
Sommer mag ja wirklich schön sein, aber für alle mit ebenfalls blassem Hauttyp und bedrohlicher Neigung zum Kreislaufzusammenbruch gibt es momentan echt angenehmere Betätigungen, als sich die pralle Sonne auf den (hoffentlich weniger prallen) Bauch scheinen zu lassen.
Wie gelegen kam mir da der heutige Termin in Warnemünde – eine Piratenfahrt mit dem Fischkutter! Klingt doch schon mal wahnsinnig abenteuerlich. Die Augenklappe und das Holzbein hab ich dann aber leider zu Hause liegen lassen, genauso wie meine Sonnenbrille (mal wieder).
Mit dennoch unverminderter Vorfreude ging es dann heute Morgen auf in unser schönes heimatnahes Seebad. Trotz genereller Orientierungsschwierigkeiten war der leere Anlegeplatz der „Pasewalk“ dank einer kurzen Beschreibung („direkt vor Backfisch-Udo“) gut zu finden. Mehrere Familien mit kleineren Kindern erwarteten dort bereits ungeduldig die Rückkehr des Kutters.

Als die „Pasewalk“ nach einer schwungvollen Wendung an ihrem Liegeplatz angelegt hatte und die frisch gebackenen Piraten wieder an Land entlassen wurden, waren wir also an der Reihe. Neben den quengelnden Kindern hatte ich am Steg sogar meine OZ-Kollegin Susi getroffen, die Fahrt konnte also lustig werden.

Zuerst gab es für jeden zur Begrüßung einen kleinen „Piratenschnaps“, der aus der Ferne noch ganz witzig aussah, sich beim Probieren aber allen Ernstes als konzentrierter Zitronensaft herausstellte. Na ja, sauer soll ja lustig machen und als hart gesottener Pirat erlebt man sicherlich auch noch Schlimmeres.

Oberpiratin Ute gab uns die Antwort: „Wenn jemand versehentlich über Bord geht, können wir ihn damit als einen von uns identifizieren. Und nur Piraten mit Stempel werden wieder aufs Schiff gelassen!“ ;-) Das sollen die Kinder ganz toll finden. Also unbedingt dran denken: Falls man die unfreiwillige Abkürzung über die Reling nimmt, bloß den entsprechenden Arm aus dem Wasser halten (nicht dass der Stempel abgeht).

Zur sinnvollen Zeitüberbrückung wurde dann erstmal ein Piratenlied einstudiert. Das war auch für die Vergesslichen unter uns nicht weiter schwer und so stand bald die ganze Besatzung an der Reling und schmetterte den verdutzten Touristen am Ufer ein lautstarkes und (wind)schiefes „Heyho Piraten kommen, rette sich, wer kann“ entgegen.

Damit unser niedlicher Fischkutter neben dem monströsen Kreuzliner aber nicht ganz so harmlos aussah, wurden dann auch gleich mal die scharfen Geschütze ausgefahren.
Auf der Einstiegsstufe wurde eine kleine goldene Kanone aufgestellt und wer sich jetzt veräppelt vorkam, wurde sogleich eines Besseren belehrt.

Weiter ging die Fahrt aufs offene Meer, wo der Seegang schon erheblich zunahm und den Kutter ins Schwanken brachte. Währenddessen wurden an Deck allerhand Spiele und Wettkämpfe veranstaltet. Nach dem Balancieren auf der Planke und Tauziehen wurden Zettel und Stifte verteilt und gemeinsam eine Flaschenpost ins Meer geworfen.

Zum Abschluss gab es für jeden kleinen Seemann eine persönliche Urkunde. Die Haare von der Meeresluft zerzaust und mit wackligen Beinen erreichte auch ich schließlich wieder das rettende Ufer, zwar ohne waghalsige Geschichten vom Kentern und Entern, aber Seemannsgarn ist ja für alles offen ;-)
Lust auf eine Piratenfahrt bekommen? Anmeldungen sind bei der Tourismuszentrale Warnemünde unter 0381/5480048 möglich.