliche übergeben werden soll. RSAG und Rebus vom ÖPNV-Streik am 1. März 2024 betroffen Die Warnstreiks dauern am Freitag von 0 Uhr bis 23:59 Uhr. In diesem Zeitraum entfallen bei der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) voraussichtlich sämtliche Fahrten auf allen Bus- und Straßenbahnlinien. Die Fähren, S-Bahnen und Regionalzüge sind nicht vom Streik betroffen. Dies gilt auch für die Regionalbahnen RB11 (Tessin – Rostock – Wismar) und RB12 (Rostock – Rövershagen – Graal-Müritz), die von der RSAG als Subunternehmer der DB Regio AG mit eigenen Tarifverträgen betrieben werden. Neben der RSAG ist im Raum Rostock auch die Regionalbus Rostock GmbH (Rebus) vom Streik betroffen. Verdi kämpft für bessere Arbeitsbedingungen im ÖPNV In den aktuellen Tarifverhandlungen geht es nicht um Löhne und Gehälter der mehr als 2.000 Beschäftigten im Spartentarifvertrag Nahverkehrsbetriebe (TV-N) in Mecklenburg-Vorpommern, sondern um den Manteltarifvertrag, der die Arbeitsbedingungen regelt. Verdi fordert u.a. sieben Tage mehr Urlaub, eine Begrenzung der Schichtlängen auf zehn Stunden mit mindestens zwölf Stunden Ruhezeit, Zuschläge von 30 Prozent für Arbeit am gesamten Samstag sowie eine Zusatzentlohnung von 20 Euro für geteilte Dienste. Die eigentlich am vergangenen Mittwoch geplante dritte Verhandlungsrunde hatte der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) letzte Woche abgesagt, nachdem Verdi den zweitägigen Warnstreik angekündigt hatte. „Die unnötige Terminabsage durch die Arbeitgeber hat die Lage nicht vereinfacht und erhöht den Druck nochmal“, erklärt Sascha Bähring, Verhandlungsführer von Verdi Nord. Man habe sich bewusst für nur einen weiteren Warnstreiktag entschieden, so Bähring. Die bisherigen Angebote reichen jedoch „hinten wie vorne nicht, um die Situation der Beschäftigten zu verbessern und eine Entlastung herbeizuführen.“ Die Gespräche zwischen Verdi und dem KAV, der den Tarifvertrag für die Verkehrsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern verhandelt, sollen am 4. März fortgesetzt werden.
23. Februar 2024 | Weiterlesen
Universitätsmedizin plant Psychiatrie-Neubau in Gehlsdorf
Der Startschuss ist gefallen: Vertreter der Universitätsmedizin Rostock und des Staatlichen Bau- und Liegenschaftsamts Rostock informierten am Donnerstag, 22. Februar, über den Neubau der Psychiatrie auf dem Campus Gehlsdorf, für den kürzlich der Hochbauplaner beauftragt wurde. Seine Aufgabe wird es sein, durch einen Neubau in L-Form sowie die Kernsanierung eines Bestandsgebäudes die Nutzung von rund 11.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche planerisch umzusetzen. Das neue Gebäude wird nordöstlich des Hauptgebäudes und in der Nähe des großen Parkplatzes errichtet und von Gehlsheimer Straße aus sichtbar sein. Derzeit wird von Gesamtbaukosten in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags und einer etwa vierjährigen Bauzeit ab Ende 2025 ausgegangen. In der neuen Psychiatrie können Patientinnen und Patienten in 122 Betten auf insgesamt sechs Stationen, davon bis zu vier geschützten, untergebracht werden. Zusätzlich werden sich im Neubau sowie dem kernsanierten Bestandsgebäude eine Notaufnahme, sowie Behandlungs-, Therapie- und Büroräume befinden. „Dem Neubau für unsere Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie blicken wir bereits mit Ungeduld entgegen. Denn damit werden wir die nötigen baulichen Verbesserungen herbei führen, um unsere Patientinnen und Patienten in moderner Umgebung behandeln zu können“, sagt Dr. Christiane Stehle, Vorstandsvorsitzende und Ärztliche Vorständin der Universitätsmedizin Rostock. Christian Petersen, Kaufmännischer Vorstand, ergänzt: „Der Campus der Universitätsmedizin Rostock in Gehlsdorf ist vor dem Hintergrund der historischen Gebäude und der parkähnlichen Umgebung für die psychiatrische Versorgung wertvoll. Daher hat sich der Vorstand der Universitätsmedizin Rostock gemeinsam mit dem Land MV im Rahmen des Baumasterplans dazu entschlossen, den Standort Gehlsdorf für die psychiatrischen Fächer zu erhalten und auszubauen.“ Quelle: Universitätsmedizin Rostock
22. Februar 2024 | Weiterlesen
Zweitägiger Warnstreik bei RSAG und Rebus
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) hat die Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr Mecklenburg-Vorpommern ab Mittwoch, dem 21. Februar 2024, zu einem zweitägigen Warnstreik aufgerufen. Im Raum Rostock sind sowohl die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) als auch die Regionalbus Rostock GmbH (Rebus) vom Streik betroffen. ÖPNV-Streik in Rostock am 21. und 22. Februar 2024 Die Warnstreiks beginnen am Mittwoch (21. Februar 2024) um 03:00 Uhr und enden am Donnerstag (22. Februar 2024) um 23:59 Uhr. Für die Dauer des Streiks entfallen bei der RSAG sämtliche Fahrten auf allen Bus- und Straßenbahnlinien, wie das Unternehmen mitgeteilt hat. Die Fähren, S-Bahnen und Regionalzüge sind nicht vom Streik betroffen. Dies gilt auch für die Regionalbahnen RB11 (Tessin – Rostock – Wismar) und RB12 (Rostock – Rövershagen – Graal-Müritz), die von der RSAG als Subunternehmer der DB Regio AG mit eigenen Tarifverträgen betrieben werden. Neben der RSAG und Rebus werden in M-V die Verkehrsbetriebe Ludwigslust-Parchim (VLP), Nahbus (Nordwestmecklenburg GmbH) sowie die Verkehrsbetrieb Greifswald GmbH (VBG) bestreikt. Verdi fordert bessere Arbeitsbedingungen im ÖPNV Bei den aktuellen Verhandlungen geht es nicht um Löhne und Gehälter der Beschäftigten, sondern um den Manteltarifvertrag, in dem die Arbeitsbedingungen geregelt werden. Zu den Kernforderungen von Verdi für die mehr als 2.000 Beschäftigten im Spartentarifvertrag Nahverkehrsbetriebe (TV-N) des Bundeslandes gehören sieben Tage mehr Urlaub, eine Begrenzung der Schichtlängen auf zehn Stunden mit mindestens zwölf Stunden Ruhezeit, Zuschläge von 30 Prozent für Arbeit am gesamten Samstag sowie eine Zusatzentlohnung von 20 Euro für geteilte Dienste. Verdi-Mitglieder sollen zudem drei Tage mehr Urlaub erhalten und zwei Tage für die Gewerkschaftsarbeit freigestellt werden. „Was die Arbeitgeber angeboten haben, reicht hinten wie vorne nicht, um die Situation der Beschäftigten zu verbessern und eine Entlastung herbeizuführen“, sagt Sascha Bähring, Verhandlungsführer von ver.di Nord. „Die Arbeitgeber haben nunmehr die Chance, am Verhandlungstag ein akzeptables und verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen und im Sinne der Fahrgäste und der Beschäftigten zu handeln.“ Arbeitgeber sagen Tarifverhandlungen ab Eigentlich war für kommenden Mittwoch die dritte Verhandlungsrunde zwischen Verdi und dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) geplant. Dieser verhandelt für die Verkehrsbetriebe den Tarifvertrag, der aktuell von fünf Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern unmittelbar und drei weiteren mittelbar angewendet wird. Verdi hatte für den Verhandlungsort bei der RSAG zu einer Kundgebung und Demonstration aufgerufen. Heute hat der KAV den Verhandlungstermin abgesagt. Als „Novum“ bezeichnete Verbandsgeschäftsführerin Carola Freier, dass Verdi nicht nur für den Verhandlungstag zum Streik aufgerufen hat, sondern auch für den Tag danach. „Wie schon beim ersten Warnstreik verstößt Verdi mit den angekündigten Streiks in der nächsten Woche gegen das Ultima-Ratio-Prinzip zugunsten der Selbstdarstellung und Mitgliedergewinnung, jedoch zulasten der Fahrgäste, die zwingend auf die Benutzung von Bus und Straßenbahn angewiesen sind“, so Freier. Der nächste Verhandlungstermin ist am Montag, dem 4. März geplant.
15. Februar 2024 | Weiterlesen
Siegerentwurf für BImA-Neubau in Rostock vorgestellt
Das Berliner Architektenbüro léonwohlhage Gesellschaft von Architekten mbH hat den nichtoffenen, interdisziplinären Planungswettbewerb für den Neubau des Direktionsgebäudes der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) in Rostock gemeinsam mit TDB Landschaftsarchitektur Partnerschaft, ZPW Ingenieur-AG sowie ahw Ingenieure GmbH gewonnen. Im Stadtteil Gartenstadt entsteht ein innovatives, nachhaltiges und energieeffizientes Gebäude, in dem das zentrale Immobilienunternehmen des Bundes seine bisherigen Standorte konzentrieren wird. Insgesamt nahmen zwölf Büros an dem nichtoffenen, interdisziplinären Planungswettbewerb teil, den die BImA als Bauherrin, vertreten durch die Referatsgruppe Bundesbau im Finanzministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern, diese vertreten durch die Leitung des Staatlichen Bau- und Liegenschaftsamts Schwerin, ausgelobt hatte. Das Preisgericht unter Vorsitz der Berliner Architektin Professorin Martina Bauer überzeugte bei dem Entwurf des Berliner Büros léonwohlhage vor allem damit, dass sich der Modul-Neubau ansprechend in die Umgebung einfügt sowie sich zeitnah und klimaschonend umsetzen lässt. Auch der spätere Betrieb wird besonders energieeffizient und flexibel sein. Elegante Neuinterpretation des städtebaulichen Kontexts In ihrer Begründung hob die Jury bei dem Siegerentwurf die gelungene Einfügung des Neubaus in die Umgebung hervor: „Die städtebauliche Lösung einer eleganten Neuinterpretation der Zeilenbauten der näheren Umgebung durch zwei gegeneinander versetzte viergeschossige, nord-süd-ausgerichtete Büroriegel mit zentralem Querriegel überzeugt das Preisgericht in mehrerlei Hinsicht. Das Volumen mit der asymmetrischen „H“-Form“ fügt sich gut in den städtebaulichen Kontext ein, bricht zugleich mit der Strenge und Regelmäßigkeit der ehemaligen Kasernenanlagen und entwickelt eine selbstbewusste Eigenständigkeit, ohne den urbanen Kontext zu dominieren.“ Die Außenwirkung zum öffentlichen Raum sowie die Erschließung des Gebäudes und seiner Freibereiche sei von dem Team aus Architekten, Landschaftsplanenden und Ingenieuren für Technische Ausrüstung und Tragwerksplanung hervorragend gestaltet worden, so die Jury weiter. Mit dem neuen Haupteingang an der Kopernikusstraße erhalte die BImA eine einladende und attraktive Adresse in Rostock. Nachhaltiges Konzept mit kurzer Bauzeit „Unser neues Direktionsgebäude wird ein modernes Verwaltungsgebäude nach dem Energieeffizienzstandard Bund 40. Durch den Einsatz nachhaltiger Materialien und regenerativer Energien erfüllt das Gebäude die Nachhaltigkeitsanforderungen vollständig und hat damit seinen Anteil an der Energiewende im Gebäudesektor“, hebt die Leiterin des BImA-Geschäftsbereichs Facility Management Brigitte Bourscheidt hervor. „Die geplante modular-serielle Holzhybrid-Bauweise zeigt außerdem, dass die zügige Umsetzung eines Bauvorhabens auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten möglich ist. Außerdem unterstützen wir die klimapolitischen Ziele der Bundesregierung, um eine klimaneutrale Bundesverwaltung zu erreichen.“ Das von der Jury ausgewählte Konzept bietet aufgrund seiner durchdachten Konstruktion zahlreiche Möglichkeiten, auf sich ändernde Anforderungen einzugehen. „Wir werden mit dem neuen Dienstgebäude den zukünftigen Ansprüchen einer modernen Arbeitswelt gerecht,“ betont Michael Müller, BImA-Geschäftsbereichsleiter Organisation und Personal. „Wir bieten unseren Beschäftigten moderne Arbeitsbedingungen, mit denen wir auch die Kommunikation und die Vernetzung untereinander fördern.“ Die möglichst kurzfristige Bezugsfertigkeit der neuen Büroflächen mit mehr als 270 Büroarbeitsplätzen war aufgrund des dringenden Bedarfs bereits im Vorfeld des Verfahrens ein wesentliches Ziel. Vor diesem Hintergrund wurden die Teilnehmenden des Wettbewerbs zur innovativen Anwendung modularer bzw. serieller Bauweisen aufgerufen. Weitere Preisträger Das Preisgericht zeichnete darüber hinaus die folgenden Entwürfe aus: Der 2. Preis des Wettbewerbs ging an das Dresdner Büro Code Unique Architekten GmbH mit Storch Landschaftsarchitektur und CSZ Ingenieurconsult TA GmbH & Co. KG. Mit dem 3. Preis wurde die ARGE von WGA ZT aus Wien mit Holzer Kobler Architekturen GmbH, Berlin mit Nolte | Gehrke Part. v. Landschaftsarchitekten mbB und Bauart TGA und Konstruktions GmbH & Co. KG prämiert. Einen 4. Preis erhielt Heinle Wischer, Gesellschaft für Generalplanung mbH aus Berlin mit EGL GmbH, Hamburg (Freiraumplanung), RMN Ingenieure GmbH, Hamburg (Technische Gebäudeausstattung) sowie Wetzel & von Seht Part. mbH Hamburg (Tragwerk). Die Jury lobte abschließend die insgesamt sehr hohe Qualität der eingereichten Beiträge. Öffentliche Ausstellung der Entwürfe Die prämierten Entwürfe werden im Foyer des historischen Rathauses der Hanse- und Universitätsstadt Rostock (Neuer Markt 1a, 18055 Rostock) ausgestellt. Die Ausstellung ist der Öffentlichkeit vom 26. Februar bis 4. März 2024 kostenfrei zugängig. Die Öffnungszeiten: Montag, 26. Februar: 12 Uhr bis 18 Uhr, danach: Montag bis Freitag: 8 Uhr bis 18 Uhr Hintergrund, Bundesanstalt für Immobilienaufgaben: Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) ist das zentrale Immobilienunternehmen des Bundes. Es gehört zum Geschäftsbereich des Bundesfinanzministeriums und handelt nach den modernen Standards der Immobilienwirtschaft. Sitz der Zentrale ist Bonn. Aufgabenschwerpunkte sind das einheitliche Immobilienmanagement des Bundes, Immobilienverwaltung und -verkauf sowie die forst- und naturschutzfachliche Betreuung der Geländeliegenschaften. Die BImA verfügt zudem über ein großes Angebot an bezahlbarem Wohnraum, den sie primär im Rahmen der Wohnungsfürsorge Bundesbediensteten zur Verfügung stellt. Die Wohnraumoffensive des Bundes unterstützt die Bundesanstalt, indem sie nun auch selber baut. Die BImA deckt den Grundstücks- und Raumbedarf der Bundesressorts durch Flächen und Gebäude im eigenen Bestand, durch Neubau, Kauf oder Anmietung. Im Anschluss stellt sie den Nutzern die Liegenschaften auf der Basis von Mietverträgen zur Verfügung. Mit rund 4.800 Dienstliegenschaften verwaltet die BImA nahezu alle Dienstliegenschaften des Bundes, darunter beispielsweise die Verwaltungsgebäude der Ministerien und Oberen Bundesbehörden sowie die Bundeswehrliegenschaften im Inland. Quelle: Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Bild 1: léonwohlhage Architekten, Prof. Hilde Léon, Berlin), Bild 2: H.-J. Wuthenow
13. Februar 2024 | Weiterlesen
Spuren der Eiszeitjäger in der Ostsee entdeckt
2021 entdeckten Geolog:innen eine ungewöhnliche, fast einen Kilometer lange Steinreihe am Grund der Mecklenburger Bucht. Die Fundstelle liegt etwa 10 Kilometer vor Rerik in 21 m Wassertiefe. Die rund 1.500 Steine sind so regelmäßig aufgeschichtet, dass eine natürliche Entstehung unwahrscheinlich erscheint. Ein Team aus Forschenden verschiedener Disziplinen kommt nun zu dem Schluss, dass Eiszeitjäger vor etwa 11.000 Jahren diese Struktur errichtet haben, um Rentiere zu jagen. Es ist das erste Mal, dass eine solche Jagdstruktur im Ostseeraum entdeckt wurde. Ihre Ergebnisse stellt die Gruppe jetzt in der renommierten Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) vor. Die Fundstelle Eigentlich wollte ein Forschungsteam der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) Mangankrusten an einem Mergelrücken untersuchen, der etwa 10 km vor Rerik am Grund der Mecklenburger Bucht liegt. Dabei wurden sie auf eine 970 m lange, regelmäßige Steinstruktur aufmerksam. Diese besteht aus bis zu 1.500 tennis- bis fußballgroßen Steinen, die einige große Findlinge zu einem bis zu 1 m hohen Wall verbinden. Die Forschenden meldeten ihre Entdeckung dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern (LAKD M-V), das die weiteren Untersuchungen koordinierte. Die Fundstelle liegt am südwestlichen Rand des Mergelrückens. Der Steinwall verläuft hier parallel zu einer Niederung, vermutlich einem ehemaligen See oder Moor. Die Ostsee ist an dieser Stelle heute 21 Meter tief. Der Steinwall muss also errichtet worden sein, bevor der Wasserspiegel nach dem Ende der letzten Eiszeit stark anstieg. Dies geschah zuletzt vor etwa 8.500 Jahren. Große Teile der bis dahin begehbaren Landschaft wurden damals überschwemmt. Wissenschaftler:innen des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW), des CAU-Forschungsschwerpunkts Kiel Marine Science, der Universität Rostock, des Zentrums für Baltische und Skandinavische Archäologie in Schleswig, das seit 2024 zum Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA) gehört, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), des Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) und des LAKD M-V haben mit modernen geophysikalischen Methoden ein detailliertes 3D-Modell der Mauer erstellt und die Struktur des umgebenden Untergrundes rekonstruiert. Anhand von Sedimentproben aus dem südlich angrenzenden Becken ließ sich das mögliche Entstehungsalter der linearen Struktur eingrenzen. Außerdem fanden Untersuchungen durch Forschungstaucher:innen der Universitäten Rostock und Kiel statt, um ein genaues Bild der Situation am Meeresgrund zu bekommen. Die bisherigen Ergebnisse „Die Untersuchungen haben bestätigt, dass eine natürliche Entstehung ebenso unwahrscheinlich ist wie eine Errichtung in moderner Zeit, etwa durch Baumaßnahmen zur Verlegung von Seekabeln oder Steinfischerei. Dafür sind die Steine zu planvoll und regelmäßig angeordnet“, erläutert Jacob Geersen, Erstautor der nun in der renommierten Zeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) veröffentlichten Studie. Er beschäftigt sich im Rahmen des neuen IOW-Forschungsschwerpunktes „Flachwasserprozesse und deren Relevanz für die gesamte Ostsee“ mit geologischen und anthropogenen Prozessen im Ostseeraum. Schließt man eine natürliche oder moderne Entstehung aus, kommt für die Errichtung der Steinmauer nur die Zeit nach Ende der letzten Eiszeit (vor etwa 12.000 Jahren) in Betracht, als die Landschaft noch nicht von der Ostsee überflutet war. „Es wird angenommen, dass in dieser Zeit nicht mehr als 5.000 Menschen in ganz Nordeuropa lebten. Ein Hauptnahrungsmittel dieser Gruppen waren Rentiere, die im jahreszeitlichen Rhythmus in Herden durch die vegetationsarme nacheiszeitliche Landschaft zogen. Wahrscheinlich diente der Wall dazu, die Rentiere am Rande eines Sees in die Enge zu treiben, so dass sie von den steinzeitlichen Jägern mit Jagdwaffen erlegt werden konnten“, erläutert Marcel Bradtmöller von der Universität Rostock. Solche Jagdtechniken sind in anderen Teilen der Welt bereits mehrfach nachgewiesen worden. So haben US-amerikanische Archäolog:innen im Lake Huron (Michigan) in 30 m Wassertiefe Steinmauern gefunden, die nachweislich für die Treibjagd von Karibus, dem Nordamerikanischen Pendant des Rentieres, errichtet wurden. Die Steinmauern im Lake Huron und in der Mecklenburger Bucht weisen große Ähnlichkeiten auf. Da vor etwa 11.000 Jahren, als das Klima wärmer wurde und sich Wälder ausbreiteten, mit den letzten Rentieren auch die letzten wandernden Herdentiere aus unseren Breiten verschwanden, dürfte die Steinmauer nicht nach diesem Zeitpunkt errichtet worden sein. Die Steinmauer wäre damit das älteste jemals in der Ostsee entdeckte menschliche Bauwerk. „Zwar sind in der Wismarbucht und entlang der Küsten Mecklenburg-Vorpommerns zahlreiche gut erhaltene archäologische Fundstellen aus der Steinzeit bekannt, diese liegen aber in deutlich geringeren Wassertiefen und datieren meist in die Mittel- und Jungsteinzeit (ca. 7.000 – 2.500 v. Chr.)“, erklärt Jens Auer vom Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern, der an der Erforschung und Beprobung vieler dieser Fundstellen beteiligt war. Wie soll es weitergehen? Die Steinmauer und der umgebende Meeresboden sollen mithilfe von Seitensichtsonar, Sedimentecholot und Fächerecholot noch genauer untersucht werden. „Darüber hinaus haben wir inzwischen Hinweise, die eine Existenz vergleichbarer Steinwälle an anderen Stellen in der Mecklenburger Bucht vermuten lassen. Diese werden wir systematisch erkunden“, erklärt Jens Schneider von Deimling, von der Uni Kiel. Auch weitere Tauchgänge durch Forschungstaucher:innen der Universität Rostock und Archäolog:innen des Landesamts für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern sind geplant, um den Steinwall und ihre Umgebung nach archäologischen Funden abzusuchen, die bei der Interpretation helfen können. Mithilfe des Lumineszenzverfahrens soll versucht werden, die Steinmauer zu datieren. Mit dieser Methode lässt sich feststellen, wann die Oberfläche eines Steins zuletzt dem Sonnenlicht ausgesetzt war. Außerdem ist eine detaillierte Rekonstruktion der umgebenden Landschaft vorgesehen. Insgesamt können die Untersuchungen einen bedeutenden Beitrag zum Verständnis der frühen steinzeitlichen Wildbeutergruppen leisten und helfen, deren Lebensweise, Organisation und Jagdmethoden zu verstehen. Originalpublikation: J. Geersen, M. Bradtmöller, J. Schneider von Deimling, P. Feldens, J. Auer, P. Held, A. Lohrberg, R. Supka, J. J. L. Hoffmann, B. V. Eriksen , W. Rabbel , H.-J. Karlsen, S. Krastel, D. Brandt, D. Heuskin, H. Lübke (2024): A submerged Stone Age hunting architecture from the Western Baltic Sea – PNAS: https://doi.org/10.1073/pnas.2312008121 Quelle: Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde, Universität Rostock, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
12. Februar 2024 | Weiterlesen
Vollsperrung des Südrings unter der Goetheplatzbrücke
Ab Montag, dem 12. Februar 2024, kommt es zwischen der Südstadt und Rostocks Innenstadt zu erheblichen Verkehrseinschränkungen. Im Zuge der Erneuerung der Goetheplatzbrücke wird der Südring unterhalb der Eisenbahnüberführung für drei Wochen voll gesperrt. Dies gilt für Fußgänger, Radfahrer, Kraftfahrzeuge sowie den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Vollsperrung des Südrings vom 12. Februar bis zum 2. März 2024 Der vierstreifige Südring wird zwischen Goetheplatz und Platz der Freundschaft voraussichtlich vom 12. Februar, 21 Uhr, bis zum 2. März 2024, 18 Uhr, komplett gesperrt. Innerörtlich wird der Kfz-Verkehr über den Südring, den Saarplatz und den Deutsche-Med-Platz umgeleitet. In den Hauptverkehrszeiten dürften Parkstraße, Hundertmännerstraße, Arnold-Bernhard-Straße und Saarplatz jedoch zum Nadelöhr werden. Es empfiehlt sich, den Bereich weiträumig zu umfahren oder auf den ÖPNV umzusteigen. Wer von der Autobahn in die Innenstadt möchte, sollte nicht die Abfahrt Rostock-Südstadt von der A20 nutzen, sondern über die Abfahrt Rostock-West und die Hamburger Straße fahren. Alternativ können die A19-Abfahrten Rostock-Ost und Rostock-Nord genutzt werden. Die Vollsperrung betrifft auch Fußgänger und Radfahrer. Sie können in den drei Wochen den Tunnel am Hauptbahnhof oder in der Schwaaner Landstraße nutzen. Ab dem 2. März steht für den Kfz-Verkehr in beide Richtungen jeweils nur noch ein Fahrstreifen zur Verfügung. Der Rad- und Fußweg ist abwechselnd einseitig nutzbar – je nach Bauphase auf der südöstlichen oder nordwestlichen Seite. Einschränkungen im ÖPNV Die Buslinie 25 von Evershagen wird weiterhin über den Doberaner Platz hinaus verlängert und fährt als Schienenersatzverkehr über den Schröder- und Goetheplatz bis zum Hauptbahnhof. Während der dreiwöchigen Vollsperrung wird statt der Süd- die Nordseite des Hauptbahnhofs angefahren. Einschränkungen gibt es auch bei der Fledermauslinie F1. Sie wird zwischen Schröderplatz und Erich-Schlesinger-Straße über die Arnold-Bernhard-Straße und die Hundertmännerstraße umgeleitet. Die Haltestelle Goetheplatz entfällt in beiden Richtungen. Ebenfalls von Umleitungen betroffen sind die Rebus-Linien 112, 113, 121 und 123. Bauarbeiten dauern länger als geplant Eigentlich sollte der Verkehr unterhalb der neuen Eisenbahnüberführung bereits ab September 2024 wieder ohne Einschränkungen rollen. Dieser Termin kann jedoch nicht eingehalten werden. Material- und Personalengpässe führten lt. Bahn zu Änderungen im Bauablauf, sodass die Arbeiten an der Südseite erst am 24. Oktober 2023 starten konnten. Nun ist die komplette Verkehrsfreigabe von Straße sowie Fuß- und Radweg unterhalb der Überführung im Mai 2025 geplant. Die Straßenbahn soll ab Anfang Juli 2025 wieder unter Brücke fahren können. Dann ist auch die offizielle Inbetriebnahme des Gesamtbauwerks geplant. Rund 31 Millionen Euro investiert die Deutsche Bahn in die etwa 50 Meter lange neue Eisenbahnüberführung über den Südring. Es handelt sich um eine Eins-zu-eins-Ersetzung der 1966 in Fertigbauweise errichteten Brücke. Bei planmäßigen Begutachtungen und Sonderinspektionen wurden Schäden festgestellt, die eine Instandsetzung ausschlossen. Über die Brücke fahren S-Bahnen und Fernverkehr nach Warnemünde, die Regionalbahnen in Richtung Bad Doberan und Wismar sowie der Güterverkehr in den Fischereihafen.
9. Februar 2024 | Weiterlesen
Zootier des Jahres 2024: Gecko ist im Zoo Rostock zu sehen
Seit nunmehr acht Jahren wird im Januar das „Zootier des Jahres“ bekanntgegeben. Die Artenschutzkampagne der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V. (ZGAP), der Deutschen Tierpark-Gesellschaft e.V., des Verbandes der Zoologischen Gärten e.V. und der Gemeinschaft der Zooförderer e.V. verschafft damit Jahr für Jahr stark bedrohten, aber weniger bekannten Tierarten Aufmerksamkeit. In diesem Jahr steht der Gecko als „Zootier des Jahres 2024“ im Fokus. Geckos besiedeln die Erde seit 50 Millionen Jahren und gehören damit zu den ältesten Tieren der Welt. Außer in der Antarktis kommen Geckos auf allen Kontinenten vor. Bevorzugt leben sie in warmen Klimazonen, wobei ihr Artenreichtum in tropischen und subtropischen Wäldern am höchsten ist. Derzeit sind mehr als ein Fünftel aller gelisteten Geckos auf der Roten Liste der IUCN als bedroht aufgeführt. Für über 241 Geckoarten ist der Bedrohungsstatus unbekannt. Hier sind Populationserhebungen nötig, um eine Aussage über die Situation der jeweiligen Art treffen zu können. Viele Geckoarten haben nur kleine Verbreitungsgebiete und sind auf bestimmte Faktoren in ihrem Lebensraum angewiesen. Aus diesem Grund sind ihre Populationen durch Lebensraumverlust, Umweltverschmutzung, invasive Arten und den Klimawandel besonders bedroht. Hinzu kommt die übermäßige Absammlung für den Heimtierhandel und die Tatsache, dass einigen Geckoarten ohne wissenschaftlichen Hintergrund besondere Heilkräfte zugeschrieben werden und wieder andere als Delikatesse gelten. Aufgrund der drastisch sinkenden Bestände vieler Geckoarten, stehen einige davon in diesem Jahr im Fokus der Artenschutzkampagne „Zootier des Jahres“: der Reeves Tokeh, der Psychedelische Felsengecko, die Bogenfingergeckos, der Vietnam-Goldgecko, die Tigergeckos und der Himmelblaue Zwergtaggecko. Letzterer ist auch im Aquarium im Zoo Rostock zu sehen. Das Verbreitungsgebiet der Himmelblauen Zwergtaggeckos umfasst ein nur 8 km² großes Gebiet in Tansania. Dort bedrohen Waldbrände und invasive Pflanzen die Geckos. Denn Himmelblaue Zwergtaggeckos sind für ihr Überleben auf Pandanuspalmen angewiesen, die durch invasive Pflanzen verdrängt und durch Feuer zerstört werden. Um den „Zootieren des Jahres 2024“ zu helfen, werden mit den Kampagnengeldern neue Schutzgebiete aufgebaut, Erhaltungszuchtstationen etabliert, Waldbrandschneisen angelegt und Ausrüstungsgegenstände sowie Transportmittel für die Projektteams finanziert. Für manche Arten ist eine Populationserhebung nötig, da ihr Verbreitungsgebiet und ihr aktueller Bedrohungsstatus nicht gesichert sind (Cyrtodactylus gialaiensis, C. nigriocularis, Goniurosaurus. catbaensis, Gekko badenii). Zudem wird die Öffentlichkeitsarbeit in den jeweiligen Verbreitungsgebieten in Vietnam und Tansania ausgebaut. Quelle: Zoo Rostock, Foto: Maria Seemann
1. Februar 2024 | Weiterlesen
RSAG-Flex – Bus auf Bestellung
Unter dem Namen „RSAG-Flex“ startet die Rostocker Straßenbahn AG am Montag ein neues Mobilitätsangebot. Drei Elektro-Kleinbusse sind künftig täglich in den Abendstunden on-demand (auf Abruf) ohne festen Fahrplan und Linienweg nach dem Prinzip des „Ride-Pooling“ unterwegs. Das Angebot ist eine Mischung zwischen Taxi und Bus. Wie beim Taxi gibt es keinen festen Fahrplan und -weg, man teilt sich das Fahrzeug jedoch wie beim Bus mit anderen Fahrgästen, die ein ähnliches Fahrtziel haben. Ein Algorithmus fasst die verschiedenen Fahrtwünsche zu einer optimalen Fahrstrecke zusammen. Angebot vorerst auf Stadtteile östlich der Warnow begrenzt Verfügbar ist das neue Angebot vorerst in den Rostocker Stadtteilen und Gebieten östlich der Warnow, im Norden wird das Einsatzgebiet durch den Seehafen und Stuthof begrenzt. Damit umfasst es die Bereiche Dierkow, Toitenwinkel, Gehlsdorf, Seehafen, Osthafen, Brinckmansdorf/Riekdahl, Kassebohm, Alt Bartelsdorf, Hinrichsdorf/NeuHinrichsdorf, Krummendorf, Nienhagen, Stuthof und Peez. Reguläre und virtuelle Haltestellen, Fahrtzeiten Neben den regulären Haltestellen fahren die Elektro-Kleinbusse auch virtuelle Haltestellen an. Dies sind feste, adressbezogene Haltepunkte mit einem maximalen Abstand von 200 Metern. Insgesamt können in der App aktuell 1.050 Haltepunkte ausgewählt werden. Fahrgäste werden an der ausgewählten Haltestelle abgeholt und zum gewünschten Ziel bzw. zu einem ÖPNV-Umsteigepunkt gebracht. Über die App gibt es Echtzeit-Informationen zu Abfahrtszeit, Fahrzeug und Abholungsort. Genutzt werden kann das Angebot an Wochentagen von 20 bis 1 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen von 18 bis 1 Uhr. Zwei Euro Komfortzuschlag pro Fahrt Das neue Angebot ist in die Tarif- und Beförderungsbedingungen des Verkehrsverbunds Warnow (VVW) eingebunden. Für die Fahrt wird ein regulärer VVW-Fahrschein oder etwa ein Deutschland-Ticket benötigt. Zusätzlich fällt ein Komfortzuschlag in Höhe von zwei Euro pro Fahrt an, der per Kreditkarte und Paypal über die App beglichen werden kann. Kinder unter sechs Jahren sowie schwerbehinderte Personen mit einem gültigen Schwerbehindertenausweis mit entsprechendem Merkzeichen und gültiger Wertmarke sind von der Entrichtung des Zuschlages befreit werden. Start am Montag, 5. Februar 2024 Offiziell wird das neue Angebot am Montag vorgestellt, eine Registrierung ist jedoch bereits möglich, die Anwendung kann in den App-Stores heruntergeladen werden. Das Pilotprojekt wird vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert und läuft vorerst bis Ende 2024. RSAG-Flex App auf Google Play RSAG-Flex App im Apple App Store
31. Januar 2024 | Weiterlesen
ÖPNV-Warnstreik bei RSAG und Rebus am Freitag
Kaum ist der Bahnstreik der Lokführer vorbei, müssen sich Fahrgäste erneut auf massive Beeinträchtigungen einstellen, diesmal im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) hat die Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr für Freitag, den 2. Februar 2024, bundesweit zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Im Raum Rostock sind sowohl die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) als auch die Regionalbus Rostock GmbH (Rebus) vom Streik betroffen. ÖPNV-Streik in und um Rostock am 2. Februar 2024 In Mecklenburg-Vorpommern soll am Freitag, dem 2. Februar 2024, ganztägig gestreikt werden, wie der Verdi Landesbezirk Nord mitgeteilt hat. Es ist der letzte Schultag vor den zweiwöchigen Winterferien im Land. Schüler, die auf den ÖPNV angewiesen sind und wegen des Warnstreiks nicht zum Unterricht erscheinen können, sind entschuldigt, so das Bildungsministerium. Die Halbjahreszeugnisse gibt es bereits am Donnerstag, sie können aber auch am Freitag sowie am Montagvormittag in der Schule abgeholt werden. Die Warnstreiks beginnen am Freitag um 3:30 Uhr und dauern bis zum Dienstbeginn am Samstag an. Bei der RSAG entfallen sämtliche Fahrten auf allen Straßenbahn- und Buslinien, teilt das Unternehmen mit. Dies gilt auch für die beiden Nachtbuslinien F1 und F2. Die Warnow-Fähren zwischen Warnemünde und Hohe Düne, S-Bahnen sowie Regionalzüge sind nicht vom Streik betroffen. Dies gilt auch für die Regionalbahnen RB11 (Tessin – Rostock – Wismar) und RB12 (Rostock – Rövershagen – Graal-Müritz), bestätigt Beate Langner, Pressesprecherin der Rostocker Straßenbahn AG. Diese Verbindungen werden von der RSAG als Subunternehmer der DB Regio AG mit eigenen Tarifverträgen betrieben. Neben RSAG und Rebus werden in M-V die Verkehrsbetriebe Ludwigslust Parchim (VLP), Nahbus (Nordwestmecklenburg GmbH), die Mecklenburg-Vorpommersche Verkehrsgesellschaft mbH (MVVG), die Verkehrsbetrieb Greifswald GmbH (VBG) sowie die Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Greifswald mbH (VVG) bestreikt. Verdi fordert bessere Arbeitsbedingungen im ÖPNV Aktuell geht es in Mecklenburg-Vorpommern nicht um Löhne und Gehälter der Beschäftigten, sondern um den Manteltarifvertrag, in dem die Arbeitsbedingungen geregelt werden. Zu den Kernforderungen von Verdi für die rund 2.100 Beschäftigten in den Tarifverträgen Nahverkehr (TV-N) des Bundeslandes gehören sieben Tage mehr Urlaub, eine Begrenzung der Schichtlängen auf zehn Stunden mit mindestens zwölf Stunden Ruhezeit, Zuschläge von 30 Prozent für Arbeit am gesamten Samstag sowie 20 Euro Zusatzentlohnung für geteilte Dienste. Neben einer Entlastung der Beschäftigten möchte Verdi damit auch die Attraktivität der Berufe steigern. Verhandelt wird nicht mit den einzelnen Verkehrsbetrieben, sondern mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV). Vergangenen Donnerstag fand die zweite Verhandlungsrunde im Nahverkehr M-V statt. „Statt den Beschäftigten Druck zu nehmen und konstruktiv an einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu arbeiten, kommen sie mit einer Erhöhung der Arbeitszeit oder gar Ausweitung von Schichten”, kritisiert Sascha Bähring, Verhandlungsführer von Verdi Nord, die Arbeitgeberseite. „Deshalb müssen wir den Druck nun über die Straße erhöhen.“ „Den Forderungen der Gewerkschaft nach Entlastung der Beschäftigten steht eine schwierige Gemengelage hinsichtlich der wirtschaftlichen Situation gegenüber, die sich aus erheblichen Kostensteigerungen, Einnahmeverlusten und Finanzierungsproblemen zusammensetzt“, erklärte Carola Freier, Geschäftsführerin des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Dennoch soll in der nächsten Verhandlungsrunde ein neues Angebot vorgelegt werden. Weitere Informationen: Website der RSAG Website der Rebus
30. Januar 2024 | Weiterlesen
Borkenkäfer im Barnstorfer Wald - Zoo plant Waldumbau
Der Zoo Rostock plant im Barnstorfer Wald die Rodung von Schädlingen befallener Fichten sowie den anschließenden Waldumbau in Abstimmung mit den zuständigen Ämtern. Vor Ort informierten Zoodirektorin Antje Angeli und der Bereichsleiter Garten im Zoo Rostock, Jens Rodenstein, heute über die geplanten Maßnahmen und deren Notwendigkeit. Für alle interessierten Rostockerinnen und Rostocker sind für den 5. und den 6. Februar Bürgersprechstunden geplant. Auf dem Zoogelände um die sogenannten Bergeräume, die außerhalb des umzäunten Zoobereichs im Barnstorfer Wald liegen, sind auf einer Fläche von etwa einem Hektar rund 400 Gemeine Fichten von Borkenkäfern befallen. „Ein Großteil der Bäume ist bereits abgestorben, während einige augenscheinlich gesunde Fichten bereits Schadsymptome aufweisen. Diese Fichten müssen nun gefällt werden. Zum einen, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und zum anderen, um durch Wiederaufforstung einen gesunden Wald zu erhalten“ informierte Jens Rodenstein, der Bereichsleiter Garten im Zoo Rostock. „Der geplante maschinelle Holzeinschlag soll in der siebten bis neunten Kalenderwoche 2024 durch einen regional ansässigen forstwirtschaftlichen Dienstleister erfolgen.“ Die Entscheidung über die notwendigen Arbeiten im Barnstorfer Wald erfolgte in Abstimmung mit der Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern sowie dem Stadtforstamt Rostock. Zudem wurde eine ornithologische Begutachtung des betroffenen Gebiets durch den Vogelkurator des Rostocker Zoos vorgenommen, der die geplanten Fällungen als naturschutzfachlich unkritisch einschätzte. Waldumbau für einen gesunden und widerstandsfähigen Wald An die Fällung der Fichten schließt sich der Waldumbau an. Da ein Teil der Fläche bereits mit Ahornverjüngung bewachsen ist, erfolgt die Aufforstung voraussichtlich im März auf einer Fläche von rund 0,5 Hektar. Gepflanzt werden sollen 2.600 Stieleichen, 200 Hainbuchen, 100 Europäische Lärchen und 100 Vogelkirschen. „Das Ziel des Waldumbaus mit der Pflanzung diverser Laubgehölze ist es, einen gesunden und widerstandsfähigen Forst zu schaffen. Ein an Baumarten gemischter und somit stabiler Wald trägt auch maßgeblich dazu bei, die Biodiversität vor Ort zu erhalten und zu verbessern“ sagte Zoodirektorin Antje Angeli. Im Rahmen des Waldumbaus können gleichförmige Bestände, mit zum Standort passenden Baumarten angereichert werden, um eine vielfältige Struktur zu schaffen. Ein Mischwald verringert zudem das Risiko des großflächigen Schädlingsbefalls. Für alle interessierten Rostockerinnen und Rostocker kündigte Antje Angeli zudem eine Bürgersprechstunde im Vorfeld der Fällarbeiten an: „Am 5. und 6. Februar werden wir uns vor Ort noch einmal ausgiebig dem Thema Wald widmen und umfassend über die Ziele und Hintergründe des Waldumbaus und alle geplanten Maßnahmen informieren. Wir würden uns sehr über eine rege Beteiligung freuen.“ Alle, die an einer der geplanten Bürgersprechstunden teilnehmen möchten, können sich ab sofort unter 0381 2082-179 oder per Mail an service@zoo-rostock.de anmelden. Die Sprechstunden finden am 5. und 6. Februar jeweils um 14 Uhr bei den Bergeräumen des Zoos im Barnstorfer Wald statt. Die Zufahrt (Google Maps: 54.07671851245094, 12.074012794271788) erfolgt über den Tannenweg in Richtung Ortsausgang. An der Kreuzung Tannenweg/Am Richtfunkturm aus der Stadt kommend nach rechts über die Bahnschienen zum Barnstorfer Wald abbiegen und gleich wieder nach rechts fahren. Quelle: Zoo Rostock, Fotos: Joachim Kloock
30. Januar 2024 | Weiterlesen
Tausende demonstrieren in Rostock gegen Rechts
Rund 6.500 Menschen demonstrierten nach Schätzungen der Polizei am Donnerstagabend in Rostock gegen Rechts. Unter dem Motto „Nie wieder ist jetzt – alle zusammen gegen den Faschismus“ hatten die Initiativen „Rostock nazifrei“ und „Bunt statt braun e. V.“ zu dem Protest aufgerufen. Die Veranstalter vermeldeten sogar bis zu 9.500 Teilnehmer. Etwa 400 Menschen fanden sich vorab zu einem interreligiösen Friedensgebet in der Rostocker Marienkirche ein. Zur Auftaktkundgebung auf dem Neuen Markt versammelten sich gegen 17 Uhr rund 6.500 Menschen. Nach einem Demonstrationszug durch die August-Bebel-Straße, Am Vögenteich und die Lange Straße kamen die Teilnehmer zur Abschlusskundgebung erneut vor dem Rostocker Rathaus zusammen. Bereits vor zehn Tagen gingen rund 2.500 Rostocker auf die Straße. Anlass für die bundesweiten Proteste ist u.a. das vom Recherche-Netzwerk Correctiv aufgedeckte Treffen zum „Masterplan Remigration“.
25. Januar 2024 | Weiterlesen
Bauern-Proteste am 26. Januar 2024 in und um Rostock
Zusätzlich zum Bahnstreik der GDL muss morgen auch auf den Straßen in und um Rostock wieder mit erheblichen Verkehrseinschränkungen gerechnet werden. Der Bauernverband Güstrow e.V. hat zu einer Sternfahrt nach und durch Rostock aufgerufen. Insgesamt vier Konvois aus Traktoren und Lastkraftwagen werden am Freitag, dem 26. Januar 2024, in der Hanse- und Universitätsstadt unterwegs sein. Traktorkonvois nach und durch Rostock Gleich vier Autokorsos mit jeweils ca. 200 Traktoren/LKW hat der Bauernverband Güstrow für morgen zwischen 7 und 15 Uhr angemeldet. Sie kommen aus Reddelich, Bützow, Teterow sowie Sanitz und fahren auf unterschiedlichen Strecken nach und durch Rostock sowie im Anschluss wieder zum Ausgangsort zurück. Der erste Konvoi startet in Reddelich, westlich von Bad Doberan, und kommt über die B105 nach Rostock. Der weitere Streckenverlauf ist wie folgt geplant: Hamburger Straße – Lübecker Straße – Warnowufer – Am Strande – Am Kanonsberg – Beim Grünen Tor – Schröderplatz – Am Vögenteich – Arnold-Bernhard-Straße – Saarplatz – Hundertmännerstraße – Bei der Tweel – Erich-Schlesinger-Straße – Südring – Satower Straße – Rennbahnallee – Barnstorfer Ring – B103. Über das Schutower Kreuz und die B105 führt der Weg zurück nach Reddelich. Aus Bützow/Schwaan kommend fährt der zweite Autokorso über die L132 nach Rostock. In der Stadt ist folgende Route vorgesehen: Nobelstraße – Südring – Erich-Schlesinger-Straße – Bei der Tweel – Hundertmännerstraße – Saarplatz – Arnold-Bernhard-Straße – August-Bebel-Straße – Ernst-Barlach-Straße – Mühlendamm – Neubrandenburger Straße. Der dritte Traktorenkonvoi fährt aus Teterow über die L38 nach Rostock und auf der Strecke Neubrandenburger Straße – Mühlendamm – Warnowstraße – Rövershäger Chaussee – Verbindungsweg – Tessiner Straße – Neubrandenburger Straße durch die Stadt. Über die B110 fährt der vierte Autokorso aus Sanitz kommend nach in Rostock. Die geplante Route in der Stadt lautet: Tessiner Straße – Mühlendamm – Ernst-Barlach-Straße – August-Bebel-Straße – Am Vögenteich – Schröderplatz – Beim Grünen Tor – Am Kanonsberg – Am Strande – Rövershäger Chaussee – Verbindungsweg – Tessiner Straße und über die B110 wieder zurück nach Sanitz. Zusätzliche Einschränkungen gibt es durch die Baustelle an der Goetheplatzbrücke sowie die voraussichtlich noch bis Samstag gesperrte Brücke im Verlauf des Schmarler Damms. Diese wirkt sich vor allem im Berufsverkehr auch in der Hamburger Straße stadteinwärts vor der Einmündung zur Max-Eyth-Straße aus. Aktuelle Informationen der Polizei Über das aktuelle Versammlungsgeschehen und damit einhergehende Verkehrsbehinderungen informiert die @Polizei_Rostock auf X (ehemals Twitter) unter dem Hashtag #HRO2601. Die aktuelle Verkehrssituation auf den Hauptstraßen ist in Echtzeit verfügbar unter: http://www.verkehrslage-mv.de/vlz.html
25. Januar 2024 | Weiterlesen
Erste sanierte 6N1-Straßenbahn zurück in Rostock
Heute, am 23. Januar 2024, war es endlich soweit: Die erste frisch sanierte Straßenbahn des Typs 6N1 kam per Tieflader aus Leipzig, wurde erfolgreich abgeladen und steht nun wieder in der heimischen RSAG-Werkstatt. In den nächsten Wochen erfolgen in der Rostocker Werkstatt noch die letzten Inbetriebnahmearbeiten und die Schulung der Fahrbediensteten und Werkstattmitarbeitenden. Im kommenden Frühjahr wird die erste neu sanierte Bahn dann im regulären Liniendienst unterwegs sein. Bei der Bahn mit der Nummer 678 handelt es sich um einen der beiden Prototypen, an denen der genaue Instandsetzungsbedarf vor allem an der Karosserie ermittelt wurde. Ein Jahr Sanierungszeit war dafür ursprünglich angedacht. Aber aufgrund von zwischenzeitlichen Engpässen bei der Lieferung von elektronischen Baugruppen und anderen Bauteilen verzögerte sich die Auslieferung. Die Arbeiten zur Ertüchtigung des 30 Jahre alten Fahrzeugs für weitere 10 Einsatzjahre erwiesen sich als umfangreich und handwerklich anspruchsvoll. Parallel arbeitet die Leipziger IFTEC an der Sanierung der nächsten Bahnen: Bereits Mitte Januar 2024 wurde die dritte Bahn nach Leipzig überführt. Hintergrund: Die Leipziger IFTEC GmbH & Co KG saniert im Auftrag der Rostocker Straßenbahn AG insgesamt 10 Bahnen des Typs 6N1, die aus den Jahren 1994 bis 1996 stammen und nun für weitere zehn Betriebsjahre fit gemacht werden. Für Fans und alle Interessierten lohnt ein Blick in den RSAG-Straßenbahn-Blog: https://blog.rsag-online.de. Quelle & Foto: Rostocker Straßenbahn AG
23. Januar 2024 | Weiterlesen
GDL-Streik bei der Deutschen Bahn vom 24. bis 29. Januar 2024
Der Bahnstreik im Personenverkehr soll bereits am Montagmorgen um 2 Uhr enden statt wie ursprünglich geplant um 18 Uhr. Der Notfahrplan gilt bis Sonntag, 28. Januar. Am Montag, dem 29. Januar, kann es noch zu Beeinträchtigungen kommen, so die Bahn. GDL und Bahn wollen weiterverhandeln, bis zum 3. März 2024 soll eine Friedenspflicht gelten. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat ihre Mitglieder bei der Deutschen Bahn AG, inklusive der Infrastruktur, und der City Bahn Chemnitz erneut dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Im Personenverkehr soll der flächendeckende Bahnstreik am Mittwoch, dem 24. Januar, um 2 Uhr beginnen und bis Montag, den 29. Januar, um 18 Uhr andauern. Einschränkungen im Fern- und Regionalverkehr sowie bei den S-Bahnen Die Deutsche Bahn (DB) bereitet einen Notfahrplan vor, die Anzahl der Fahrten wird jedoch deutlich reduziert. „Bitte sehen Sie von nicht notwendigen Reisen während des GDL-Streiks ab und verschieben Sie Ihre Reise auf einen anderen Zeitpunkt“, rät das Unternehmen. Im DB-Regionalverkehr wird in Mecklenburg-Vorpommern ein stark reduziertes Angebot gefahren. Die DB Regio Nordost bedient u.a. den Hanse-Express RE1 zwischen Rostock, Schwerin und Hamburg. Hier „können voraussichtlich einzelne Züge fahren“, so die Bahn. Dies gilt auch für den RE5 zwischen Rostock bzw. Neustrelitz und Oranienburg bzw. Berlin Hauptbahnhof. Auch die Rostocker S-Bahn wird vom Streik betroffen sein. Zwischen Warnemünde und Rostock (S1) sowie auf der Strecke Rostock – Laage – Güstrow (S3) wird der Verkehr ersatzlos eingestellt. Über Schwaan (S2) soll es einzelne Busse als Schienenersatzverkehr geben. ODEG und RSAG: Busse, Straßenbahnen sowie RE9, RE10, RB11 und RB12 sollen fahren Die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG) ist nicht direkt vom Streik betroffen, hier sollen die Züge rollen. Von Rostock aus gilt dies für die beiden Regional-Express-Verbindungen RE9 (Rostock – Stralsund – Binz/Sassnitz) sowie RE10 (Rostock – Stralsund – Pasewalk). Es kann jedoch zu Störungen im Betriebsablauf kommen, da die Infrastruktur der DB InfraGO AG genutzt wird, so die ODEG. Auf den Strecken Tessin – Rostock – Wismar (RB11) und Rostock – Rövershagen – Graal-Müritz (RB12) sollen die Züge ebenfalls fahren. Diese Verbindungen betreibt die RSAG als Subunternehmer der DB Regio AG mit eigenen Tarifverträgen. Nicht vom Streik betroffen sind Busse, Straßenbahnen und Fähren im Verkehrsverbund Warnow (VVW). Die Auslastung dürfte an den Streiktagen jedoch deutlich steigen. Bahn bittet Fahrgäste, Reisen nach Möglichkeit zu verschieben und gewährt Kulanz Fahrgäste, die ihre zwischen dem 24. und 29. Januar geplante Reise aufgrund des Streiks verschieben möchten, können ihr Ticket zu einem späteren Zeitpunkt nutzen. Die Zugbindung ist aufgehoben. Die Fahrkarte gilt für die Fahrt zum ursprünglichen Zielort – auch mit einer geänderten Streckenführung. Sitzplatzreservierungen können kostenfrei storniert werden. Reisen können auf den 22./23. Januar vorverlegt werden. Tarifstreit um 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich Beim Tarifstreit zwischen Bahn und Lokführergewerkschaft geht es um mehr Geld und die Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 38 auf 35 Stunden. Die Bahn bietet in ihrem neuesten Angebot zwar eine Reduzierung der Arbeitszeit auf 37 Stunden ab 2026 an, jedoch unter dem Vorbehalt, dass es ausreichend Personal gibt, und nur für Lokführer und Zugbegleiter – die GDL fordert dies für alle Schichtarbeiter, etwa Fahrdienstleiter. Beim Entgelt hat die Bahn zuletzt 4,8 Prozent zum 1. August 2024 sowie 5,0 Prozent zum 1. April 2025 angeboten. Wer auf die Reduzierung der Arbeitszeit verzichtet, soll ab dem 1. Januar 2026 weitere 2,7 Prozent mehr Entgelt erhalten. Die GDL kritisiert die Werte als zu gering und die Laufzeit von 32 Monaten als zu lang. Weitere Informationen zum Streik Fahrplanauskunft unter bahn.de kostenlose Sonderhotline unter 08000 99 66 33
22. Januar 2024 | Weiterlesen
Erneut Rekordumschlag 2023 im Überseehafen
Im Überseehafen Rostock wurden erstmals in seiner über 60jährigen Geschichte 30,9 Millionen Tonnen Fracht in einem Jahr umgeschlagen. Das entspricht einem Plus von 6,5 Prozent bzw. 1,9 Millionen Tonnen im Vergleich zum letzten Umschlagrekord aus dem Jahr 2022. Nach Auskunft des Rostocker Hafen- und Seemannsamtes wurden in den anderen Rostocker Häfen wie dem Fracht- und Fischereihafen sowie Chemiehafen im Jahr 2023 weitere 1,3 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Somit gingen in der Hafenstadt Rostock im Jahr 2023 insgesamt 32,2 Millionen Tonnen über die Kaikanten. „Wir sind angesichts des wirtschaftlichen Umfeldes mit dem Gesamtergebnis 2023 zufrieden, bestätigt es doch die Leistungsfähigkeit aller im größten Universalhafen an der deutschen Ostseeküste tätigen Unternehmen und Behörden. Trotz konjunkturbedingter Rückgänge bei Fähr-/RoRo- und erntebedingter Rückgänge bei Getreide konnte der Überseehafen vor allem durch den enormen Zuwachs beim Flüssiggutumschlag erneut ein Rekordergebnis einfahren“, resümiert Rostock Port-Geschäftsführer Dr. Gernot Tesch. „Besonders erfreulich ist der starke Zuwachs im wertschöpfungsintensiven Stückgutumschlag, bei der Trajektion von Eisenbahnwaggons sowie die positive Entwicklung im neuen Umschlagsegment Automobile.“ „2023 konnten mit insgesamt knapp drei Millionen Passagieren auf den Fähren und Kreuzfahrtschiffen im Überseehafen und Warnemünde rund 200.000 Reisende mehr begrüßt werden als im Vorjahr“, sagt Jens A. Scharner, Geschäftsführer der Rostock Port GmbH. „Mit 2,54 Millionen Passagieren auf den drei Fährverbindungen von Scandlines, Stena Line und TT-Line nach Dänemark und Schweden gab es ein Plus von 40.000 bzw. 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Kreuzfahrthafen Warnemünde gingen 419.000 Seereisende (2022: 294.000) bei 130 Schiffsanläufen (2022: 139) von 30 Kreuzfahrtschiffen (2022: 30) an und von Bord. An 103 von 365 Tagen des Jahres 2023 legten Kreuzfahrtschiffe von 22 nationalen und internationalen Reedereien im Warnemünder Hafen an.“ Im Jahr 2023 wurden 20 Millionen Euro in die Infrastruktur des Überseehafens investiert. In diesem Jahr plant Rostock Port Investitionen von über 50 Millionen Euro in die Infrastruktur und Beteiligungen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Hafens. Umschlagergebnisse im Überseehafen Insgesamt gab es im Überseehafen Rostock im vergangenen Jahr 7.461 Anläufe von Fähr- und RoRo-, Tank-, Fracht- und Kreuzfahrtschiffen (2022: 7.800). Davon entfielen 5.657 Anläufe auf Fähr- und RoRo-Schiffe (2022: 5.958). Der Schüttgutumschlag lag mit insgesamt 5,7 Millionen Tonnen 20 Prozent unter dem sehr guten Vorjahr. Einbußen gab es beim Umschlag von Getreide, Kohle und Baustoffen. Mit einem Jahresergebnis von 2,6 Millionen Tonnen bleibt Getreide die dominierende Schüttgutart im Überseehafen. Der Umschlag von Flüssiggütern stieg um 4,4 Millionen Tonnen auf 7,9 Millionen Tonnen und damit auf mehr als das Doppelte an. Insgesamt 5,9 Millionen Tonnen Rohöl (+ 4,7 Millionen Tonnen) wurden von Tankern über den Rostocker Ölhafen in die Pipeline nach Schwedt für die PCK-Raffinerie zur Sicherung und als Beitrag der Versorgung Ostdeutschlands gepumpt. Mit 760.000 Tonnen lag der Umschlag von wertschöpfungsintensiven Stückgütern 132.000 Tonnen bzw. beeindruckende 21 Prozent über dem Vorjahr. Insbesondere die Verladung von Windkraftkomponenten, aber auch Krananlagen sowie Großrohren nahm im letzten Jahr zu. Der Umschlag von rollender Ladung, den Fähr- und RoRo-Gütern, ging konjunkturbedingt dagegen um 1,2 Millionen Tonnen bzw. um sieben Prozent auf 16,5 Millionen Tonnen zurück. Die Zahl der auf den Fähr- und RoRo-Verbindungen von und nach Nordeuropa beförderten Lkw-/Trailer-Einheiten nahm dementsprechend ab: von 579.000 im Jahr 2022 auf 516.000 im vergangenen Jahr, ein Minus von elf Prozent. Der Umschlag von Papier, Zellulose und Spanplatten sank leicht, von 378.000 Tonnen auf 362.000 Tonnen. Hingegen nahm der Fährreiseverkehr nach 2022 im vergangenen Jahr weiter zu. Die Anzahl der zwischen Nordeuropa und Rostock beförderten Pkw und Wohnmobile betrug 647.000, ein Plus von drei Prozent. Die Beförderung von Eisenbahnwaggons von und nach Trelleborg stieg deutlich von 18.100 im Jahr 2022 auf 26.800 im vergangenen Jahr. Auch der Im- und Export von Neufahrzeugen nahm insbesondere durch die Ansiedlung des Automobillogistikers Autolink zu, von knapp 13.000 auf mehr als 32.000 Fahrzeuge. Der Ansatz von Rostock Port, die Angebotspalette durch die Ansiedlung eines Hafenterminals für den Automobilumschlag auszuweiten, hat sich als stabilisierend für den Fähr- und RoRo-Verkehr erwiesen. Der Anteil rollender Fracht am Gesamtumschlag des Überseehafens Rostock betrug im vergangenen Jahr 53 Prozent. Er ist ein Indikator für das ausgewogene Geschäftsmodell und damit die Leistungsfähigkeit des Universalhafens. Nachfragedelle im kombinierten Ladungsverkehr Im Jahr 2023 gab es einen Rückgang im kombinierten Ladungsverkehr (KV). Der Terminalbetreiber Rostock Trimodal (RTM) schlug rund 115.000 Einheiten und damit zwölf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum um.„Nach vielen Wachstumsjahren ist der Rückgang auf das schwierige wirtschaftliche Umfeld, aber auch auf gestiegene Energie- und Trassenpreise zurückzuführen. Mittel- und langfristig sehen wir einen wachsenden Bedarf an Intermodallösungen und werden die Kapazitäten im Hafen entsprechend weiter ausbauen“, so Dr. Gernot Tesch. Derzeit läuft zum Beispiel ein Projekt, die bestehende Verbindung Bettembourg-Rostock-Le Balou/Barcelona (CFL Multimodal / Stena Line) über Trelleborg-Eskilstuna-Umeå Richtung Nordschweden und weiter mit Wasa Line nach Finnland (Vaasa) zu erweitern. Damit wird für kranbare und nicht kranbare Ladeeinheiten ein umweltfreundliches Transportangebot zwischen Spanien und Nordschweden/Finnland geschaffen, mit dem bis zu 4,5 Tonnen Kohlendioxid pro Ladeeinheit im Vergleich zu Transporten mit Lkw eingespart werden können. Derzeit verkehren wöchentlich 45 Kombiverkehrszüge von und nach Verona (19) in Italien, Bratislava (6) in der Slowakei, Oradea (2) in Rumänien, Dresden (6), Herne (7) und Halle (1) in Deutschland sowie Bettembourg (4) in Luxemburg. Projekte und Investitionen der Jahre 2023 und 2024 Neubau der Liegeplätze 31 und 32 Der Ersatzneubau der zwei ältesten Liegeplätze im Überseehafen Rostock – 31 und 32 – wurde im April 2022 offiziell gestartet. Die Rostock Port GmbH ist Bauherrin des rund 22 Millionen teuren Hafeninfrastrukturprojektes, das bis zum April 2024 abgeschlossen werden soll. Die 62 und 58 Jahre alten Liegeplätze auf der Ostseite von Pier II im Hafenbecken B werden auf einer Gesamtlänge von 400 Metern, einer Breite von 18 Metern und für eine Wassertiefe von 12,50 Meter neu gebaut. Die Kaianlage wird für eine Flächenbelastbarkeit von fünf Tonnen pro Quadratmeter ausgelegt und auf der gesamten Länge mit neuen Kranbahnschienen ausgerüstet, die eine Last von 30 Tonnen pro Meter aufnehmen können. Die Liegeplätze 31 und 32 werden als Multifunktionsliegeplätze für den Umschlag sowohl von Projektladungen als auch Stück- und Schüttgütern gebaut. Nach Abschluss dieses Bauprojekts ist geplant, die ebenso in die Jahre gekommenen Liegeplätze 33 und 34 in derselben Qualität neu zu errichten. Neubau der Ost-West-Straße Als Bestandteil des Fördervorhabens zur Verkehrsertüchtigung zweiter Abschnitt wurde im Frühjahr 2022 mit dem Neubau eines etwa 500 Meter langen Abschnitts der viel befahrenen Ost-West-Straße im Überseehafen begonnen. Der Straßenkörper war durch die intensive Nutzung völlig verschlissen. In die umfangreichen Straßen- und Tiefbaumaßnahmen wurden Baumaßnahmen öffentlicher Leitungsträger integriert und parallel durchgeführt. Dazu zählten die Neuverlegung von Trinkwasser- und Fernwärmeleitungen. Eine Besonderheit war die Verlegung eines großen Entwässerungskanals im Straßenkörper und unter zwei Bahnübergänge. Der Kanal wurde bis an die Querkai von Liegeplatz 30 im Hafenbecken B geführt, um Flächen südlich der Ost-West-Straße für eine Nutzung durch eine entsprechend dimensionierte Vorflut erschließen zu können. Die Baumaßnahme wurde bis Ende 2023 im Wesentlichen abgeschlossen. Eine besondere Herausforderung des Vorhabens war die Verkehrslenkung und Umleitung, um insbesondere die betriebsinternen Verkehre nicht unterbrechen zu müssen. Neubau Tiefenwasserliegeplatz 5 im Ölhafen Im Juni 2022 wurde der Auftrag zur Planung eines Tiefenwasserliegeplatzes im östlichen Bereich des bestehenden Ölhafens erteilt. Auf Basis qualifizierter und beschleunigter Planungen soll eine Genehmigung zum Bau erreicht werden, um Liegeplatz 5 für alle zukünftigen Energieimporte zu ertüchtigen und über den Standort Rostock ausreichende Mengen an erneuerbarer Energie zur Verfügung zu stellen. Ein Genehmigungsverfahren wird in diesem Jahr eingeleitet, um mit der Baumaßnahme im Jahr 2025 beginnen zu können. Die geschätzte Bauzeit beläuft sich auf rund zwei Jahre. Neubau zweier Bürogebäude Im Frühjahr 2023 startete Rostock Port mit den Ausschreibungen zum Neubau von zwei neuen Bürokomplexen an der Ost-West-Straße. Die Baumaßnahmen sollen bis Ende 2025 abgeschlossen werden. Rostock Port investiert mehrere Millionen Euro, um Hafenunternehmen und –behörden moderne und nachhaltige Büroimmobilien zu schaffen und Standorte im Hafenareal zu konzentrieren. Ersatzneubau einer Straßenbrücke im Großtanklager Im Jahr 2022 begann Rostock Port mit dem Ersatzneubau einer Straßenbrücke im Rostocker Großtanklager. Die Brücke auf dem Betriebsgelände des Großtanklagers im Überseehafen Rostock führt über eine Rohrleitungstrasse auf die Straße „Zum Tanklager“. Aufgrund zahlreicher konstruktiver Mängel, der unzureichenden Platzverhältnisse unter dem Überbau und der eingeschränkten Tragfähigkeit wurde ein Ersatzneubau der Brücke notwendig. Die neue Brücke entstand südlich neben dem Bestandsbauwerk. Die geplante Bauzeit betrug anderthalb Jahre und endete mit dem Abbruch der alten Brücke im vergangenen Jahr. Die Baukosten betrugen knapp eine Million Euro. Gleisverlängerung auf dem KV-Terminal Neben dem noch in diesem Jahr erwarteten Abschluss der laufenden Planungen zur Erweiterung des bestehenden KV-Terminals auf 680 Meter Gleislänge im Jahr 2025 sind weitere Ausbaumaßnahmen im Hafen geplant, um die zukünftigen Anforderungen im Bahn-/Landumschlag bewältigen zu können. „Rostock ist zuversichtlich, durch seine überdurchschnittlich gute Ausstattung mit Eisenbahninfrastruktur, aber auch durch gezielte Kapazitätserweiterungsmaßnahmen in Verbindung mit den laufenden Investitionen von InfraGo (DB Netz) am Aufbau grüner Transportketten und zur Verkehrsverlagerung beitragen zu können. Die Jahre 2024 und 2025 werden erst einmal voll im Zeichen der dringend notwendigen Gleisverlängerung bei Rostock Trimodal stehen. Noch im Dezember 2023 konnten wir am Terminaleingang ein digitales Erfassungssystem für KV-Einheiten errichten und ein Betriebsleitsystem für eine verbesserte operative Abwicklung auf dem Terminal installieren“, erläutert Dr. Gernot Tesch. Sanierung der Bahnanlagen für Liegeplatz 64 auf dem Fährterminal In Abstimmung mit der DB hat Rostock Port mit der Sanierung von Bahn- und Weichenanlagen auf dem Fähr- und RoRo-Terminal begonnen. Im Rahmen des Förderprogramms „Rail-IT-MoS“ ist die Umsetzung in vier Bauabschnitten bis Ende 2025 geplant. Neben den Investitionen im öffentlichen Bahnbereich sollen auch Fähr- und RoRo-Flächen optimiert werden. Die Gesamtsumme der Investition beläuft sich auf rund sieben Millionen Euro. Bebauungsplan für Fläche zwischen Öl- und Chemiehafen Mit einer Fläche von 27 Hektar zwischen Öl- und Chemiehafen steht im aktuellen Sondergebiet Hafen eine der letzten größeren, zusammenhängenden Flächen für die Hafennutzung zur Verfügung. Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock bereitet zusammen mit Rostock Port die Aufstellung eines angebotsorientierten Bebauungsplanes vor. Flächenvorsorge für Hafenentwicklung Die hohe Nachfrage nach Flächen in Kaikantennähe übersteigt das Angebot. Für die letzten größeren Flächen im Sondergebiet Hafen sind derzeit Bebauungspläne in Vorbereitung bzw. es finden Untersuchungen zur künftigen möglichen Nutzung statt. Die erfreulichen bisherigen Ansiedlungen und Ausbauvorhaben zahlreicher im Hafen etablierter Unternehmen konnte bis jetzt nur wegen der Verfügbarkeit von Flächen aus Flächenvorsorgebemühungen früherer Jahre realisiert werden. Daher ist eine Intensivierung der Bereitstellung von hafenaffinen Flächen geboten, gerade auch mit Blick auf die vielfältigen Chancen der Energiewende. Die Flächenvorsorge zur langfristigen Hafenentwicklung muss intensiviert werden. Stadt- und Regionalplanung gestalten den Prozess der Neuaufstellung der vorbereitenden kommunalen Bauleitplanung – „Flächennutzungsplan“ bzw. Neuaufstellung „Zukunftsplan“ der Hanse- und Universitätsstadt Rostock – sowie der Regionalplanung. „Rostock Port erarbeitete mit vorgenannten Partnern, der IHK zu Rostock und der Wirtschaftsfördergesellschaft Rostock Business eine Kommunikationsstrategie, die in verschiedenen Gremien der Stadt sowie dem Hafenforum vorgestellt und deren Inhalte in den kommenden Jahren umgesetzt werden sollen“, so Jens A. Scharner. Energiehafen Rostock: Wasserstoffproduktionsprojekt und Import grüner Energieträger Um den Überseehafen als Drehscheibe für grüne Energien zu etablieren, arbeitet Rostock Port gemeinsam mit Partnern weiterhin an einer Vielzahl von Projekten. Für die Umsetzung des Energiehafenkonzeptes, das den Import grüner Energieträger wie auch die Herstellung von grünem Wasserstoff in den Mittelpunkt rückt, sind beste Voraussetzungen gegeben. Rostock Port veröffentlicht Nachhaltigkeitsbericht Die Rostock Port GmbH hat ihren zweiten Nachhaltigkeitsbericht für die Geschäftsjahre 2020 bis 2022 veröffentlicht. Darin wird unter anderem beschrieben, wie ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte in die Unternehmensführung integriert werden und diese beeinflussen. Insbesondere bei den ökologischen Fragestellungen gibt es eine Differenzierung der Aufgaben und Tätigkeiten von Rostock Port als Infrastruktur- und Hafenbetreiber und dem in der Öffentlichkeit häufig als Gesamtstandort wahrgenommenen Hafen mit einer Vielzahl unterschiedlicher Unternehmen. Rostock Port orientiert sich bei der Berichterstellung an der sogenannten Global Reporting Initiative. Nachhaltiges Wirtschaften ist eine zwingende Voraussetzung, um auch in den kommenden Jahrzehnten wettbewerbsfähig zu bleiben und Transformationsprozesse aktiv zu gestalten. Nachhaltigkeitsbericht_ROSTOCK_PORT_2023.pdf (rostock-port.de) Kreuzschifffahrt Mit dem Anlauf von AIDAmar am 14. April beginnt die Warnemünder Kreuzfahrtsaison 2024. Für dieses Jahr wurden von 21 Kreuzfahrtreedereien 146 Anläufe von 35 Kreuzfahrtschiffen angemeldet. Die Rostocker Reederei AIDA Cruises beispielsweise wird mit AIDAdiva und AIDAmar 69 Reisewechselanläufe in ihrem Basishafen Warnemünde absolvieren. In dieser Saison laufen acht Kreuzfahrtschiffe erstmals die Warnowmündung an: Ocean Albatros am 5. Mai, Brilliant Lady am 24. Mai, Viking Neptune am 31. Mai, Coral Princess am 12. Juni, Carribean Princess am 4. Juli, Mein Schiff 7 am 15. August, Azamara Onward am 27. August und Sirena am 17. September 2024. Vom 20. bis 22. September 2024 plant die Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde gemeinsam mit Reedereien, maritimen und touristischen Unternehmen, dem Kreuzfahrtnetzwerk „MV Cruise Net“ sowie Rostock Port eine Neuauflage des erstmals im Jahr 2018 ausgerichteten „Rostock Cruise Festivals“ in Warnemünde. Neben einer Fachkonferenz soll es von Freitag bis Sonntag ein buntes und informatives Programm rund um die Kreuzschifffahrt geben. Erwartet werden an den drei Tagen Schiffsanläufe von Mein Schiff 7, Norwegian Dawn, Sirena, AIDAdiva und AIDAmar. Die Kreuzfahrtsaison 2024 endet voraussichtlich am 18. Dezember mit dem Anlauf von Amadea der deutschen Reederei Phönix Reisen. Statistik Überseehafen Rostock 2022 (t) 2023 (t) Entwicklung Anteil Fähr- & RoRo-Güter 17.700.000 16.500.000 -7% 53% Schüttgüter 7.200.000 5.690.000 -21% 18% Flüssiggüter 3.450.000 7.930.000 +130% 26% Stückgüter 625.000 758.000 +21% 3% Total 28.975.000 30.878.000 +6,6% 100% Quelle: Rostock Port GmbH
19. Januar 2024 | Weiterlesen
Verkehrseinschränkungen durch Proteste am 22. Januar 2024
Am Montag, dem 22. Januar 2024, muss in Rostock vor allem im morgendlichen Berufsverkehr erneut mit erheblichen Verkehrseinschränkungen gerechnet werden, wie das Stadtamt der Hanse- und Universitätsstadt als untere Versammlungsbehörde mitteilt. Hintergrund sind mehrere angemeldete Versammlungen, darunter drei Autokorsos, die am Morgen aus dem Landkreis nach Rostock und im Tagesverlauf zweimal durch die Stadt fahren sollen. Autokorsos nach und durch Rostock Angemeldet wurden die Fahrzeugkonvois von der privaten Initiative „Unternehmeraufstand MV“, die nichts mit den Unternehmensverbänden des Landes zu tun hat. Ziel ist die Haedgehalbinsel im Rostocker Stadthafen. Im Osten der Stadt sind die Neubrandenburger Straße, die Tessiner Straße, der Verbindungsweg, die Rövershäger Chaussee sowie die Straße Am Strande betroffen. Ein weiterer Autokorso fährt über die B105 aus Richtungen Westen/Bad Doberan nach Rostock. Er fährt über die Route Hamburger Straße – Lübecker Straße – Warnowufer – Am Strande ebenfalls zur Haedgehalbinsel. Von hier aus sollen die Fahrzeuge gegen 8 und 12 Uhr zweimal durch Rostock fahren. Der Streckenverlauf sieht wie folgt aus: Am Strande – Warnowufer – Lübecker Straße – Hamburger Straße – An der Stadtautobahn (B103/B105) – Warnowallee – St.-Petersburger-Straße – Bertolt-Brecht-Straße – An der Stadtautobahn (B103/B105) – Barnstorfer Ring – Rennbahnallee – Satower Straße – Parkstraße – Saarplatz – Arnold-Bernhard-Straße – August-Bebel-Straße – Ernst-Barlach-Straße – Mühlendamm – Tessiner Straße – Verbindungsweg – Rövershäger Chaussee – Am Strande – Stadthafen – Haedgehalbinsel. Versammlungen im Großraum Überseehafen Der Verein „Land schafft Verbindung M-V“ hat für Montag zwischen 6 und 12 Uhr eine Kundgebung im Umfeld des Rostocker Überseehafens angekündigt. Hier muss auf den Straßen „Am Heidenholt“ sowie „Zum Südtor“ mit Verkehrseinschränkungen gerechnet werden. Die beantragten Abfahrten (A19 Rostock Hafen sowie Südtor/Petersdorfer Straße) sind lt. dem beschiedenen Streckenverlauf der Versammlungsbehörde voraussichtlich nicht betroffen. Aktuelle Informationen der Polizei Die Polizei informiert auf X (ehemals Twitter) über das aktuelle Versammlungsgeschehen auf ihrem Profil @Polizei_Rostock unter dem Hashtag #HRO2201.
19. Januar 2024 | Weiterlesen
Integriertes Notfallzentrum am Südstadt-Klinikum eröffnet
Nach rund zwei Jahren Bauzeit wurde heute gemeinsam mit Gesundheitsministerin Stefanie Drese, Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger und dem Senator für Finanzen, Digitalisierung und Ordnung, Dr. Chris von Wrycz Rekowski, sowie mit Rostocks Kreisstellenleiter der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), Torsten Lange, und dem KV-Verwaltungsdirektor Axel Rambow der Um- und Neubau der Zentralen Notaufnahme, das neue Integrierte Notfallzentrum (INZ) am Klinikum Südstadt Rostock eröffnet. Damit geht auch der erste „gemeinsame Tresen“ mit der KVMV in Betrieb. Die Bauarbeiten an der Rettungszufahrt sowie die Modernisierung der bisherigen Zentralen Notaufnahme sollen bis zum Spätsommer abgeschlossen werden. Das Integrierte Notfallzentrum wird von dem neuen Chefarzt Dr. Jan-Arne Lauffs (44) geleitet. Die Erweiterung der Zentralen Notaufnahme ist aufgrund der steigenden Patientenzahlen in der Region Rostock eines der wichtigsten Neubauprojekte am Klinikum Südstadt. Zugleich entstand mit dem Neubau im nordöstlichen Bereich des Haupthauses im Untergeschoss eine neue Zentralküche. Diese beiden Neubauvorhaben mit Gesamtkosten in Höhe von ca. 20,5 Millionen Euro werden mit 11,5 Mio. Euro vom Gesundheitsministerium MV gefördert und mit neun Mio. Euro aus Eigenmitteln des Klinikums finanziert. Schneller, effektiver und maritim „Das Klinikum Südstadt Rostock ist der Zeit voraus und setzt die vom Bund geplante Reform der Notfallversorgung in einem maßgeblichen Bereich bereits um“, konstatierte Gesundheitsministerin Stefanie Drese. „Mit der Eröffnung des modernen Integrierten Notfallzentrums kann künftig besser zwischen leichteren und schwereren Notfällen unterschieden werden und erfolgt eine bessere fachliche Zusammenarbeit. Davon profitieren sowohl die Patientinnen und Patienten als auch das Klinikum. Dieses Vorzeigeprojekt haben wir voller Überzeugung mit Landesmitteln massiv unterstützt.“ So wird künftig hinter dem zentralen Aufnahmetresen neben der klinischen Notaufnahme auch ein ambulanter Bereitschaftsdienst der Kreisstelle Rostock der KVMV unterhalten, so dass Patienten der für ihr Erkrankungs- oder Verletzungsbild optimalen Notfallversorgung zugeführt werden können. Darüber hinaus wurden im Rahmen des Anbaus und der Neuausstattung zahlreiche Verbesserungen für eine effektivere Notfallversorgung für die Hanse- und Universitätsstadt und die Region Rostock umgesetzt. Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger bedankte sich bei allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit. „Während des Baus hat unser Klinikteam mit der Unimedizin die Notfallversorgung in der Region Rostock sichergestellt. Außerdem haben die Kolleginnen und Kollegen im Klinikum von Anfang an die Erweiterung mitgestaltet. Der enorme Kraftaufwand wird sich für die Menschen in und um Rostock auszahlen, da die Notfallversorgung nun noch besser aufgestellt ist.“ Für das freundliche Ambiente ist einmal mehr die Berliner Atelier Gebel GmbH verantwortlich, die ihre Wurzeln in Rostock hat. Im Vorjahr hatte das Atelier Gebel mit ihrer Seepferdchenfamilie für viel Aufmerksamkeit bei der Gestaltung der modernisierten Geburtenstationen gesorgt. Es bleibt maritim; so sind die einzelnen Bereiche unter anderem mit Begriffen wie Dock, Kai, Pier und Bord gekennzeichnet. Eine Notaufnahme für alle Der Ärztliche Direktor am Klinikum Südstadt Rostock, Professor Jan P. Roesner, dankte der Gesundheitsministerin und ihrem Haus für die Unterstützung des wichtigen Erweiterungsprojektes. „Gemeinsam schaffen wir Neues und setzen innovative und bedarfsgerechte Maßstäbe. Zwei auch von außen begehbare und als Isolierzimmer geeignete Behandlungszimmer können bei Infektionsgefahr genutzt werden. Im Kern der Notfallaufnahme befinden sich zwei große und separat nutzbare Schockräume mit dazwischenliegendem CT-Raum, der den sonst üblichen Transport mit Zeitverzug in die Radiologie überflüssig macht. Der Kassenärztliche Bereitschaftsdienst und das klinische Team des Notfallzentrums arbeiten bereits ab der Aufnahme von Notfallpatienten inklusive einer abgestimmten Triage eng zusammen. Das wird unsere klinische Notfallversorgung trotz der insgesamt steigenden Notfallzahlen deutlich entlasten.“ Auch die Ärztinnen und Ärzte des Bereiches Rostock der KVMV freuen sich, endlich in modernen Räumen die optimale Versorgung der Patienten sicherstellen zu dürfen. „Die Wartezeit von zehn Jahren als Provisorium am Klinikum Südstadt hat sich gelohnt. Jetzt finden auch Sprechstunde und Fahrdienst enger zusammen“, so der Diplommediziner Torsten Lange von der KV Rostock. Gleichzeitig werde der gemeinsame Tresen mit der Notaufnahme viele Probleme der Versorgung im Notfall besser lösen können. „Wartezeiten können dadurch sicher verkürzt werden.“ Der KV-Kreisstellenleiter bedankte sich für die jahrelange gute Zusammenarbeit mit dem Klinikum und hofft, diese jetzt noch intensiver fortsetzen zu können. Das INZ umfasst nach der Modernisierung auch des alten Teils des Notfallzentrums insgesamt 29 Untersuchungs- und Behandlungsplätze, zwei Untersuchungsräume für die Kassenärztliche Notfallambulanz, Warteräume mit WLAN und Automaten für Getränke und Snacks sowie USB-Ladestationen. Über ein Bildschirmmonitoring kann die Wartezeit abgeschätzt werden. Künftig laufen alle Notfälle über das INZ, auch die gynäkologischen Patientinnen. Eine neue Rohrpostanlage verbindet das Notfallzentrum mit dem Labor. Auch hier wird Zeit eingespart. Nach der Zusammenführung der bisherigen 775 Quadratmeter großen Notaufnahme mit dem Erweiterungsbau mit 565 Quadratmetern stehen insgesamt 1.340 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Ein Kieler übernimmt das Ruder Insgesamt soll mit der Eröffnung die fachliche Zusammenarbeit mit den beteiligten Kliniken des Klinikums Südstadt Rostock im INZ intensiviert und verbessert werden. Darüber hinaus können die Wartezeiten auf die Notfallversorgung sowie die durchlaufenden Behandlungszeiten von Patienten im INZ durch die Optimierung von Diagnostik und Behandlungsabläufen verkürzt werden. Personell wird das neue Integrierte Notfallzentrum mit einem Kernteam als ständige Besetzung belegt, das von Ärzten und nichtärztlichem Personal anderer Kliniken und Bereiche des Klinikums Südstadt Rostock bedarfsgerecht unterstützt wird. In organisatorischer Hinsicht wurde die vormals der Klinik für Innere Medizin IV als Teilbereich zugeordnete zentrale Notaufnahme als eigenständiges, chefärztlich geführtes, Integriertes Notfallzentrum (INZ) neu aufgestellt. Seit dem 1. Januar 2024 ist Dr. Jan-Arne Lauffs der neue Chefarzt des INZ am Klinikum Südstadt Rostock. „Mir liegt die gute fachliche und kommunikative Kooperation sowie entsprechende Synergieeffekte von klinischer Notfallversorgung mit den Kolleginnen und Kolleginnen der kassenärztlichen Ambulanz und des Rettungsdienstes sehr am Herzen, aber auch die Geschlossenheit in unserem festen Notfallteam aus Fachpflegekräften, Ärztinnen und Ärzten“, so der 44-Jährige. Der gebürtige Kieler hat langjährige Erfahrung in der Leitung von großen Notaufnahmen in maximalversorgenden Kliniken. Nach seinem Studium an der Universität Rostock war er zehn Jahre am Universitätsklinikum Düsseldorf tätig, anschließend bis 2021 am Elbeklinikum Stade. 2021 wechselte er an die Universitätsmedizin Rostock, wo er als Ärztlicher Leiter das dortige neue Notfallzentrum maßgeblich mit aufgebaut und die Zentrale Notaufnahme sowie die Beobachtungs- und Aufnahmestation geführt hat. Dr. Jan-Arne Lauffs ist Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie sowie Intensiv- und Notfallmediziner. Hintergrund KVMV Die Kassenärztliche Vereinigung MV (KVMV) vertritt als Körperschaft öffentlichen Rechts die Interessen von rund 3.000 Vertragsärzten und -psychotherapeuten auf Landesebene. Gemeinsam mit den niedergelassenen, angestellten und ermächtigten Mitgliedern stellen diese eine qualitätsgesicherte, ambulante medizinische Versorgung in MV sicher. www.kvmv.de Quelle: Klinikum Südstadt Rostock, Foto: Joachim Kloock
18. Januar 2024 | Weiterlesen
2.500 Teilnehmer bei „Nie wieder“-Demo gegen Rechts
Deutlich mehr Teilnehmer als erwartet zählte heute Abend die von „Rostock nazifrei“ und dem Bündnis „Bunt statt braun“ organisierte Kundgebung „Nie wieder ist jetzt – kein Schulterschluss mit Faschisten!“. Anlass war u.a. das vom Recherche-Netzwerk Correctiv aufgedeckte Geheimtreffen zum „Masterplan Remigration“, an dem auch mehrere AfD-Politiker teilgenommen haben. Rund 2.500 Demonstranten folgten dem Aufruf, sodass die von der Versammlungsbehörde beschiedene Freifläche bei der Marienkirche nördlich des Neuen Marktes nicht für alle Teilnehmer ausreichte. Die Polizei bildete in der Mitte des Platzes eine Kette: Nördlich wurde gegen Rechts demonstriert, südlich – vor der Alten Post – fand die regelmäßige Montagsdemo der ‚Querdenker‘ statt. Die Post-Corona-Demo stand heute unter dem Motto „2024 – Wo steht Deutschland nach 2 Jahren Ampel-Politik? Was erwartet die Menschen in diesem Land?“ Etwas besser besucht als in vergangenen Wochen lockte jedoch auch der Schulterschluss mit dem AfD-Landesvorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Leif-Erik Holm als Redner nicht mehr als 350 Sympathisanten in die Innenstadt. Von der Nordseite wurde er mit Pfiffen und lauten Sprechchören „Ganz Rostock hasst die AfD“ begrüßt. Ein gezündeter Nebeltopf sowie eine Person, die Holm vom Rednerpodest ziehen wollte, ansonsten verliefen beide Versammlungen störungsfrei, erklärte die Polizei im Nachgang. Zu kurzzeitigen Störungen im Straßenbahn- und Kfz-Verkehr kam es lt. Polizei durch einen Aufzug von ca. 50 vermummten, dunkel gekleideten Personen in der August-Bebel-Straße sowie der Steinstraße.
15. Januar 2024 | Weiterlesen
Rathaus-Posse ums Neujahrsfeuer
Kontakte knüpfen, gesellig beisammen sein und nebenbei noch Öffentlichkeitsarbeit für den Nachwuchs der Freiwilligen Feuerwehr leisten – so sollte das 1. Schmarler Weihnachtsbaumfeuer heute Abend aussehen. Zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Groß Klein hatte der neue Stadtteilmanager in Schmarl Christoph Lenz die Veranstaltung geplant, doch plötzlich entwickelte sich alles anders als erwartet. Ankündigung für Weihnachtsbaumverbrennen auf X sorgt für Kritik Am Donnerstagmorgen postete die Rostocker Verwaltung auf X (ehem. Twitter) eine Ankündigung fürs Weihnachtsbaumfeuer. Die negativen Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. „Kartoffelige Wohlstandsverwahrlosung in einem Tweet“, kommentierte Moderator und Wetterexperte Jörg Kachelmann in seiner auf der Plattform bekannt-charmanten Art die Rathaus-Ankündigung. „Der Gesundheit der Menschen und dem Klima maximal in die Fresse hauen“, fand er klare Worte für das geplante Weihnachtsbaumfeuer und empfahl der Stadt: „Etwas weniger gesundheitsschädlicher wäre das 1. Schmarler Schwerölfeuer aus den Tankrest-Bodensätzen der Hafenschiffe“. Immer wieder weist Kachelmann auf die Klima- und Gesundheitsschäden durch den Feinstaub von Holz- und Pelletöfen hin. Kehrtwende 1: Weihnachtsbaum-Verbrennen in Rostock verboten Ob es an Kachelmann lag oder ein Verwaltungsmitarbeiter noch einmal in die Abfallsatzung geschaut hat: Kurz nach 11 Uhr kam gestern die Kehrtwende aus dem Rathaus: „Aus dem 1. Schmarler Weihnachtsbaumfeuer wird das 1. Schmarler KEINWeihnachtsbaumfeuer“, teilte die Verwaltung in einer Pressemitteilung mit. „In der Hanse- und Universitätsstadt Rostock dürfen kompostierbare Weihnachtsbäume nicht verbrannt werden“, so die Begründung. Stattdessen sollte es ein Lagerfeuer in einer Feuerschale und mit Stockbrot geben sowie – ökologisch und nachhaltig korrekt – „Getränke aus dem Mehrwegbecher, die mit Lastenrad geliefert werden“. Kehrtwende 2: Weihnachtsbaum-Verbrennen in Rostock ausnahmsweise doch erlaubt Um 20:30 Uhr verkündete die Freiwillige Feuerwehr Groß Klein auf X überraschend die erneute Kehrtwende: Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linke) und Umweltsenatorin Dr. Ute Fischer-Gäde (Bündnis90/Die Grünen) hätten sie informiert, „dass für die morgige Veranstaltung ausnahmsweise abgeschmückte Weihnachtsbäume verbrannt werden können“. Nach aktuellem Stand findet die Veranstaltung heute Abend ab 17 Uhr in der Hundsburgallee/Ecke Stephan-Jantzen-Ring statt – wie geplant mit dem Verbrennen der mitgebrachten Weihnachtsbäume. Es sei denn, das Wetter macht dem Feuer einen Strich durch die Rechnung. Es sind Windböen mit über 60 km/h vorhergesagt, der Kreis schließt sich. Vielleicht nimmt Jörg Kachelmann sogar die Einladung des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr auf einen gratis Kinderpusch oder Glühwein an, um „über die Bedeutung von Traditionen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Spiegel von Lagerfeuern als Klimakiller“ zu diskutieren, wie der Förderverein in einem Statement erklärte.
13. Januar 2024 | Weiterlesen
Rostock auf Platz acht der lebenswertesten Städte Europas
Wer hat daran gezweifelt!? Rostock gehört zu den lebenswertesten Städten in Europa. Das geht aus dem „Bericht über die Lebensqualität in europäischen Städten“ (Report on the quality of life in european cities, 2023) hervor. Im Auftrag der Europäischen Kommission wurden zwischen Januar und April 2023 jeweils mindestens 839 Einwohner in 83 europäischen Städten verschiedener Größen befragt. Gleich zwei deutsche Städte haben es bei der Umfrage in die Top Ten der lebenswertesten Städte Europas geschafft. Leipzig sicherte sich Platz fünf, Rostock den achten Rang. 94 Prozent der befragten Rostocker (*) sind mit dem Leben in ihrer Stadt insgesamt zufrieden. In Deutschland wurden die Einwohner von sieben Städten befragt. Neben Rostock waren dies Berlin, Dortmund, Essen, Hamburg, Leipzig und München. Bei der letzten Umfrage landete Hamburg als einzige deutsche Stadt auf dem siebten Platz. Die zehn am besten bewerten Städte sind: Zürich (CH) 97 % Kopenhagen (DK) 96 % Groningen (NL) 96 % Gdansk (PL) 95 % Leipzig (DE) 95 % Stockholm (SE) 95 % Genf (CH) 95 % Rostock (DE) 94 % Cluj-Napoca (RO) 94 % Braga (PT) 94 % Am schlechtesten bewerteten die Einwohner von Palermo (62 %), Athen (65 %) und Istanbul (65 %) ihre Lebensqualität. Besonders lebenswert ist Rostock lt. Umfrage für ältere Menschen. Mit einer Bewertung von 95 Prozent landete Rostock direkt hinter Zürich auf dem zweiten Platz. Aber auch für Familien mit kleinen Kindern ist die Hanse- und Universitätsstadt ein guter Wohnort, finden 93 Prozent der Befragten – Platz fünf. Dass man den meisten Mitmenschen vertrauen kann, meinen 85 Prozent der Rostocker – vierter Platz in der Umfrage. Absolute Spitze ist Rostock beim Thema Jobs. Hier landete die Hanse- und Universitätsstadt auf dem ersten Platz. 85 Prozent der befragten Einwohner sind mit ihrer persönlichen beruflichen Situation zufrieden. Deutschland schneidet in diesem Punkt insgesamt gut ab – auch Dortmund, Berlin und Hamburg haben es unter die besten zehn Städte geschafft. Die Luftqualität haben die Rostocker hinter Zürich und Helsinki am drittbesten bewertet (88 %) und auch Lärm scheint kein Problem zu sein – hier landet die Hansestadt auf dem achten Rang (80 %). Beim Öffentlichen Personennahverkehr hat Rostock es auf den zehnten Platz geschafft. Die Umfrage wird seit 2007 von der Europäischen Kommission durchgeführt. Der gesamte Bericht kann auf der Website der Kommission eingesehen und heruntergeladen werden. * Die Prozentwerte basieren auf allen Befragten (ohne „Weiß nicht“/keine Antwort).
12. Januar 2024 | Weiterlesen
Wo und wieviel Geld Rostock 2024 in seine Straßen steckt
„2024 sollen rund 38 Mio. Euro in die Sanierung und den Bau von Rostocks Straßen fließen“, freute sich Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linke) letzte Woche auf ihrem Instagram-Account. Doch stimmt diese Zahl? Von dem Betrag „sind 25 Millionen Euro für investive Maßnahmen vorgesehen“, heißt es in der zugehörigen Pressemitteilung der Stadt, „13 Millionen für die Bewirtschaftung, wie beispielsweise Reparaturen, Energie- und Prüfkosten.“ Von dieser Summe fließt allerdings nur ein Bruchteil in die bauliche Straßenunterhaltung. 2,4 statt 13 Millionen Euro für die Instandhaltung von Straßen und Wegen Anders als bei Lebensmitteln, bei denen die Hauptzutat an erster Stelle steht, bleibt für die „Reparaturen“ im Etat des laufenden Betriebs kaum Geld übrig. Bereits vor zwei Jahren kritisierte Heiko Tiburtius, Leiter des Rostocker Tiefbauamts, die „permanente Unterfinanzierung“, da der Großteil der 13 Millionen Euro bereits von Energiekosten für Ampeln und Straßenbeleuchtung sowie die technische Prüfung von Anlagen oder Brücken verschlungen wird. Wichtige Posten, doch mit einer Sanierung haben diese Ausgaben nichts zu tun. Im laufenden Jahr sieht es nicht besser aus: „Für die Straßenunterhaltung und -instandhaltung incl. Markierung stehen dem Tiefbauamt im Ergebnishaushalt 2024 ca. 2,4 Mio. Euro zur Verfügung“, erklärt die Pressestelle der Hansestadt auf Nachfrage. „Zu den Straßen gehören Fahrbahnen, Gehwege und Radwege einschließlich Beschilderung, Markierung und Beleuchtung.“ 25 Millionen Euro für investive Maßnahmen Weitere 25 Mio. Euro sollen in diesem Jahr als investive Maßnahmen in die Sanierung und den Bau von Rostocks Straßen fließen. Die Unterscheidung in Ergebnis- und Investitionshaushalt ist der Einführung der Doppik (Doppelte Buchführung in Konten) geschuldet. Im Gegensatz zur rein konsumtiven, laufenden Straßenunterhaltung sorgen Investitionen für einen Vermögenszuwachs. Die geschaffenen Werte werden in der Bilanz aktiviert und über einen längeren Zeitraum abgeschrieben. Dies gilt für Neubauten ebenso wie etwa für grundhafte Erneuerungen. „Aufgrund der vorgegebenen Abschreibungsprocedere und des nach wie vor hohen Reparatur- und Instandhaltungsbedarfs bei begrenzt verfügbaren finanziellen Mitteln, sind viele eigentliche Instandhaltungsmaßnahmen dem investiven Haushalt zuzuordnen“, erläutert die Verwaltung. Für Fahrbahnerneuerungen sowie Geh- und Radwegemaßnahmen sind in diesem Jahr Ausgaben in Höhe von ca. 12,5 Mio. Euro geplant. Insgesamt sind 180 bis 200 Einzelmaßnahmen vorgesehen, teilt das Tiefbauamt mit. „Grundhafte Erneuerungen werden im Wesentlichen natürlich mit den ebenfalls in das Baugeschehen einbezogenen Ver- und Entsorgungsunternehmen langfristig gemeinsam geplant und umgesetzt“, erläutert der Leiter des koordinierenden Tiefbauamtes Heiko Tiburtius. Dazu zählen beispielsweise die Fritz-Reuter-Straße, die Herweghstraße, die Handelsstraße, die Ulmenstraße, die Schillingallee und die Ziolkowskistraße. Darüber hinaus werden große Maßnahmen mit grundhafter Umgestaltung und Bauzeiten über Monate und Jahre zudem mit Bürgerbeteiligungen umgesetzt. Dazu zählen zum Beispiel die Herweghstraße, die Ulmenstraße und die Fritz-Reuter-Straße. Zu wenig Geld und personelle Engpässe „Für die laufenden notwendigen Instandhaltungs- und Erhaltungsmaßnahmen sind die finanziellen Mittel natürlich immer begrenzt und in Gänze nicht ausreichend“, erklärt die Verwaltung. Mehr Geld allein würde allerdings – zumindest kurzfristig – nicht helfen. Die Ressourcen sind begrenzt, im Amt ebenso wie bei den Baufirmen. „Dies trifft sowohl für eigene Planungs- und Baukapazitäten als auch für die Kapazitäten der Planungs- und Bauwirtschaft insgesamt zu“, erklärt das Tiefbauamt. Besonders bei komplexen Baumaßnahmen mit unterirdischen Leitungen gab es in den vergangenen Jahren auf Ausschreibungen teilweise kein oder nur ein einziges, teures Angebot. So musste etwa die grundhafte Erneuerung der Fritz-Reuter-Straße in der KTV neu ausgeschrieben werden. Wieviel Geld wird für die Straßenunterhaltung in Rostock benötigt? Welcher Betrag für die Straßenunterhaltung in Rostock jährlich notwendig wäre, beantwortet die Verwaltung etwas ausweichend und nennt einen Bedarf von 1,70 €/m² bei Gemeindestraßen und 2,30 €/m² bei Landesstraßen – dies würde den Empfehlungen der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) entsprechen. „Aufgrund der wirtschaftlichen und haushalterischen, finanziellen Gesamtsituation“, verfügt Rostock jedoch „nicht über die Leistungskraft zur Bereitstellung der finanziellen Mittel in diesen Größenordnungen“, so die Verwaltung, „wie übrigens der Großteil der vergleichbaren, mittelgroßen Städte auch“. Ohne Angaben zur Fläche können die Unterhaltungsaufwendungen nur grob geschätzt werden. Das Rostocker Straßennetz umfasst gut 700 Kilometer. Von schmalen Gassen bis breiten Durchgangsstraßen ist alles vorhanden. Bei einer angenommenen Durchschnittsbreite von sieben Metern würden pro Jahr rund zehn Mio. Euro benötigt – etwa vier Mal so viel wie aktuell zur Verfügung steht. Den genauen Wert reichen wir bei Vorliegen nach. Aktualisierung, 23. Januar 2024: Insgesamt umfassen die vom Tiefbauamt bewirtschafteten Verkehrsanlagen eine Fläche von 6.769.301 m² (Stand: August 2023). 4.262.187 m² entfallen auf die Fahrbahnen, 1.632.317 m² auf Geh- und Radwege und 371.674 m² auf den Bereich Parken. 3.394 m² fallen in die Kategorie Gleiskörper, 499.729 m² in Sonstiges. Überblick der 2024 in Rostock geplanten großen Baumaßnahmen (Auszug): Albrecht-Tischbein-Straße – Deckenerneuerung Bauträger ist die Hanse- und Universitätsstadt Rostock April bis Oktober 2024 Dauer ca. sechs Wochen Handelsstraße – grundhafter Ausbau Bauträger ist die Hanse- und Universitätsstadt Rostock 1. Kalenderwoche 2024 bis 3. Kalenderwoche 2025 Hinrichsdorfer Straße – Deckenerneuerung Bauträger ist die Hanse- und Universitätsstadt Rostock April bis Oktober 2024 Dauer ca. sechs Wochen Hinrichsdorfer Straße – Fahrbahnreparatur, Dünnschichtkalteinbau Bauträger ist die Hanse- und Universitätsstadt Rostock April bis Juni 2024 B 103 – Deckenerneuerung Bauträger ist das Straßenbauamt Stralsund April bis Juni 2024 Tschaikowskistraße Fahrbahnreparatur, Dünnschichtkalteinbau Bauträger ist die Hanse- und Universitätsstadt Rostock Mai bis Juli 2024 Werftstraße – grundhafter Ausbau/Medien Bauträger sind die Hanse- und Universitätsstadt, die Nordwasser GmbH und die Stadtwerke Rostock AG September 2022 bis Mai 2025 L 22 – Am Strande einstreifige Verkehrsführung – Umverlegung Kanal /Medien Bauträger ist die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau mbH (RGS) August bis Dezember 2024 Fritz-Reuter-Straße – grundhafter Ausbau/Medien Bauträger sind die Hanse- und Universitätsstadt, die Nordwasser GmbH und die Stadtwerke Rostock AG 2023 bis 2027 Ulmenstraße, Ulmenmarkt – grundhafter Ausbau/Medien Bauträger sind die Hanse- und Universitätsstadt, die Nordwasser GmbH und die Stadtwerke Rostock AG April 2023 bis Juli 2025 Goetheplatz – Ersatzneubau Brücke (Bauwerk 009) Bauträger ist die Deutsche Bahn AG Mai 2022 bis Mai 2025, Vollsperrung 8. und 9. Kalenderwoche 2024 Klein Schwaßer Weg K12 – grundhafter Ausbau Bauträger ist der Landkreis Rostock April 2024 bis April 2025 L 10 – Satower Straße – Erneuerung Trinkwasser-, Schmutzwasser- und Regenwasser-Infrastruktur Bauträger ist die Nordwasser GmbH Oktober 2022 bis Mai 2024 L 10 Rennbahnallee – grundhafter Ausbau, Medien, Deckenerneuerung Bauträger sind die Hanse- und Universitätsstadt, die Nordwasser GmbH und die Stadtwerke Rostock AG April 2024 bis Oktober 2025 Herweghstraße – grundhafter Ausbau, Medien Bauträger sind die Hanse- und Universitätsstadt, die Nordwasser GmbH und die Stadtwerke Rostock AG März 2024 bis Juni 2025 Neubrandenburger Straße – grundhafter Ausbau Bauträger ist die Hanse- und Universitätsstadt Rostock April 2024 bis April 2025 Ziolkowskistraße – grundhafter Ausbau, Medien Bauträger sind die Hanse- und Universitätsstadt, die Nordwasser GmbH und die Stadtwerke Rostock AG März 2023 bis September 2024 Nobelstraße – Deckenerneuerung Bauträger ist die Hanse- und Universitätsstadt April bis Mai 2024, Dauer sechs Wochen
12. Januar 2024 | Weiterlesen
Weitere Bauernproteste am Donnerstag in Rostock
Die Proteste der Landwirte gegen den Wegfall der Steuerbefreiung sowie der Agrardieselbeihilfe und für einen Bürokratieabbau gehen weiter. Im Rahmen der Aktionswoche des Deutschen Bauernverbands wird es am Donnerstag, dem 11. Januar 2024, weitere Aktionen in und um Rostock geben. Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern hat seine Mitglieder im gesamten Bundesland zu mehreren Traktoren-Konvois aufgerufen, die insbesondere Lebensmittel-Logistikzentren ansteuern sollen. Zufahrten zu den Zentrallagern sollen nicht blockiert werden. Zwei dieser Konvois werden über die wichtigsten Hauptverkehrsstraßen in Rostock fahren. Es ist sowohl in den Morgenstunden als auch am Nachmittag mit erheblichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Bauernverband Bad Doberan plant zwei Traktorkorsos durch Rostock Der Bauernverband Bad Doberan hat zwei Autokorsos mit jeweils ca. 100 Traktoren angemeldet. Ein Traktorkorso kommt über die B105 aus Richtung Bad Doberan, der andere über die B110 aus Richtung Sanitz. Der erste Konvoi startet gegen 7 Uhr in Reddelich, westlich von Bad Doberan, und fährt über die B105 – Schutower Kreuz – Hamburger Straße – Lübecker Straße – Warnowufer – Am Strande – Rövershäger Chaussee – Verbindungsweg – Tessiner Straße – Neubrandenburger Straße in Richtung Dummerstorf. Dort ist am Norma-Logistikzentrum zwischen 10 und 12 Uhr eine Zwischenkundgebung geplant. Im Anschluss fährt der Konvoi auf derselben Route wieder zurück nach Reddelich, sodass in diesem Bereich auch am Nachmittag mit Verkehrsbehinderungen gerechnet werden muss. Der zweite Traktorenkorso führt aus Richtung Sanitz kommend über die B110 – Tessiner Straße – Mühlendamm – Ernst-Barlach-Straße – August-Bebel-Straße – Am Vögenteich – Schröderplatz – Beim Grünen Tor – Am Kanonsberg – Am Strande – Rövershäger Chaussee. Demo an allen Autobahnauffahrten in MV angemeldet Eine weitere Versammlung wurde am Donnerstag für den Zeitraum von 6 bis 18 Uhr an allen Autobahnauffahrten in Mecklenburg-Vorpommern angemeldet. Die nicht vom Bauernverband, sondern der Vereinigung „Land schafft Verbindung“, geplante Aktion wird derzeit von den zuständigen Versammlungsbehörden bearbeitet, so die Stadtverwaltung. Dass diese – mit Blick auf den für vergangenen Montag vereinbarten Kompromiss – in der angemeldeten Form beschieden wird, ist eher unwahrscheinlich. Neben den Protestaktionen der Landwirte kommt es durch den laufenden Bahnstreik der GDL auch im S-Bahn, Regional- und Fernverkehr weiter zu Beeinträchtigungen. Aufgrund der angekündigten Proteste wird der Fahrdienst für Schüler mit Handicap am Donnerstag in Rostock komplett ausgesetzt. Schüler, die deswegen nicht zur Schule kommen können, sind entschuldigt. Aktualisierung, Demonstrationen an Autobahnauffahrten in MV Nach den Kooperationsgesprächen zwischen Innenministerium und der Vereinigung „Land schafft Verbindung“ steht fest, an welchen Autobahnzufahrten am morgigen Donnerstag, dem 11. Januar 2024, zwischen 06:30 und 15:00 Uhr demonstriert werden kann. In Rostock betrifft dies die Auffahrten Rostock-Ost (A19) und Rostock-West (A20). Abfahrten und Autobahnkreuze sind nicht betroffen. A11: Penkun A14: Kritzow, Schwerin-Nord und Ludwigslust A19: Rostock-Ost, Kessin, Laage, Güstrow, Linstow und Röbel A20: Schönberg, Bobitz, Zurow, Kröpelin, Rostock-West, Tessin, Tribsees, Grimmen-Ost, Gützkow, Jarmen, Altentreptow, Neubrandenburg-Nord, Strasburg und Pasewalk-Nord A24: Parchim, Neustadt-Glewe, Wittenburg und Gallin
10. Januar 2024 | Weiterlesen