30. Rostocker Triathlon 2012 in Warnemünde
438 Teilnehmer zeigten beim 30. Rostocker Triathlon ihr Können in den Disziplinen: Schwimmen, Rad fahren und Laufen und erreichen damit einen Teilnehmerrekord
18. August 2012, von Maria
Sommer, Sonne, Triathlon. Während es die Urlauber am wohl heißesten Wochenende des Jahres an den Strand von Warnemünde zieht, versammeln sich am Nachmittag 438 Triathleten am Warnemünder Leuchtturm.
Pünktlich um 16:30 Uhr gibt Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens den Startschuss zur 30. Auflage des Rostocker Triathlons und die 233 Teilnehmer der Olympischen Distanz stürzen sich ins Wasser. Das heißt, eine Schwimmstrecke von 1,1 Kilometern liegt vor ihnen, die sie im Alten Strom absolvieren. Der Beginn und das Ende sind auf Höhe des Alten Leuchtturms, Wendepunkt ist die Bahnhofsbrücke.

Das Wasser sieht heute verändert aus: Zwar wirkt es noch dunkel und kühl, aber keineswegs ruhig. Während die Sportler wirbeln und schäumen, was die Schwimmerarme vermögen, reiht sich das Publikum als bunter Mix am Rand und feuert kräftig an. Doch auch die Sportler sind guter Laune, lachen und applaudieren sich selbst zum Start – allerdings hat so mancher mit der Wassertemperatur von ca. 18 Grad zu kämpfen und man hört: „Das ist ja kalt wie Sau.“
Nach dem Schwimmen geht es zum Wendekreis am Teepott: Für die Athleten heißt es umziehen, Räder schnappen und sich auf die 40 Kilometer lange Radstrecke begeben. Sie führt an der Strandpromenade entlang über Diedrichshagen, Elmenhorst, Nienhagen, Rethwisch und Steinbeck bis zum Wendepunkt nach Bargeshagen, von wo aus die gesamte Strecke wieder zurückgefahren wird.

Bei hochsommerlichen 30 Grad Lufttemperatur machten sich die erhitzten Sportler nun an die Laufstrecke. Die Distanz von 10 Kilometern ist auf vier Runden aufgeteilt: Sie führt die Sportler wieder am Alten Strom entlang, über die Bahnhofsbrücke, weiter um den südlichen Teil des Alten Strom herum und schließlich zurück zum Teepott.

Seit 2011 gibt es auch die Sprintstrecke, die insgesamt nur halb so viele Kilometer misst. 0,5 km Schwimmen, 20 km Rad fahren und 5 km Laufen müssen hier absolviert werden. In diesem Jahr haben sich 121 Sprinter angemeldet. Außerdem darf auch in Staffeln gestartet werden, sodass ein Dreier-Team je einen Sportler für eine bestimmte Disziplin ins Rennen schickt. 28 Staffeln nahmen am 30. Rostocker Triathlon teil.
„Es spricht sich rum, hier in Warnemünde ist ein tolles Flair unter dem Leuchtturm und das bombastische Wetter lockt viele Athleten“, freute sich Katrin Steinhagen, Organisatorin des Triathlons, über die Teilnehmerzahlen. Die Sportler kommen aus ganz Deutschland, die Prominenz sind in diesem Jahr elf der ehemaligen Gewinner. So behauptet sich auch Dieter „Schulle“ Schulz, der im Jahr 1983 der Gewinner des ersten Rostocker Triathlons war. Er nahm abermals die gesamte Olympische Distanz auf sich.

Mit einem deutlichen Vorsprung kann der Rostocker Bengt Behrens den Triathlon in diesem Jahr für sich entscheiden. Der 34-Jährige absolviert die Strecke in weniger als zwei Stunden und fasst seine Tour so zusammen: „Es war ganz schön windig und ich habe beim Radfahren viele Stürze gesehen. Dafür lief es in diesem Jahr mit dem Laufen viel besser.“
Die schnellste Frau in der Olympischen Distanz ist die Cottbusserin Bettina Goll. Sie hatte auch keine Probleme mit dem Kopfsteinpflaster, was andere bemängelten, sondern sagt als fröhlich-lächelnde Siegerin: „Ich mag das Laufen.“

Als Erster auf der „Jedermannstrecke“, der Sprintdistanz, kommt Matthias Kindel ins Ziel. Der Berliner schildert allerdings einige Probleme auf dem Radabschnitt: „Es waren viele Autos unterwegs und es gab da draußen ein ganz schönes Chaos: Einkaufstüten, Hunde und andere Radfahrer haben mich drei Mal zum Stürzen gebracht.“
Auch Henning Badrow, Mitglied der Staffel „Mixed Up“ aus Rostock und Potsdam, hatte Probleme: Er verlor sein linkes Pedal und musste mit nur einem Bein Schwung holen, um in die Wechselstation zu gelangen. „Meine Teamkollegen haben das aber wieder gut gemacht“, erzählt er.

Während sie schon länger ein sportliches Team sind, haben sich auch spontane Staffeln gebildet: So wurde Klaus-Peter Weippert erst zwei Stunden vor Beginn gefragt, ob er als Läufer die Gruppe komplettieren könne. Und so lief er zum ersten Mal die 10 Kilometer. Über seinen Lauferfolg sagt der 58-Jährige: „Ich laufe ja sonst nur 5 Kilometer und deshalb war ich ziemlich unvorbereitet. Ich wollte hier doch eigentlich nur als Helfer mitmachen und bin plötzlich gestartet.“
Obwohl die Hitze den Sportlern zu schaffen machte, blieb die Stimmung an diesem sportlichen Nachmittag von Anfang bis Ende gut, sodass die Läufer sich teilweise sogar mit einem flotten Spruch auf die Strecke begaben: „Komm, lass uns mal ‘n Stück spazieren gehen.“