„Schwarz in Weiss, diesen Gag musste ich einfach mitnehmen“, so begrüßte Stefan Schwarz sein Publikum im Peter-Weiss-Haus. Ungefähr 40 Gäste kamen, um zu erfahren, wer Nancy ist und was es mit ihren Hüften auf sich hat.
Bevor der Autor jedoch seinen ersten Roman vorstellte, fragte er das Publikum, wie lange er denn lesen solle. Es wurde schnell eine Einigung gefunden: zwei Stunden mit einer Pause für die Raucher.
Übrigens ist es zwar der erste Roman von Stefan Schwarz, keineswegs jedoch sein erstes Buch. Vorher schrieb er Kurzgeschichtensammlungen wie „Ich kann nicht, wenn die Katze zuschaut“.

Spannend war vom Autor zu erfahren, dass es Nancy wirklich gibt. Die junge Frau, die in einer Muckibude in Leipzig arbeitet, musste sogar richterlich zusichern, dass sie mit dem Buch einverstanden ist.
Die Hauptfigur des Romans rutscht auf ihrem Selbstfindungstrip natürlich von einer Katastrophe in die nächste: Ungewollte Intimberührungen mit Muskelbergen, Familienprobleme und Sportverletzungen sind da nur der Anfang. Schwarz las dabei sehr pointiert und hatte viele Lacher auf seiner Seite. Besonders die Damen im Publikum waren angetan.

Auffällig dabei war, dass nur ein Mann eine Unterschrift wollte. Dieser Herr war Michael Lehmann, der auch schon bei der letzten Lesung von Stefan Schwarz im Jahr 2009 im Rostocker Kuhtor dabei war. Er fand es auch diesmal wieder „äußerst unterhaltsam“ und fühlte sich als „Zuhörer und Zielgruppe zugleich“.
Schwer zu sagen also, ob „Hüftkreisen mit Nancy“ nun ein Männer- oder Frauenbuch ist. Auf jeden Fall kommen alle die auf ihre Kosten, die sich für eine nicht ganz jugendfreie, dafür aber bissige, teilweise nachdenkliche und vor allem sehr lustige Geschichte begeistern können.
