Zwei Rostocker Kulturveranstalter wurden heute mit dem Spielstättenprogrammpreis Rock, Pop, Jazz 2013 ausgezeichnet. Das Kulturschiff Stubnitz und die Veranstaltungsreihe Seemannsklub des Rostocker Unternehmens Kulturbotschafter Events können sich über den Preis für ein herausragendes Programm im Kalenderjahr 2012 freuen.
Der Preis wurde von der Initiative Musik zum ersten Mal verliehen, die dafür aus dem Etat des Bundesstaatsministers für Kultur und Medien mit einer Million Euro ausgestattet wurde. „Der Preis zielt auf die kleinen und mittleren Clubs und Programmveranstalter, die mit Mut zum Risiko ein kulturell herausragendes Programm anbieten, das jenseits des Etablierten auf ein hohes musikalisches Niveau setzt. Genau diese Risikofreude brauchen wir, wenn sich die Musikszene weiterentwickeln soll und wir unsere vielfältige Clublandschaft erhalten wollen“, betonte Staatsminister Bernd Neumann, der heute Abend in Hamburg die Preise überreichte.
320 Veranstalter aus ganz Deutschland hatten sich um den Preis beworben. Die besten 55 wurden in drei Kategorien ausgezeichnet. Die Stubnitz ist eine von mehreren Preisträgern der ersten Kategorie, in der Spielstätten mit regelmäßigen Livemusikveranstaltungen pro Woche geehrt werden und setzte sich mit der besten Punktzahl von allen anderen ab. Stubnitz-Chef Urs Blaser ist froh über den Höchstpreis von 30.000 Euro. „Es ist mal eine qualitative Beurteilung. Denn was inhaltlich auf dem Schiff passiert, nehmen viele nicht wahr. Viele sind erstaunt, dass es noch schwimmt, und tun das Programm als Party ab.“ Über 240 Veranstaltungen in Rostock, Bremen, Hamburg und London gab es im letzten Jahr auf dem Schiff. Etwa 36.000 Besucher kamen an Deck des ehemaligen Kühlschiffes. „Endlich wird der Beitrag der Stubnitz für eine Musikkultur, die nicht auf Mainstream setzt, national gewürdigt“, freut sich die Vorsitzende des Rostocker Kulturausschusses Susan Schulz (Grüne).
Wann das Schiff wieder im Stadthafen anlegen wird, weiß die Crew der Stubnitz, die derzeit in der Hafencity Hamburgs liegt, noch nicht. „Es kann nicht sein, dass wir in Rostock Schulden machen und woanders das Geld wieder eintreiben“, wünscht sich Urs Blaser ein auskömmliches Budget sowohl für den Unterhalt des Schiffes als auch für die Programmgestaltung. Etwa 15 Euro Förderung für eine Karte eines anspruchsvollen Programms seien nötig. Im nächsten Jahr wolle man auf die Fraktionen der Bürgerschaft zugehen.
