
Eine lückenlose graue Wolkendecke, aus der es ständig nieselte, hatte sich über der Stadt ausgebreitet. Was für eine Trostlosigkeit, wenn es nicht die bunten Häuser in Schmarl, Groß Klein, Toitenwinkel und Dierkow geben würde.
Von grau in grau konnte jedenfalls keine Rede sein auf der Stadtteilrundfahrt, zu der anlässlich der diesjährigen Imagekampagne „Ein schönes Stück Rostock“ die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau mbH (RGS) einlud.


Schmarl, Groß Klein, Toitenwinkel und Dierkow gewinnen wieder an Attraktivität. Diese entsteht nicht nur durch die augenscheinliche Aufwertung von Gebäuden und Außenanlagen. „Viele soziale Projekte wie Küchen, Kochkurse oder Existenzgründerinitiativen sind nicht sichtbar “, wies Jörg Overschmidt hin, als die Fahrt durch Schmarl führte.
In diesem Stadtteil ist der Mitarbeiter der RGS Quartiermanager und koordiniert die Projekte der Stadtteilentwicklung. Stolz zeigte er den modernisierten Schulkomplex in der Stephan-Jantzen-Straße, eine Sporthalle und das Stadtteil- und Begegnungszentrum „Haus 12“, wohin in den letzten Jahren Millionensummen geflossen sind. Aber es bleibt auch noch einiges zu tun. Eine zentrale Aufgabe steht noch im Rückbau des alten Gewerbekomplexes „Schmarler Landgang“ und der Gestaltung zu einer Grünfläche an, gab Jörg Overschmidt einen Ausblick auf zukünftige Projekte.

Groß Klein wird als Erstes wieder aus dem Programm „Die soziale Stadt“ herausgehen. Eines der größten Projekte in diesem Teil Rostocks war der Umbau einer Schule zum Stadtteil- und Begegnungszentrum „Börgerhus“ sowie die Gestaltung der umliegenden Freiflächen, die zu einem beliebten Treffpunkt für die Bewohner Groß Kleins geworden sind.

Anschließend führte die Stadtteilrundfahrt durch den Warnowtunnel, an einem Gewerbegebiet vorbei in den Osten Rostocks nach Toitenwinkel. Hier ist Jens Anders von der Vereinigten Bürgerinitiative Toitenwinkel e.V. der zuständige Quartiermanager. Den Reiseteilnehmern zeigte er die neu gestaltete Fassade der Kita „Zwergenhaus“ und den idyllischen Teich am Friedensforum.

Aber auch in Toitenwinkel gibt es noch graue Flecken. Wie zum Beispiel eine Supermarktruine in der Pablo-Picasso-Straße. „Im Moment kommen wir mit dem Eigentümer nicht weiter“, ärgert sich der Quartiermanager. „Aber allen ist der Zustand ein Dorn im Auge.“

„Ohne die Wohnungswirtschaft würde es nicht funktionieren, die Wohnbedingungen hier zu verbessern“, würdigte Reinhard Wolfgramm, Geschäftsführer der RGS, den Einsatz der in den vier Stadtteilen aktiven Wohnungsgesellschaften.

Die Städtebauförderungsprogramme werden jeweils zu einem Drittel vom Bund, vom Land und von der Stadt finanziert. Sie wirken sich auch unmittelbar auf das Umfeld aus, da vor allem lokale Handwerker und Firmen engagiert werden.
„20 Millionen Euro werden im nächsten Jahr aus dem Vermögen der Hansestadt eingeplant“, informierte Oberbürgermeister Roland Methling auf der Tour. Besonders freut ihn, dass zunehmend Einrichtungen entstehen, die den Bürger direkt erreichen.
Vom 4. bis 19. Oktober wird es im Rahmen der diesjährigen Imagekampagne „Ein schönes Stück Rostock“ in Schmarl, Groß Klein, Toitenwinkel und Dierkow eine Reihe von Kultur- und Informationsveranstaltungen geben.