
So ging es gestern auch nicht auf den Friedhof, sondern in den winterlichen Wald der Rostocker Heide. Eine Führung durch den RuheForst stand auf dem Programm. Das Wetter zeigte sich zum Glück von seiner schönen Seite. Zu Wind und Kälte gesellte sich in Wiethagen die Sonne, sodass man sich an einem Samstagvormittag nicht auch noch bei grauem Matschwetter mit dem Tod auseinandersetzen musste.
Moment - Wald, Tod, Friedhof?

Die Urnen sind dabei aus biologisch abbaubarem Material gefertigt und werden tief genug eingelassen, sodass man nicht befürchten muss, dass diese von Mäusen oder Wildtieren wieder ans Tageslicht befördert werden.
Ebenso unbegründet ist die Angst, die Angehörigen könnten die betreffende Stelle nicht wiederfinden. Alle Biotope sind dezent gekennzeichnet und wer will, kann - ähnlich einem Grabstein - ein kleines Schild mit seinem Namen oder einem Spruch anbringen lassen.
Im Gänsemarsch bewegte sich die kleine Gruppe von Zuhörern durch den verschneiten RuheForst und ließ sich von Revierförster Roger Kähler erklären, was es bei dieser Form der Bestattung zu beachten gibt. In den letzten Jahren sei die Nachfrage deutlich gestiegen, so Kähler - viele Menschen suchten nach Alternativen zur traditionellen Bestattung.
Grundsätzlich kann jeder die Möglichkeit einer Bestattung im RuheForst wählen, naturgemäß scheinen jedoch Jäger und Förster eine spezielle Zielgruppe zu sein. So war 2006, im Jahr der Eröffnung, ein alter Jäger aus Markgrafenheide der Erste, der sich für das Waldgebiet als letzte Ruhestätte entschieden hatte. Auch in der Familie des Revierförsters finden sich bereits Interessenten für die naturnahe Bestattung im RuheForst.

Natürlich kann man den RuheForst auch einfach nur für einen herrlichen Waldspaziergang nutzen - besonders bei diesem einmaligen Winterwetter.