Vor kurzem erst ließen mich die Verzögerungen bei der Sanierung der Vorpommernbrücke behaupten, die aktuelle Verkehrslage sei eine gute Werbekampagne für das Radfahren. Tatsächlich nimmt die Stadt aktiv an einer solchen Kampagne teil.
Stadtradeln heißt die Initiative, durch die Themen wie die Radnutzung mehr als sonst in den Mittelpunkt der Stadtverwaltung rücken sollen.
Und das nicht nur auf dem Schreibtisch, sondern durchaus in den Tiefen des „Stadtdschungels”. Sieben Teams, sämtlich aus Mitgliedern der Stadtverwaltung, treten an, um im Vergleich mit anderen Kommunen die meisten Radkilometer zurückzulegen.

Für die Teamkapitäne ging es heute zusammen mit dem Vorsitzenden des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) Martin Elshoff auf „Safari” durch die Innenstadt, um sich über verschiedene Radverkehrsschwerpunkte auszutauschen.
Der Anteil an Fahrradfahrern in Rostock hat sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt – das ist bundesweit übrigens einmalig. Und auch wenn die Hansestadt einen sehr fahrradfreundlichen Eindruck macht, gibt es doch ein paar Bereiche, die den Planern Kopfzerbrechen bereiten.

Zielsicher werden die Teilnehmer zu den mal gut, mal weniger gut gelösten Punkten gelotst, um sich jeweils kurz über Möglichkeiten und Hürden auszutauschen.
Dabei sind die Probleme nicht grundsätzlich fremd, liegen einige doch auf dem täglichen Arbeitsweg der Teilnehmer. Schwerpunkt, da ist man sich einig, sind die Kreuzungsbereiche mit ihren Überschneidungen der Verkehrsmittel. Auch Baustellen sind dem Vorsitzenden des ADFC aus Radfahrersicht „ein Graus”. Da würde sicherlich auch der Rest der Verkehrsteilnehmer zustimmen.

Auch diese Gefährte wollen in Planungen mit einkalkuliert sein, erhöht sich durch sie doch nicht nur die Anzahl der Radfahrer, sondern auch Risiken, wenn zum Beispiel Autofahrer deren Geschwindigkeit unterschätzen. Trotzdem bieten sie gerade auch älteren Bürgern wieder mehr Mobilität und einen größeren Bewegungsradius.
Es gibt also viele Gründe, warum sich die Stadtverwaltung mit der Situation der Radfahrer beschäftigen sollte. Und der wichtigste, der auch Stein des Anstoßes für die „Stadtradeln” Initiative war, wurde noch gar nicht erwähnt. Die Menge CO2, die durch Radfahren eingespart wird, ist immens. 170 Tonnen im letzten Jahr allein durch die Teilnehmer der Aktion aus den 35 Städten.

Bleibt nur eine Frage: Wann findet die Aktion für die Bürger statt? Interessierte gäbe es bestimmt genug.