Warnemünder Sandwelt 2013
Auf der 4. Sandwelt in Warnemünde spukt der Klabautermann – internationale Künstler gestalten Sandfiguren am Kreuzfahrtterminal Pier 7
5. April 2013, von Stefanie
Sieben Sandfiguren, die bis Windstärke 7 standhalten sollen, entstehen derzeit am Pier 7 in Warnemünde. Sieben Künstler aus Osteuropa und Deutschland modellieren für die 4. Warnemünder Sandwelt 2013 unter dem Motto „Das Logbuch des Klabautermanns“ Geschichten rund um das Meer.
400 Tonnen Sand, die wegen der nötigen eckigen Kornstruktur nicht vom Ostseestrand, sondern aus einer Sandgrube in Brandenburg stammen, werden dafür verbaut. Vermischt mit bloßem Wasser und durch Stampfen verdichtet, erhält das Material die Festigkeit, um selbst filigrane Figuren freizulegen.

Ein Meister darin ist der Russe Sergey Tselebrovsky, der auch amtierender Weltmeister in der Eisskulpturenkunst ist und sich wie viele diesjährige Sandkünstler bereits an Karls Eiszeit in Rövershagen beteiligt hat. Für die Warnemünder Sandwelt formt er kühn geschwungene Wellen in den Sand: Ein Windjammer wird in einer stürmischen Nacht von Wind und Wasser hin- und hergerissen.

Andrey Molokow hat sich für seine Skulptur von den Wikingern inspirieren lassen. Bereits am 28. März hat der 36-jährige Tschuwasche bei frostigem Schneetreiben mit seiner Arbeit begonnen. „Wir hatten Schwierigkeiten mit der Witterung“, erklärt der künstlerische Leiter Othmar Schiffer-Belz. Erst mit Brennern konnte der gefrorene Sand, der aus dem letzten Jahr dort lagerte, aufgetaut werden.

Mittlerweile thront ein Prachtexemplar eines Wikingers vor einem Wikingerschiff, mit Blick in die Ferne auf den Seekanal oder eines der Kreuzfahrtschiffe, die demnächst hier wieder anlegen werden. Für die internationalen Gäste wurden erstmals auch englische Beschreibungen vorbereitet.
Andere Sandberge hingegen ruhen noch unter den Schutzschalen und warten darauf mit Spachtel, Pusterohr und Wassersprüher in fantasievolle Formen gebracht zu werden.

Empfangen werden die Besucher der Warnemünder Sandwelt von einer imposanten Windsbraut, einer Galionsfigur des Polen Wiaczeslav Borecki. Auch die Riesin Neringa, die der Sage nach Ostseefischer in der Not rettete, soll noch ihren Platz finden. Und überall taucht der Klabautermann auf. Mal etwas versteckt und mal schon von Weitem sichtbar, wie für die Schiffspassagiere, die durch den Seekanal fahren.
Bis zum 7. Mai kann man die Künstler bei ihrer Arbeit beobachten. Die Sandfiguren selbst werden bis zum 31. Oktober 2013 bei freiem Eintritt zu sehen sein.
Täglich zwischen 11 und 12 Uhr führt Othmar Schiffer-Belz Interessierte mit Geschichten über die fabelhaften Reisen des Klabautermannes durch die 4. Warnemünder Sandwelt.