SpielLust Theaterfestival 2011 an der Bühne 602
„Der Froschkönig“ vom Figurentheater Ernst Heiter eröffnet das Theaterfestival
27. Januar 2011, von StefanieHeute Vormittag ging es los, das Theaterfestival SpielLust 2011 an der Bühne 602. Bis Sonntag zeigt der Landesverband Freier Theater Mecklenburg-Vorpommern zehn Produktionen, welche die Vielfalt der freien Theater in unserem Bundesland widerspiegelt.
Vor allem Märchen und Kinderbücher liefern die Vorlagen für die gezeigten Schau- und Puppenspiele. Bis auf zwei Aufführungen werden die Bühnenstücke speziell für Kinder inszeniert.
Für die großen Theaterbesucher dürften die Abendvorstellungen interessant sein. So führt die Compagnie de Comédie am Freitag um 20 Uhr „Mondscheintarif“ nach dem Bestseller von Ildikó von Kürthy auf. Und am Samstag ab halb elf wird Miss Hertha Ottilie van Amsterdam vom Theater Liebreiz ihren Charme im Foyer der Bühne 602 versprühen und Chansons von Edith Piaf und Marlene Dietrich zum Besten geben.

Auch eine Premiere steht auf dem Programm des Theaterfestivals. Am Samstag wird um 14 Uhr „Prinzessin gesucht – Heirat nicht ausgeschlossen“ vom A Mano Theater nach einem Kunstmärchen von Richard von Volkmann-Leander zum ersten Mal aufgeführt.
Offiziell eingetrommelt, eingeblasen, eingepfiffen und eingesungen wird das SpielLustfestival morgen um 16 Uhr, wenn die Optimistische Kurkapelle Mecklenburg-Vorpommern bei einem Umzug in der Innenstadt aufspielt.
Schon heute machte jedoch das Figurentheater Ernst Heiter mit „Der Froschkönig“ den Auftakt.

Auch wenn die Inszenierung des Märchens nach den Brüdern Grimm mit edlen Stoffen aus Gold und Samt alles andere als billig wirkt, spielen ein Apfel und ein Ei eine besondere Rolle. Aus ihnen zaubern Prinzessin Gabriele (Katharina Sell) und ihr Mann Eduard (Frank Hirrich) den König und die Königstochter. Der Frosch darf natürlich auch nicht fehlen. Den hatte Eduard parat, der zum königlichen „Wasserpatscher“ eine spezielle Verbindung hat. Denn das Märchen vom „Froschkönig“ ist die Geschichte von Prinzessin Gabriele und Prinz Eduard.

Nach 37 Jahren schauen sie auf den Anfang ihrer Ehe zurück und erzählen, wie aus einem Frosch ein schöner Prinz und aus einem spielenden Kind eine verheiratete Frau wurde. Die allerdings immer noch so bockig wie ein Kleinkind ist und ihrem Mann „ausversehen“ die leckeren Kekse wegfuttert. Zur Freude des jungen Publikums, das dem sehr amüsanten Theaterstück aufmerksam folgt und sich wohl wiedererkennt.
Am Ende geht natürlich alles gut. Die Prinzessin erlöst den Prinzen. Nach langem Hin- und Herüberlegen entschließt sie sich übrigens auf das grimmsche An-die-Wand-Werfen zu verzichten und den Frosch ganz romantisch zu küssen.

Prinz und Prinzessin heiraten und leben – wie das Publikum sehen kann – noch heute. Und damit es keinen Knatsch wegen des aufgefutterten Backwerks gibt, brachte für die beiden völlig überraschend der vierjährige Ben aus dem Publikum einen von seinen Butterkeksen auf die Bühne.
Ein wunderbares Theatererlebnis, das Lust auf mehr macht. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich schon am Freitag ab 10 Uhr an der Bühne 602 bei dem Puppenstück „Oh, wie schön ist Panama“ vom Schnuppe Figurentheater.