Immer mehr Menschen werden immer älter. Das ist ja erst einmal eine gute Nachricht. Doch mit dem Alter steigt auch die Pflegebedürftigkeit.
Erhielten 1999 in Mecklenburg-Vorpommern noch 45. 000 Menschen Leistungen der Pflegeversicherung waren es 2009 mehr als 61.000. Vier von 100 Menschen beziehen heute Pflegeleistungen auf Grundlage des Pflegeversicherungsgesetzes. Tendenz steigend.
Doch wer soll die Pflege übernehmen? Schon jetzt wird ein Fachkräftemangel beklagt. Denn es gibt nicht nur mehr ältere, pflegebedürftige Menschen, sondern auch immer weniger Jüngere, die die Pflege übernehmen. Durch sinkende Geburtenraten, neue Familienstrukturen und die hohe Abwanderung junger Menschen nach der Wende ist unser Bundesland besonders stark von dieser demografischen Entwicklung betroffen.
Gesundheits- und Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) geht von einer Zunahme auf 102.000 Pflegebedürftigen im Jahr 2030 aus. „Insgesamt gilt es in Mecklenburg-Vorpommern einen Personalbedarf bis 2030 von 16.000 Fachkräften abzudecken“, sagte sie heute zum Auftakt der Pflegemesse in der HanseMesse Schmarl.

Begleitet wird die Ausstellung von einem Kongressprogramm, in dem der Landespflegekongress und verschiedene Weiterbildungsseminare eingebunden sind. Ziel: die Pflege zu verbessern.

Denn um den Pflegebedarf zu decken, werden mehr Fachkräfte benötigt. Der Pflegeberuf leidet jedoch unter einem eher schlechten Image. Oft wird er auf „Füttern und Hinternabwischen“ reduziert. „Wir brauchen mehr gesellschaftliche Anerkennung“, so die Forderung. Diese spiegelt sich nicht zuletzt in einer angemessenen Vergütung wieder. Aber auch mit familienfreundlicheren Rahmenbedingungen möchte die Sozialministerin die Attraktivität des Pflegeberufes steigern. In der Zuwanderung aus dem Ausland sieht sie ebenfalls eine Lösung. „Anlass zur Sorge, dass damit einheimische Fachkräfte verdrängt werden, besteht nicht. Denn in den nächsten Jahren ist ausreichend Arbeit für alle da, die wir nicht allein stemmen können.“
Mit einer Imagekampagne, die ebenfalls auf der Pflegemesse vorgestellt wurde, sollen nun vor allem junge Leute gewonnen werden.

Auch der 21-jährige Alexander Ehm hat seine Berufswahl schon getroffen. Er will Krankenpfleger werden und befindet sich schon im 2. Ausbildungsjahr. Die Entscheidung dazu fiel nach seinen Erfahrungen während seiner Zivildienstzeit, in der er stationär eingesetzt wurde und Einblicke in die Möglichkeiten und Anforderungen im Pflegebereich erhielt.

Noch über 3.500 Besucher erwarten die Veranstalter bis Freitag in der Hansemesse. Aber nicht nur Fachkräfte sollen sich hier austauschen können, auch für Betroffene und ihren Angehörige möchte die Pflegemesse eine Informationsplattform sein.