Große schwarze Flächen hängen derzeit an den Wänden im Westflügel der oberen Etage der Kunsthalle Rostock: Rechtecke, Kreise – einfache geometrische Figuren. Kleine Abweichungen durch geschwungene Linien oder mehrfacher Farbauftrag erzeugen räumliche Tiefe. Geschaffen hat sie der 1938 in San Francisco geborene Bildhauer Richard Serra. Weltweit hat er sich vor allem mit seinen monumentalen Stahlinstallationen im öffentlichen Raum einen Namen gemacht.
Einen eigenständigen Werkkomplex bilden seine grafischen Arbeiten. Obwohl sie keine vorbereitenden Entwürfe für seine dreidimensionalen Arbeiten sind, greift der Künstler auch hier Themen wie Maße, Gewicht und Gleichgewicht auf.

In der Ausstellung „paperworks“ zeigt die Kunsthalle nun 38 Papierarbeiten aus den Jahren 1972 bis 2009. Filme über und von Richard Serra ergänzen den Einblick in die Arbeit eines der bedeutendsten Bildhauer der Gegenwart.

Lin Yung-Fa kommt aus Taiwan und ist dort nicht nur als Künstler, sondern auch als wichtige kulturpolitische Persönlichkeit bekannt. Zum ersten Mal stellt er seine Arbeiten in Europa aus und hat es sich auch nicht nehmen lassen, zur Eröffnung persönlich mit seiner Familie in Rostock vorbei zuschauen.
37 seiner Bilder werden in „The Dialogue between Mountains und Oceans“, so der Titel der Schau, ausgestellt. Ganz traditionell wurden sie auf langen edlen Papierbahnen angebracht, die sich mit Bändern wieder einrollen lassen. Praktisch auch für den Transport. In nur zwei Kisten seien die Werke nach Rostock gekommen, erzählt Kunsthallenleiter Jörg-Uwe Neumann.

Wer neugierig auf die Begegnung von Ost und West, Tradition und Moderne geworden ist, kann die beiden Ausstellungen in der Kunsthalle noch bis zum 21. August besichtigen. Geöffnet ist das Kunstmuseum dienstags von 13 bis 18 Uhr sowie Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr.