16. Internationaler Papierschiffwettbewerb der Uni Rostock
Paperboat 2013: Schiffbau mit Papier und Kleber – Schiffe versenken an der Uni
25. April 2013, von Stefanie
Titanic oder Costa Concordia – klangvolle Namen von stolzen Schiffen, die ein Schicksal teilen: Sie sind untergegangen. So auch ihre Papiernamensvetter heute beim 16. Internationalen Papierschiffwettbewerb des Lehrstuhls Schiffbau der Universität Rostock. 136 Boote wurden am Nachmittag in einem kleinen Wasserbassin im Foyer des Hörsaals versenkt. Schüler, Studenten ebenso wie ältere Hobbytüftler – vor allem aus Norddeutschland, aber auch aus Bayern und von der Universität Madrid – hatten dafür ihre Konstruktionen eingereicht.

Die Achtklässler Jan Gabow, Julian Hawellek und Jan Schmidt waren mit ihrem Physiklehrer extra „241 km“ aus dem niedersächsischem Hankensbüttel angereist. Doch leider disqualifizierte sich ihre „Titanic“. Sie hatte das Maximalgewicht von 10 Gramm überschritten, eines der wichtigsten Kriterien für den Wettbewerb. Ein anderes steckt im Namen des Ausscheids. Die Boote müssen aus Papier angefertigt werden: Backpapier, Millimeterpapier, Pergamentpapier – vieles ist möglich. Und sie müssen „schiffig“ aussehen. Das heißt: am besten vorne spitz, die Länge wirklich größer als die Breite. Ein quadratisches Exemplar erfüllt diese Bedingungen zwar nicht, „aber wir versenken alles“, kommentiert Lehrstuhlinhaber Professor Dr. Robert Bronsart gelassen und lässt Bleikugeln in das Gebilde schütten, bis es untergeht.

Wessen Konstruktion wird wohl die größte Last tragen können, bevor sie versinkt? Das ist die große Frage, die die Zuschauer rund um das Wasserbecken bewegt. Ein Schiff nach dem anderen wird versenkt. 5132 Gramm – das ist der Weltrekord, den Gabriele Lüdtke im Jahr 2008 aufstellte, damals waren noch Luftkissen zugelassen. Auch in diesem Jahr ist sie wieder mit zwei Schiffen und ihrer Familie dabei. Doch auch ihre Schiffe sind zu schwer. „Ich hatte dieses Jahr kein Glück“, sagt sie nach dem Wettbewerb. Dafür freut sie sich darüber, dass ihre Schwiegermutter Marlene Lüdtke mit ihrem Boot „Moritz“ 3179 Gramm trägt und damit ungeschlagen bleibt. Auch ihr zweites Boot „Max“ schafft es unter die ersten drei. „Teamarbeit“, erklärt Gabriele Lüdtke, das Papierbootbauen sei in der Familie sehr beliebt. Auch ihr Schwiegervater hat am Wettbewerb teilgenommen. Cousine und Mutter waren in den vergangen Jahren ebenfalls schon dabei. Auf den zweiten Platz kommt Tom Kuhl mit seinem Bau namens „Top“.
„Wir wollen den Nachwuchs für Schiffbau begeistern. Man lernt hier spielend, was den Schiffbau ausmacht. Stabilität und Konstruktion sind zu berücksichtigen, damit das Schiff schwimmt und nicht umkippt. Viele Aspekte sind mit dieser einfachen Aufgabe verbunden, die man später auch bei uns im Studium lernen kann“, erklärt Lutz Kleinsorge das Anliegen des Konstruktionswettbewerbs.
Auch wenn es für die drei Jungs aus Niedersachsen, die zum ersten Mal am Papierbootwettbewerb teilnahmen, nicht geklappt hat. „Wir machen das nächste Mal auf jeden Fall wieder mit“, kündigt Jan an.