Joachim ‚Jo‘ Jastram ist tot. Rostocks bekanntester Bildhauer starb am Freitag im Alter von 82 Jahren in einem Krankenhaus in Ribnitz-Damgarten.
Der 1928 in Rostock geborene Bildhauer hat seine Handschrift an vielen Plätzen hinterlassen, dem Nordosten Deutschlands und seiner Geburtsstadt blieb er jedoch sein ganzes Leben besonders treu und prägte sie wie kaum ein anderer Künstler.

Und auch Jo Jastram blieb und setzte weitere Akzente in seiner Geburtsstadt. Als sein bekanntestes Werk gilt der „Brunnen der Lebensfreude“ am Rostocker Universitätsplatz.
Im Volksmund auch liebevoll ‚Pornobrunnen‘ genannt, wurde das mit dem Bildhauer Reinhard Dietrich erschaffene Wasserspiel im Sommer 1980 eingeweiht. Seitdem lädt der gepflasterte, beckenlose Brunnen Jahr für Jahr die Kinder zum Spielen und Begreifen der Lebensfreude ein.

Inspiriert wurde er zu dieser Arbeit während seines Äthiopienaufenthalts Anfang der Achtziger. Eine große Reise war auch die Schaffung des Kunstwerks selbst – erst 2004 wurde die Figurengruppe in Bronze gegossen und vor den Silos im Stadthafen aufgestellt.
Nicht nur in der Hansestadt hat Jo Jastram die Menschen bewegt. Mit einem Trauerflor und roten Rosen geschmückt präsentierte sich heute der Brunnen der Lebensfreude im Rostocker Zentrum. Jo Jastram mag in der letzten Woche verstorben sein, in seinen Werken und im Herzen der Menschen lebt er weiter.
Plastiken aus der Sammlung der Rostocker Kunsthalle werden in Gedenken an Jo Jastram ab Freitag 10 Uhr in einer Sonderausstellung zu sehen sein. „Eine kleine, ehrende Ausstellung“ sei es, die die Kunsthalle zeigt, so Kurator Dr. Ulrich Ptak: „Wir werden einen Text aufhängen, der Jo Jastram selbst zu Wort kommen lässt.“

Jo Jastram: „Menschen am Wasser“ - Brunnenrelief in der Langen Straße 
Brunnen der Lebensfreude am Rostocker Uniplatz 
Große Afrikanische Reise - Figurengruppe von Jo Jastram 
Paul-Pogge-Denkmal, Büste von Jo Jastram im Rostocker Rosengarten