„Jazz at heart“– Jazz fürs Herz in der Kunsthalle Rostock
Junge Jazzmusiker und Herzspezialisten beenden das Jazzfestival „See More Jazz” 2010
13. Juli 2010, von Stefanie
„Summertime and the living is easy” heißt es in einem Lied von George Gershwin. Zur Sommerstimmung am Sonntag in der Kunsthalle passte er hervorragend. Deshalb machte es auch gar nichts, dass dieser Jazzstandard gleich zweimal vorgetragen wurde; einmal als Instrumentalstück von den Teilnehmern des „See more Jazz“ Workshops und später gesungen von Christina Jaschkowiak und den Musikern des Projektes „Jazz at Heart“.

Mit dem Konzert ging am Sonntagmittag das dreitägige Jazzfestival „See more Jazz“ zu Ende. Bereits am Freitag- und Samstagabend hatten Konzerte im Straßenbahndepot und im Zoo stattgefunden.
Außerdem nahmen während des gesamten Wochenendes 16 junge Jazzmusiker an einem Workshop teil. Unter der Leitung der Dozenten Wolfgang Schmiedt (Gitarre), Thomy Jordi (Bassgitarre) und Andreas Weise (Piano) wurde trotz großer Hitze intensiv geprobt. „Nun brennen die Teilnehmer darauf sich hier zu präsentieren“, sagte Andreas Weise, bevor er die Bühne den jungen Jazzern übergab.

Diese spielten nicht nur Klassiker wie „Watermelon Man“ von Herbie Hancock und „Milestone“ von Miles Davis, sondern verpassten vielen Stücken auch ihren eigenen, meist lateinamerikanischen Stil. Denn im Workshop befassten sich die Teilnehmer vor allem mit brasilianischer Musik in Verbindung mit Jazz.
Der Stevie Wonder Song „Isn’t she lovely“ beispielsweise wurde in sechs verschiedenen Stilistiken geprobt. Für das Abschlusskonzert wurden schließlich zwei Versionen ausgewählt und vorgestellt. Aber auch eigene Songs der Workshopband, wie der funkige „Rock Rock“ kamen beim Publikum gut an.

Die einzige Musikerin des Workshops war die Bassistin Christine Riel aus Greifswald. Die 21-Jährige ist vor ungefähr zwei Jahren vom Akkordeon auf den Bass umgestiegen. „Mich reizt besonders das Improvisieren“, sagt sie über ihre Vorliebe zur Jazzmusik.

Am Bass abgelöst wurde sie vom 23-jährigen Kristoff Schmiedt. Er ist Student an der Hochschule für Musik und Theater Rostock (HMT).
„Über den Punkrock“, so erzählt der Musiker, ist er zum Jazz gekommen. Später will er einmal Musikschullehrer werden und seinen Schülern zeigen, was man neben Punk und Jazz noch so alles auf diesem Instrument spielen kann.
Nach einer kurzen Pause wurde das Konzert mit „Jazz at Heart“ fortgesetzt. „Jazz at Heart“ ist ein Projekt der beiden Herzspezialisten Dr.med. Christina Jaschkowiak und Professor Dr. med. Gustav Steinhoff.

Die Münchner Kardiologin und der Direktor der Herzchirurgie der Rostocker Universitätsklinik verbinden damit ihr berufliches Engagement und ihre private Leidenschaft für Jazzmusik.
Gemeinsam mit Rostocker Jazzmusikern haben Christina Jaschkowiak als Sängerin und Gustav Steinhoff am Klavier bereits ihre dritte CD aufgenommen, die sie nun auf dem Benefizkonzert vorstellten. Mit dem Erlös des Konzertes werden konkrete Projekte der Organisation Ärzte ohne Grenzen und des Bundesverbandes Herzkranker Kinder unterstützt.

Rene Geschke, einer der Organisatoren des Jazzfestivals, wertet das „See more Jazz“ als vollen Erfolg. „Es können ruhig noch mehr Gäste werden“, sagte er bei der Abschlussveranstaltung in der gut gefüllten Kunsthalle und hofft, dass sich das neue Jazzfestival in Rostock etablieren wird.