„Hallo Weihnachtsmann!“ – oftmals mussten Eltern und Großeltern heute bei der Begrüßung des Weihnachtsmannes noch nachhelfen, so gespannt warteten am Nachmittag die Kinder auf ihn und sein Märchengefolge. Das Gedränge war so groß, dass die Kleinsten von Glück reden konnten, wenn sie eine große, starke Begleitperson dabei hatten, die sie für einen guten Blick auf ihre Schultern hievte.
Denn so ein gern gesehener Gast wie der Weihnachtsmann lockt natürlich auch die Presse mit ihren Kameras an. Über sie in der ersten Reihe hinwegzuschauen, ist für ein Kind schließlich nicht einfach. Aber der gute alte Mann bahnte sich routiniert seinen Weg vom Segelschiff, mit dem er den Stadthafen erreicht hatte, zu den vielen Kindern, die ihm ihre Wunschzettel entgegenstreckten. Dann verschwand er in sein Transportmittel, das ihn und seine Märchencrew vom Stadthafen zur Marienkirche brachte. Fuhr er in den letzten Jahren mit verschiedenartigen Pferdekutschen vom Stadthafen zum Weihnachtsmarkt, war der Weihnachtsmann in diesem Jahr wieder motorisiert unterwegs. Und das Tolle daran: In dem oben offenen Sightseeing-Doppelstockbus war so viel Platz, dass auch viele Schaulustige mit einsteigen konnten. Auf ging es den Berg hinauf, die Lange Straße auf und ab und ab der Marienkirche zu Fuß weiter bis zum Neuen Markt. Hier brummte schon der Rostocker Weihnachtsmarkt, der seit Donnerstag wieder mit Fahrgeschäften, Imbissbuden und Marktständen die Vorweihnachtszeit prägt.

Kein Buhmann, keine Rute

Jeder, der Weihnachtsmann sein will, so Petersen, müsse ein pädagogisches Gespür haben. Hat man es nicht, macht man es lieblos und wird es nicht zum Erfolg bringen. Nicht ohne stolz sagt er: „Es gibt in Rostock kein Kind, das Angst hat vorm Weihnachtsmann, weil ich nicht mit Rute komme. Man merkt bei Kindern, wenn die Eltern sagen, wenn du nicht aufräumst, sage ich das dem Weihnachtsmann. Der Weihnachtsmann sollte niemals als Buhmann benutzt werden. Sicherlich sollte er sein großes Buch haben, wo drin steht, ob die Kinder lieb waren. Aber er sollte nie dazu benutzt werden, die Defizite der Eltern bei der Erziehung auszubügeln. Das klappt vier Wochen im Jahr, dann ist sowieso alles vorbei.“

„Das macht den Rostocker Weihnachtsmann aus. Wenn ich allein wär, wär ich ein Weihnachtsmann wie jeder andere. Mit unserem Konzept wollen wir Kinder ansprechen“, betont Falk Petersen.
Im Laufe der drei Jahrzehnte seien die Kinder ein bisschen kritischer geworden. Die Eltern zum Großteil gleichgültiger, stellt Rostocks Weihnachtsmann fest. Umso mehr freut es ihn, dass es auch viele Eltern gibt, die jedes Jahr kommen, mitunter jeden Tag vor der Bühne stehen.
Und das können sie auch in den nächsten Jahren noch tun, denn in Rente will der Weihnachtsmann noch nicht gehen. Eigentlich kommt er ja jetzt erst in das richtige Alter.
Fotos von der Eröffnung des Rostocker Weihnachtsmarktes 2013:

Weihnachtslieder am Stadthafen von den Marching Saints. 
In dem Gedränge haben es kleine Kinder nicht leicht. Doch Papa, Opa und der Weihnachtsmann wissen Rat. 
Von Kindern und Kameras geliebt: Der Rostocker Weihnachtsmann 
Mit einem Doppelstockbus gelangt der Weihnachtsmann in die Lange Straße- 
Der Weihnachtsmann und sein Märchengefolge ziehen auf dem Rostocker Weihnachtsmarkt ein.