Trotz aller Unglücksmeldungen: Sturmtief Xaver mausert sich zum Star. In den Medien genießt er höchste Aufmerksamkeit, hunderte Schaulustige wollen ihn hautnah erleben.
Warnemünde war heute so stark besucht wie an sonnigen Sonntagen. Viele nutzten den - dank Xaver - schulfreien Tag, um sich den Wind ordentlich um die Nase wehen zu lassen. Und dabei blieb es nicht. Denn wer sich auf die Molen hinauswagte, musste sehr standfest sein, so stark drückte der Sturm bei Windgeschwindigkeiten um 100 km/h aus Nordwesten. Unablässig wehte er den feinen Strandsand über die Dünen in die Gesichter der Spaziergänger. Das Meer schäumte und die Gischt klatschte unter dem Gejaule und Gepfeife von Xaver in riesigen Fontänen an die Kaimauern.
Ein besonderes beeindruckendes Naturschauspiel, das sich trotz aller Unwetterwarnungen nur Wenige entgehen lassen wollten und mit ihren Kameras festhielten.
Was es heute in Warnemünde hingegen kaum zu sehen gab, waren Schiffe. Der Fährverkehr über die Warnowmündung ist inzwischen vollständig zum Erliegen gekommen, die Fähre Warnemünde – Hohe Düne fällt bis auf Weiteres aus, heißt es vom Betreiber. Scandlines musste die für heute geplante Wiederaufnahme auf der Strecke Rostock - Gedser bereits mehrfach verschieben. Nicht besser sieht es auf der StenaLine-Route von Rostock ins schwedische Trelleborg aus. Während die Skåne sicher am Liegeplatz im Rostocker Seehafen vertäut ist, kreuzt die aus Trelleborg kommende Mecklenburg-Vorpommern seit heute Mittag in den Gewässern vor Warnemünde und wartet auf bessere Wetterbedingungen.
Orkantief Xaver - Fotos aus dem Ostseebad Warnemünde:

Hartgesottene "Sturmfans" auf der Westmole in Warnemünde. Hier wehte ordentlich der feine Sand in alle Poren. 
Der Sandsturm schränkte die Sicht stark ein. 
Und auch Gischt fegte reichlich über die Mole hinweg. 
Wer will da gemütlich zu Hause bleiben, wenn man draußen was erleben kann? 
Landunter an der Ostmole 
Nach dem Sturm bleibt vermutlich nur Kies am Strand, während der Sand in den Straßen liegt ;-) 
Viele, viele Fotografen ließen sich die außergewöhnlichen Bilder nicht entgehen. 
Hotel Neptun im Sturm 
Ein einsamer Wassersportler wagte sich in die tosenden Wellen: ein Kraftakt. 
Strandsand an den Hafenanlagen 
stürmischer Spaziergang am Strand von Warnemünde 
Sturmtief Xaver fegt über Warnemünde hinweg 
Xaver bringt orkanartigen Wind nach Warnemünde 
Selbst Esperanza auf der Mittelmole muss ordentlich Salzwasser schlucken. 
Ungemütlicher geht es bald gar nicht mehr auf den Warnemünder Molen. Trotzdem sind zahlreiche Schaulustige unterwegs. 
Leuchtturm im Sturm 
Viele Einschränkungen gibt es auch beim Schiffsverkehr. Schön, wenn ein Schiff wieder heil in den Hafen kommt. 
Einige wenige Händler ließen ihr Geschäft heute in Warnemünde geschlossen. 
Damit nichts herumfliegt, wurde die mobile Toilette an der Straßenlaterne festgebunden und die Absperrungen zusammengeschoben, um die Baustelle zu sichern. 
Wer seine Sachen draußen nicht niet- und nagelfest gemacht hat, musste mit Verwüstungen rechnen.