12. Rostocker Frauenlauf 2014
Langstreckenlauf nur für Frauen im Stadthafen mit neuem Teilnehmerrekord
24. August 2014, von Stefanie
Ladies First – bei Wettläufen, zu denen sowohl Damen als auch Herren antreten, ist es meistens ziemlich aussichtslos, diese alte Etikette in der Leistungsspitze zu wahren. So kommen immer mehr Frauen auf den Geschmack, zur Abwechslung bei einem Frauenlauf zu starten. 396 waren es heute bei der 12. Rostocker Auflage – ein neuer Teilnehmerrekord. Was einen Frauenlauf so attraktiv macht? „Es ist auch mal ein ganz angenehmes Gefühl ganz vorne zu laufen. Das hat man ja sonst nie. Die Männer haben einen speziellen Ehrgeiz. Aber hier stand wirklich das Laufen im Vordergrund“, begründet Anne-Kathrin Litzenberg ihre erste Teilnahme am Rostocker Frauenlauf.
Die zehn Kilometer entlang der Kaikante im Stadthafen waren für die Güstrowerin „ein Lauf zum Genießen“. Segelboote, Sonne und – das gehört im Norden ein bisschen dazu – Gegenwind machen für sie die tolle Atmosphäre aus. „Heute hatte ich mal so richtig Spaß. Ich habe mal nicht auf die Uhr geschaut wie sonst“, sagt die ambitionierte Volksläuferin, die schon beim diesjährigen City-Lauf ihren Konkurrentinnen auf der gleichen Distanz davonrannte. Nach 37:49,7 Minuten kam sie als erste von 102 Läuferinnen ins Ziel, gefolgt von der Rostockerin Anke Hierundar und Inge Raabe aus Remscheid.

Nur einmal zwischen Kabutzenhof und Speicher waren die Läuferinnen und Walkerinnen der Fünf-Kilometer-Strecke unterwegs. Mit ausreichendem Abstand lief Maxi-Christin Wittig vom 1. LAV Rostock in 21:06,5 Minuten auf den ersten Platz. Die Rostockerin Janyna Rhode und Anne-Gert Schween vom LAV Ribnitz-Damgarten erkämpften sich Platz zwei und drei, oder eigentlich ja nicht. Denn bei der Siegerehrung legten die Organisatoren vom 1. LAV Rostock und City-Lauf e.V. es nicht auf ein Ranking an, sondern ernannten alle Läuferinnen mit Betonung auf den gesundheitlichen Gewinn des Laufens zur Nummer eins, Ladies first eben.
Mirko Schmidt vom City-Lauf e.V. beruft sich auf Erhebungen, die nahelegen, dass viele Frauen nicht an großen Volksläufen teilnehmen, weil sie nicht in der Masse laufen wollen. So seien beim City-Lauf mit bis zu 3000 Teilnehmer weniger als ein Drittel Frauen. Die Aussicht auf hintere Plätze oder ungewollte Blicke würden einige Frauen hemmen. Wenn sie unter sich seien, sei das anders, so Mirko Schmidt.
Nachwuchsläuferin Steffi Krüger will das so nicht bestätigen. „Mit Jungs zu laufen ist nicht viel anders“, sagt die 12-jährige Graal-Müritzerin. Mit Ehrgeiz hat sie ihren Titel von vor zwei Jahren verteidigt und den von ihr aufgestellten Rekord auf der 2,5-Kilometer noch einmal übertroffen. Joelina Raith und Chiara de Cahsan vom SC Laage blieben ihr dicht auf den Fersen.