
Die Gestaltung von öffentlichen Räumen hat für viele Menschen, vor allen für diejenigen, deren alltägliches Leben davon beeinflusst wird, eine hohe Bedeutung. Mitunter löst eine konkrete Bauweise heftige Debatten aus.
Um einige neu entstandene Gebäude kennenzulernen, schloss ich mich am Sonntag der „Architekturradtour“ des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) an. 15 Radfahrer hatten sich für eine etwa 30 Kilometer lange Strecke zusammengetan, um fünf Gebäude zu besichtigen.

„Der Verkehrslärm, der Wärmeschutz, der Sonnenschutz für einen blendfreien Arbeitsplatz - das sind alles Probleme, die über die Jahre neu dazugekommen sind und irgendwann dazu führten, dass man gesagt hat: Hier können wir nicht mehr angemessen arbeiten. Hier muss jetzt was getan werden“, erklärte der Architekt den Schritt zur Sanierung.
Mit dem Umbau sollten aber nicht nur die Arbeitsbedingungen verbessert, sondern auch ein Imagewechsel vollzogen werden. Mit dem neu gestalteten Gebäude möchte sich die Ostsee-Zeitung zukünftig offener und transparenter repräsentieren.

Hier hatten die Besucher die Gelegenheit, auch das Innere des Hauses zu besichtigen. Über vier Etagen erstreckte sich der Wohnraum für die junge Familie, die am Tag der Architektur Einblicke in ihr privates Umfeld gewährte. Trotz des beschränkten Platzes wirkt es durch die offene Bauweise sehr großzügig, dank Oberlichtern und einer großzügigen Fenstergestaltung gibt es in jedem der Räume Tageslicht.

Auf gut 4.600 qm ist hier eine Ganztagsgrundschule mit angeschlossener Kindertagesstätte entstanden. Neben Werkstatt, Lehrküche, Bibliothek und Sporthalle steht den Kindern hier auch eine Sauna zur Verfügung.

Durch die Druckerei führte der Architekt Claus Sesselmann. Er machte auf die besonderen Anforderungen hinsichtlich der Materialwahl und Konstruktion aufmerksam und erläuterte das Energiekonzept.

Anstatt einfach nur einen simplen Quader in die Landschaft zu setzen, entschloss sich sein Team, dem Thema „Verbindung“ (zweier Stromkabel, Energiekonzerne, Länder) auch durch die äußere Gestaltung eine Form zu verleihen. Entstanden sind zwei Baukörper, die ineinandergreifen und sich farblich und in der Materialität voneinander absetzten. Auf der Landseite der weiße Beton, auf der Seeseite der metallische Körper, der für Skandinavien steht.

Die Urnenanlage stammt aus den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts und gilt als Musterbeispiel geometrischer Sachlichkeit des so genannten „Neuen Bauens“. Zu den vorhandenen baulichen Strukturen wie Treppen und Mauern aus Formklinkern fügte Andreas Webersinke neue Gestaltungselemente in zeitgemäßer Formensprache hinzu.

Mit dem Rostocker Architekturpreis werden jährlich herausragende Beispiele gelungener Architektur ausgezeichnet. Auf diese Weise soll die Diskussion in der breiten Öffentlichkeit, aber auch in Fachkreisen über qualitätsvolle Architektur angeregt und die Baukultur gefördert werden.