Verhaltet euch mucksmäuschenstill! Irgendwo hier versteckt sich das Wesen und will euch in seinen geheimnisvollen Turm entführen. Vielleicht steht es gerade schon hinter dir?
Halt, keine Angst. Das, was ich gerade geschildert habe, war ein Stück aus dem Lied „Gebt Acht!“ der Band Schandmaul. Diese waren gestern zu Gast im M.A.U. Club und hatten zum Glück keine mysteriösen Geschöpfe dabei. Dafür aber tolle Instrumente, spannende Geschichten und ganz viel gute Laune.
Ungefähr eine halbe Stunde musste man in der Kälte stehen, bevor man endlich in den Club konnte. 700 Fans waren gekommen und standen teilweise mehrere Meter an der Warnow entlang, so lang war die Schlange. Doch zum Glück war schon die Vorband bereit, um alle wieder aufzuwärmen. Einen passenderen Namen als Burn hätten sich die vier Münsteraner dazu wohl kaum geben können. Mit ihren elektronisch angehauchten Popklängen brachten sie auch die ersten Gäste zum Tanzen, jedoch war klar: Die Fans wollten Schandmaul sehen.
Traumtänzer heißt das aktuelle Album der Münchener. Und passend dazu stand der Abend gestern auch unter dem Motto einer musikalischen Traumreise. Musik und Texte der Band erzählen Geschichten von fernen Ländern und aufregenden Kulturen und so wurde der M.A.U. Club kurzerhand in ein Traumschiff verwandelt. Doch nicht nur geographisch wurde gereist, sondern auch zeitlich. Sänger Thomas versprach, neben aktuellen Liedern, auch „viele olle Kamellen“ zu präsentieren.

Dann hieß es endlich Leinen los, schließlich stand eine weite Reise bevor. In blaues und weißes Bühnenlicht getaucht, passend zur Reise auf dem Meer, ging es zuerst in den Orient, wo das Leben einer Assassine geschildert wurde. Zurück in Europa, in Barcelona bei Nacht, wurde es dann romantisch. Eine Liebe zwischen Mensch und Vampir, die nur „Bis zum Morgengrauen“ bestehen kann. Im dritten Hafen, Osteuropa, wurde dann gemeinschaftlich Polka getanzt und die letzte Station war der Brocken, wo zusammen mit Hexen und Zauberern die „Walpurgisnacht“ gefeiert wurde.

