Samoa ade - neues Hotel und Wellnessresort entstehen

Millionenteurer Sonnenschutz für Promenadenbesucher in Warnemünde

9. März 2011, von
das Samoa in Warnemünde
das Samoa in Warnemünde

Jetzt soll es los gehen! So hieß es immer wieder in den letzten Jahren, wenn es um die Samoa-Ruine in Warnemünde ging. Bereits 2003 war das erst gut zwei Jahre zuvor eröffnete Spaßbad wieder geschlossen worden.

Nun soll es aber wirklich los gehen, denn die Deutsche Immobilien AG will auf diesem Gelände in unmittelbarer Nähe zum Hotel Neptun ein familienorientiertes Hotel mit Wellnessanlage bauen. Zustimmung fand das Vorhaben gestern beim Ortsbeirat Warnemünde. „Jetzt ist es so dicht, wie noch nie“, sagte Ortsbeiratsvorsitzender Alexander Prechtel: „Wir hoffen alle, dass das umgesetzt wird.“

Bereits im letzten Jahr kaufte das Unternehmen die letzten notwendigen Flächen und stellte den Bauantrag. Jetzt im März werden bauvorbereitende Maßnahmen getroffen, damit ab April der Teilabbruch beginnen kann.

„Es muss eine sehr aufwendige stabilisierende Stahlbetonwand eingezogen werden, bevor wir das Samoa im westlichen Teil mit den Rutschtürmen abreißen, um dort das Hotelgebäude anzudocken“, erklärte Hans-Joachim Hasse von der Deutschen Immobilien AG die anstehenden Arbeitsschritte.

Bruce, die Fledermaus, wird in diesem Sommer keinen Unterschlupf im Samoa finden
Bruce, die Fledermaus, wird in diesem Sommer keinen Unterschlupf im Samoa finden

Noch bevor die Fledermäuse Mitte Mai wieder in die lange Zeit verlassenen Gemäuer des ehemaligen Badeparadieses zurückkehren, soll dieser Bauabschnitt beendet sein. Und immerhin: Auch für das erneuerte Gebäude sind Unterschlupfmöglichkeiten für die geschützten kleinen Kerlchen angedacht.

Nach den Gründungsarbeiten soll es dann während der Sommermonate zwischen Juni und September ruhiger auf der Baustelle werden. Nicht nur als Eigentümer des Hotels Neptun, sondern auch aus Rücksicht auf den Ort, wolle man die Saison nicht mit intensiven Bauarbeiten belasten, so Hans-Joachim Hasse.

Hans-Joachim Hasse von der Deutschen Immobilien AG
Hans-Joachim Hasse von der Deutschen Immobilien AG

Weiter informierte er, dass die Ausschreibungen für den Hochbau, der ab September beginnen soll, noch laufen. Für Ende 2012 sei dann das „Pre-Opening“ geplant. „Unser Ziel ist es, zum 15.03.2013 das gesamte Objekt zu realisieren und vollständig in Betrieb zu nehmen.“

Das gesamte Objekt besteht aus einem Hotelgebäude mit Wellnessanlage.

Warnemünder Promenade mit Blick auf das Samoa und Hotel Neptun
Warnemünder Promenade mit Blick auf das Samoa und Hotel Neptun

420 Betten sollen in dem 42 Meter hohen Hotelgebäude untergebracht werden. Zum Vergleich: Das benachbarte Hotel Neptun ragt 68 Meter in den Himmel. Kritisiert werden diese Ausmaße vor allem deshalb, weil das Bettenhaus ohne die für Warnemünde übliche Distanz direkt an der Promenade gebaut werden soll. Dadurch komme es zu einer unerwünschten Schattenbildung auf der Flaniermeile.

Für Unsicherheiten sorgte in der Vergangenheit auch immer wieder die Frage, ob die Wellnesslandschaft nur den Hotelgästen vorbehalten bleibe oder auch von der Öffentlichkeit genutzt werden könne. „Jeder Gast oder Einheimische kann dieses Objekt nutzen“, versicherte Hans-Joachim Hasse. Sogar Schulschwimmen wird kostenfrei möglich sein.

Wasserrutschen wird es in der neuen Badelandschaft nicht mehr geben
Wasserrutschen wird es in der neuen Badelandschaft nicht mehr geben

Für die Wasserratten wird es eine Badelandschaft mit einem 25 mal 14 Meter großen Innenbecken und ein 20 mal acht Meter langes Außenbecken geben. Komplett neu gebaut wird auch eine vielfältig gestaltete Saunalandschaft. Fitnessräume mit Gymnastiksaal und ein Beautybereich gehören ebenso zu der Wellnesslandschaft, der eine Fläche von 4500qm eingeräumt wird.

Das neue Gebäude wird durch das Hotel Neptun mitbetrieben und entsprechende Synergieeffekte vor allem beim Personal genutzt. „Wir werden trotzdem 46 feste Arbeitsplätze schaffen und wesentlich mehr saisonale Arbeitsplätze“, zählte Hasse auf.

Samoa Eingang zum Badeparadis
Samoa Eingang zum Badeparadis

Insgesamt 43 Millionen Euro beträgt das Investitionsvolumen für diesen Neubau.

Damals, als das Land Spaßbäder noch förderte, flossen bereits etwa 14 Millionen Euro Fördermittel in diesen Standort. Auch für dieses Projekt wird es wieder Fördergelder in Millionenhöhe geben. Wie hoch die Summe genau ist, darüber gibt es bisher noch keine Auskunft.

Befürchtungen, dass hier abermals öffentliches Geld verschleudert wird, versucht Hans-Joachim Hasse zu entkräften: „Wir denken, dass wir trotz aller Probleme, die das Samoa hatte, mit unserem neuen Konzept die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit dieses Objektes realisieren und somit nachhaltig die Infrastruktur für Warnemünde verbessern können.“

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