Rostock plant 28 Kilometer langes Radschnellwegenetz
Radlerparadies Rostock: Zwei Radschnellwege sollen den Radfahrern der Hansestadt künftig ein schnelles und sicheres Vorankommen ermöglichen
26. Mai 2016, von Olaf
Seit zwei Jahren existiert in der Hansestadt Rostock das neue Radverkehrskonzept, in dem die beiden vorgesehenen Radschnellwege ein wesentlicher Bestandteil sind. Geplant sind auf insgesamt 28 Kilometern eine Nord-Süd-Achse von Warnemünde bis zum Hauptbahnhof und eine Ost-West-Achse, die in Dierkow beginnt und am künftigen Kreuzungsbauwerk in Evershagen auf die Nord-Süd-Trasse trifft.
Bei dem Vorhaben geht es nicht darum, die Radwege der gesamten Stadt zu Schnellstrecken auszubauen, sondern darum, die einzelnen Stadtteile zu verbinden und ein schnelles und sicheres Vorankommen über größere Entfernungen zu ermöglichen.
Dreieinhalb bis vier Meter breit sollen die neuen Radschnellwege werden, in „ganz neuer Qualität, nach dänischem Vorbild“, verspricht Bau- und Umweltsenator Holger Matthäus. Nicht zuletzt, weil immer mehr Radfahrer mit schnellen Pedelecs unterwegs sind und Platz zum Überholen benötigen. Bei unserem nördlichen Nachbarn gehören Radschnellwege ebenso wie in den Niederlanden längst zum Alltag. Jetzt realisiert auch Rostock die ersten Abschnitte – „um zu zeigen, wie so etwas aussieht und um einfach Lust auf mehr zu machen“, freut sich Matthäus.

Zusammen mit Infrastrukturminister Christian Pegel hat er sich heute ein Teilstück des künftigen Nord-Süd-Schnellweges vom Westfriedhof, durch den Barnstorfer Wald bis zum Südstadt-Campus der Universität Rostock erradelt. Hier am Campus, zwischen Satower und Erich-Schlesinger-Straße könnte bis 2018 ein neuer Radweg entstehen. Auch die Abschnitte durch den Barnstorfer Wald und entlang der Stadtautobahn von Lichtenhagen nach Warnemünde stehen auf der Prioritätenliste der Stadt weit oben. Noch in diesem, spätestens im nächsten Jahr soll der erste Abschnitt der Ost-West-Achse fertig werden – er verläuft parallel zur Hinrichsdorfer Straße in Dierkow.
Mit 15.000 Euro fördert das Land eine insgesamt rund 20.000 Euro teure Potenzialanalyse zu den Radschnellwegen in Rostock. In ihr sollen die volkswirtschaftlichen Effekte untersucht werden. Vorgeschrieben sei eine derartige Kosten-Nutzen-Analyse nicht, doch man wolle „die Stadtgesellschaft bei dem Projekt mitnehmen“, so Matthäus.
Natürlich auch, weil die Radschnellwege eine „teure Investition“ sind, ergänzt Steffen Nozon, Mobilitätskoordinator der Hansestadt. „Bis alles fertig ist, rechnen wir über die Jahre mit zehn Millionen Euro.“ Demgegenüber stehen aus volkswirtschaftlicher Sicht weniger Staus und Unfälle, eine geringere Luftverschmutzung aber auch niedrigere Gesundheitskosten, wenn möglichst viele Pkw-Fahrer aufs Rad umsteigen.
Neben den Radschnellwegen wird auch ins Bestandsnetz weiter investiert, etwa in den bereits begonnenen Lückenschluss an der Werftstraße in Höhe der Tankstelle, die Sanierungen der nördlichen Radwege am Holbeinplatz bis zur Tschaikowskistraße und an der Hamburger Straße zwischen Schwarzem Weg und Graf-Schwerin-Straße. Allein für diese Maßnahmen wird die Hansestadt Rostock 1,2 Mio. Euro aufwenden.
- Karte des Rostocker Radverkehrsnetzes und der geplanten Radschnellwege (Pdf, Quelle: Hansestadt Rostock/PGV)