Ob nächste Woche noch die Bäume an der Hermannstraße stehen? Rostocker Umweltverbände befürchten eher nicht und haben heute Vormittag zu einer Demonstration aufgerufen, nachdem die Rostocker Gesellschaft für Stadtentwicklung angekündigt hatte noch vor Ende Februar über sieben Bäume und Gehölze an dieser Stelle zu entfernen. Im April sollen hier am Eingang der Wallanlagen Sanierungsarbeiten beginnen. Neben der Neugestaltung der Parkanlage nach denkmalpflegerischen Zielstellungen steht auch die Verbreiterung der Hermannstraße auf dem Arbeitsplan. Dafür müssen zwischen August-Bebel-Straße und Rosengarten eine Reihe Bäume weichen.
„Damit werden wir ein weiteres Gebiet Stadtnatur verlieren“, bedauert Dr. Thomas Pitsch vom Rostocker Frühling, einer der Initiatoren des Protestaufrufes, dem am sonnigen Samstagvormittag über 100 Menschen folgten.


„Ich möchte die Wallanlagen nicht so gestaltet sehen, wie der Kanonsberg jetzt aussieht“, für Bauingenieur Sören Spiller war die dortige Entfernung der Gehölze ausschlaggebend, um sich gegen eine weitere Abholzung der Wallanlagen einzusetzen. Er kritisiert die denkmalpflegerische Zielstellung, mit der die Rücknahme des Baumwuchses zugunsten von Sichtachsen von den Ämtern begründet wird: „Als man hier 1880 lang flanierte, konnte man den Blick zu den Feldern, Mühlen und Gärten schweifen lassen. Das ist jetzt aber nicht mehr so.“

Bereits in der letzten Woche hatten BUND, NABU, Ökohaus und Rostocker Frühling in einem offenen Brief an die Stadtverwaltung an der Rechtmäßigkeit des Vorgehens gezweifelt. „Das Artenschutzrecht hat offensichtlich keine Berücksichtigung bei den Ausführungsplanungen im Bereich Hermannstraße und Eingang Wallanlage bei der Trinkenden gefunden“, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung.