
Aber ohne Auto? Wie soll man da zum Fährhafen kommen und wie kommt man vom Hafen zum Zielort weiter? Na klar, mit Bus oder Bahn.
Das bedeutet aber, mindestens drei verschiedene Fahrpläne herauszusuchen, drei verschiedene Tickets zu kaufen (womöglich auch noch in verschiedenen Sprachen und Währungen) und ganz viel Geduld für Fahrt- und Wartezeiten aufzubringen. Viel zu kompliziert – das muss doch auch einfacher gehen.



Es gibt keine Museumstafeln, auf denen nachzulesen ist, was man sieht. Mit allen Sinnen sollen die Besucher erleben, wie es im Alltag der Menschen im Mittelalter zuging. Und wenn doch mal eine Frage entsteht, kann sie vielleicht ein Bewohner von Sundkøbing beantworten.
Allerdings kennen sie weder Autos noch Handys und glauben auch, dass die Erde flach wie ein Pfannkuchen sei. In ihrer originalgetreuen Kleidung lassen sie sich bei der Ausübung ihres Handwerkes beobachten. Sogar an den Kochstellen brutzelt Feuer, über dem warme Suppen zubereitet werden.
Höhepunkt des Tages im Mittelalterzentrum ist sicherlich für viele das Ritterturnier. Hier wird gezeigt, wie sich die Edelmänner auf sportliche Weise ihre Zeit vertrieben. Auch die Demonstration der großen Schleudern und das Bogenschießen waren beliebte Anlaufpunkte bei den Besuchern von Sundkøbing.
Um 16 Uhr war es dann wieder Zeit für den Weg zurück, zurück in die Zukunft, ins Rostock des Jahres 2010. Bus, Fähre, Bus – pünktlich um 19:25 Uhr war ich wieder an der Haltestelle „Kröpeliner Tor“. Für die gesamte Strecke inklusive Eintritt ins Mittelalterzentrum habe ich nur ein Ticket benötigt.
Lust bekommen? Am 19., 24. und 26. August gibt es weitere Touren. Tickets sind bei Scandlines erhältlich - Kostenpunkt: 14 Euro für Erwachsene oder 39 Euro für ein Familienticket (max. 2 Erwachsene und 3 Kinder bis 11 Jahre).

Ein Schwerpunkt liegt dabei in Rostock, wo sich Stadtverwaltung, Hafen- und Entwicklungsgesellschaft, Verkehrsverbund Warnow, Scandlines und TT-Line an diesem Projekt beteiligen.
Gerade in Rostock sollen noch Hemmnisse abgebaut werden, die die Nutzung des Öffentlichen Nahverkehrssystems behindern. Dafür will man die Fahrpläne von Bus, Fähre und Bahn besser aufeinander abstimmen und Kombitickets anbieten. Schon ab Mai nächsten Jahres ist ein Shuttlebus von der Rostocker Innenstadt zum Fährterminal im Seehafen geplant.