Universität Rostock startet das Projekt „QualitätsDialog“

Zehn Millionen Euro um die Qualität von Forschung und Lehre zu verbessern

26. Januar 2012, von
Großes Interesse bei der Projektvorstellung der Universität im Barocksaal
Großes Interesse bei der Projektvorstellung der Universität im Barocksaal

Schon Friedrich Nietzsche wusste: „Die Kraft steckt in der Qualität.“ Diesem Motto folgend, hat die Universität Rostock ein neues Projekt gestartet, um die Forschung und Lehre zu verbessern. „Qualität garantieren: Professoren, Studierende und Dienstleister im Dialog für eine kompetenz- und forschungsorientierte Lehre“ ist der etwas sperrige Titel des neuen Konzeptes, in das in den nächsten fünf Jahren zehn Millionen Euro fließen sollen.

Im Barocksaal wurde gestern der offizielle Startschuss für das Projekt gegeben. Wie viel sich Studenten und Mitarbeiter von dem neuen Angebot versprechen, zeigt die sehr hohe Resonanz. Über 100 Studenten, Professoren, Mitarbeiter und Gäste waren der Einladung zur Projektvorstellung gefolgt. Zuvor wurde die momentane Situation der Forschung, Lehre und des Studiums aus der Sicht eines Hochschullehrers und zweier Studenten geschildert.

Professor Clemens Cap
Professor Clemens Cap

Besonders der Vortrag von Professor Clemens Cap von der Fakultät für Informatik und Elektrotechnik verdeutlichte viele Probleme auf, die momentan an den Universitäten bestehen. Dabei zeigte er viele Bilder und griff auf persönliche Beispiele zurück. Er selbst hat 1982 in Innsbruck sein Studium mit sehr vielen Freiheiten aufgenommen. Er schrieb erst im fünften Semester erste Prüfungen, begann jedoch schon zwei Semester zuvor mit seiner Diplomarbeit. Heute ist so etwas nicht mehr möglich, da die Studienpläne einen genauen Rahmen für das Studium vorgeben, wodurch die Freiheit der Studierenden immer weiter eingeschränkt wird. „Individualisierungen sind in der freien Welt viel wichtiger als Ordnungen“, fasste er zusammen.

Vorstellung des Projektes "QualitätsDialog" - "Qualität garantieren: Professoren, Studierende und Dienstleister im Dialog für eine kompetenz- und forschungsorientierte Lehre"
Vorstellung des Projektes "QualitätsDialog" - "Qualität garantieren: Professoren, Studierende und Dienstleister im Dialog für eine kompetenz- und forschungsorientierte Lehre"

Er sieht eines der Hauptprobleme darin, dass die Schere zwischen Universität und Arbeitswelt immer größer wird. So werden die Berufsfelder immer komplexer, gleichzeitig wird die Zeit in der Universität immer kürzer. Als Folge daraus sinkt die allgemeine Motivation. Sein Wunsch für das Projekt ist, dass es verlorene Freude wiederbringen soll.

Auch die Studenten Manuel Menzel und Michael Koch hoffen, dass sich etwas verändert. Dies sollte aber auf keinen Fall über den Kopf der Studenten geschehen, sondern im Dialog aller Beteiligten.

Projektleiter Professor Stefan Göbel
Projektleiter Professor Stefan Göbel

Und diesen Dialog sieht Projektleiter Professor Stefan Göbel als eines der zentralen Elemente des Projektes. In drei Handlungsfeldern sollen neue Mechanismen greifen. Zuerst soll ein Netzwerk zur Qualitätssicherung aufgebaut werden. Damit wurde schon im vergangenen Jahr begonnen, sodass inzwischen fast jede Fakultät einen eigenen Mitarbeiter für diesen Bereich hat. Gemeinsam sollen so Arbeits- und Problemfelder ausgemacht und eine gemeinsame Arbeit ermöglicht werden. In Beziehung dazu steht ein weiteres Arbeitsfeld, das Personalcoachings und Fortbildungen vorsieht.

Aufsteller zum Projekt "Qualitätsdialog" der Universität
Aufsteller zum Projekt "Qualitätsdialog" der Universität

Das Herzstück des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes ist ein großer Wettbewerb. In den nächsten Wochen soll es dazu eine Ausschreibung geben. Jeder Student und Mitarbeiter der Universität kann und soll Projekte vorschlagen, wie man Forschung und Lehre verbessern kann. Von der Resonanz ist abhängig, wie es dann weitergeht. Angedacht ist, dass die ersten Beiträge im Wintersemester 2012/2013 starten.

Leider wirkte gestern alles noch ein wenig planlos. Zwar wurde immer wieder von Qualität und ihrer Verbesserung gesprochen, ganz konkrete Vorstellungen blieben jedoch aus. Es bleibt also zu hoffen, dass diese Ideen dann aus dem universitären Kontext kommen, damit sich wirklich eine spürbare Veränderung einstellt und nicht am Ende von der Qualität nur die Qual übrig bleibt.

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