„Nicht wegschauen, sondern erinnern; Geschichte aufarbeiten und nicht verdrängen“ – mit diesem Ziel rief die Lehrerin Petra Klawitter im Jahre 2001 die Schülerprojektgruppe „Kriegsgräber“ ins Leben.
Ihr erstes Projekt beschäftigte sich mit der Erforschung des Lazarettfriedhofs von Gelbensande und der dunklen Jahre des KZ-Außenlagers Schwarzenpfost. Eine Arbeit, die bis heute anhält. Und es kamen weitere hinzu. Inzwischen aber nicht mehr an der Schule in Gelbensande, sondern an der Verbundenen Regionalschule und Gymnasium an der Rostocker Heide Rövershagen. Jeden Montag treffen sich hier bis zu 15 Schüler, um an weiteren Projekten zu arbeiten.
Seither gelingt es Petra Klawitter immer wieder, Schüler für die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zu begeistern. Wie sie das schafft? „Es ist die Vielfalt“, erklärt die Lehrerin: „nicht nur in Akten zu stöbern, sondern auch aktiv zu werden, woanders hinzufahren, den Horizont der Jugendlichen zu erweitern, zum Beispiel durch Kontakte mit Zeitzeugen.“
Einer der Zeitzeugen war Batsheva Dagan. Die Kinderbuchautorin aus Israel hatte im Mai dieses Jahres die Schüler in Rövershagen besucht und davon erzählt, wie sie den Holocaust überlebt hat. „Und trotzdem liebe ich das Leben“, hatte sie damals gesagt und damit auch bei Rebecca Miriam Zube einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Die fünfzehnjährige Schülerin engagiert sich schon seit vier Jahren in der Projektgruppe. „Mich begeistert allgemein die Geschichte. Man ist gezwungen etwas daraus zu lernen“, sagt die Zehntklässlerin.


„Es ist nicht nur das Aufarbeiten der Vergangenheit, sondern es ist auch das, was sie vorhaben“, lobte Hajo Graf von Vitzthum, Vorsitzender des Kuratoriums der Richard-Siegmann-Stiftung das Engagement und die Pläne der Projektgruppe, sich demnächst mit jüdischen Jugendlichen zu treffen und auch nach Israel zu fahren.

Der Leiter der Rostocker Straßenbahn AG engagierte sich ehrenamtlich in zahlreichen Vereinen und trug so zur Entwicklung Rostocks bei. Nach 1933 verlor er als Jude seine Anstellung und seine Ehrenämter. 1943 verhungerten er und seine Frau in Theresienstadt.

Insgesamt neun Bewerbungen wurden in diesem Jahr eingereicht. Neben dem Hauptpreis wurden drei weitere Förderpreise vergeben, die von Rostocker Unternehmen gestiftet wurden. Sie gingen an den Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Juri Rostov, das jüdische Theater Mechaje und Udo Klacak für die Erarbeitung eines Portfolios zum jüdischen Leben in Rostock.