Mit einem Geständnis begann heute am Oberlandesgericht Rostock der Prozess im Entführungsfall Rebecca. Der Anwalt des Angeklagten Mario B. verlas eine Erklärung, in der er die Tatvorwürfe weitestgehend einräumte. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 28-jährigen mehrfach Vorbestraften Vergewaltigung in drei Fällen, gefährliche Körperverletzung, Nötigung und Freiheitsberaubung vor.
Ziel sei es gewesen, so der Verteidiger Henning Köhler, dass dem Opfer die Aussage in der Öffentlichkeit erspart bleibe. Mit Fassungslosigkeit blicke sein Mandant auf die Tat zurück. Er soll voller Scham und Reue sein, habe er ihm gesagt. Angespannt, mit verschränkten Armen und starrem Blick nach unten verfolgte der Angeklagte die Verlesung seines Geständnisses. Eine Bitte um Entschuldigung wird es vor Gericht aber wohl nicht geben, ließ der Anwalt durchblicken, konnte sich aber vorstellen, „dass da noch etwas kommt.“

In der Nacht zum 13. Oktober 2012 war die 17-jährige Schülerin vom mutmaßlichen Täter nach einem Disco-Besuch in seine Wohnung entführt und mehrfach vergewaltigt worden. Erst vier Tage später konnte sich das Opfer, das schwer verletzt und bedroht wurde, befreien. Das Schicksal der jungen Frau hatte bundesweit zu Aufmerksamkeit und Anteilnahme geführt. Auch heute war das Medieninteresse groß, als der Vorsitzende Richter Wolfgang Strauß den Prozess eröffnete.

Entscheidend sei nun das Ergebnis des Gutachters, das am Vormittag noch nicht vorlag.