Regulärer Schulbetrieb in MV nach den Sommerferien
In den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern soll es nach den Sommerferien wieder einen täglichen Regelunterricht für alle Schüler geben
3. Juni 2020, von Olaf
Wenn in genau zwei Monaten, am 3. August, das neue Schuljahr in Mecklenburg-Vorpommern startet, soll es für alle Schüler wieder einen „verlässlichen, täglichen Regelunterricht“ geben. Das erklärte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) heute Mittag nach Beratungen des Landeskabinetts in Schwerin.
Angesichts niedriger Corona-Zahlen im Land sei es „absolut vertretbar“ und „auch absolut notwendig“, den Kindern und Jugendlichen im Land den Zugang zu Bildung und Teilhabe wieder zu gewähren, so Martin. Besonders wichtig sei dies, um „Lücken und Nachteile zu verhindern“, die nicht wieder aufgeholt werden können – besonders bei benachteiligten Kindern.
Feste Klassen, Lehrer und Räume – kein Mindestabstand mehr
Neben einem Hygienekonzept bilden feste Klassenverbände, feste Lehrer und feste Räume die Grundpfeiler des neuen Gesundheitskonzepts. Die Abstandsregel von 1,5 Metern soll allerdings aufgehoben werden. „Nur so können wir einen täglichen, verlässlichen Unterricht gewährleisten“, erklärt Bildungsministerin Martin.
Bereits ab heute ist die Regel aufgehoben, dass sich pro Schulraum maximal 15 Personen aufhalten dürfen – vorausgesetzt der noch geltende Mindestabstand kann trotzdem eingehalten werden.
Damit nicht zu viele Schüler aufeinandertreffen, soll der Schulbeginn „zeitlich entzerrt“ werden. Details, etwa die Schülerbeförderung, müssen noch geklärt werden. Das gesamte Konzept gelte „vorbehaltlich der Entwicklung der Infektionszahlen“, betont Martin.
Auch das digitale Lernen soll weiter eine Rolle spielen und entsprechend aufgerüstet werden.
Hortbetreuung und Ferienlernprogramm
Bereits in den Ferien soll zu einem „verlässlichen Alltag“ zurückgekehrt werden, so Martin. Neben Ferienlager und -camps sind Hortbetreuung sowie ein Ferienlernprogramm in Vorbereitung. Eine Million Euro steht für private Bildungsträger bereit, um in kleinen Lerngruppen oder per Einzelunterricht Nachhilfe zu geben. Für Schüler ist das Angebot kostenlos und freiwillig. Bei Lehramtsstudenten ist eine Anrechnung auf ihre Praxisanteile geplant. Lehrer sollen in der ersten und letzten Ferienwoche Förderunterricht anbieten.
Unklar ist noch, wie viele Lehrer der Risikogruppe (über 60, Schwangere oder Vorerkrankungen) weiter ausfallen werden. Im Moment gehören rund 34 Prozent der Lehrkräfte zur Risikogruppe. Die Hälfte der über 60-Jährigen erscheine allerdings trotzdem zum Dienst in der Schule, so Martin. Ab dem neuen Schuljahr benötigen Lehrer ein Attest des Betriebsarztes, das differenziert ausfallen soll, sodass Lehrer möglicherweise trotz Risikogruppe im Einzel- oder Kleingruppenunterricht eingesetzt werden können.