
Die Warnung stammt von Gutsherr Dr. Klaus Prömmel, dem Besitzer des imposanten Ritterguts Nustrow, in dessen Eingangshalle wir uns befinden. Gleich darauf tritt er an meine Seite und krault das tote Tier liebevoll hinter den Ohren.

Nach vorübergehender Sättigung am reichhaltigen Kuchenbuffet kann die Führung mit der Gruppe beginnen.

An gleicher Stelle stand ursprünglich ein Wasserschloss, Teile der alten Wasserläufe und ein Flügel der etwa 500 Jahre alten Schlossanlage sind noch heute erhalten. „Der wurde allerdings so stark renoviert, dass Sie ihn heute wahrscheinlich nicht mehr wieder erkennen würden“, gesteht Gutsherr Klaus Prömmel.

Heute befindet sich das Gut wieder im Besitz der Familie Prömmel. Nach aufwendigen Renovierungsarbeiten ist das großzügige Gebäude mit Café, Restaurant und Gästezimmern ausgestattet und steht auch für Familienfeiern, Hochzeiten und Seminare offen.


Gewissermaßen als Kontrastprogramm könnte man unseren nächsten Punkt beim „Tag des offenen Denkmals“ betrachten.

Die Geschichte des Gutshauses reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück, als Helmuth Hartwig von Blücher seinem Sohn Anton Friedrich das Haus vermachte. Im Besitz von dessen Nachkommen blieb das Gebäude bis ins Jahr 1912, als der Domänenrat Carl Schmidt das Gut für 1,5 Millionen Reichsmark kaufte und es seinem Sohn Richard übertrug.

2003 hatte Lenkeit das Gutshaus gemeinsam mit seiner Frau gekauft, die Sanierung erfolgt schrittweise und ohne Kredit, „so wie das Geld gerade da ist“.

Das dazugehörige Holz wird ebenfalls selbst beschafft. „Das steht noch im Wald. Beim Fällen wird einem so warm, da braucht man gar nicht mehr zu heizen“, so Lenkeit.

In einem Zwischenstadium der Renovierung befindet sich ein Schlafzimmer im Obergeschoss, welches früher einmal als Kinderzimmer gedient hatte. Unter einigen Tapetenschichten kam dort eine etwa 100 Jahre alte Wandbemalung mit Märchenmotiven zum Vorschein, die restauriert werden soll.
Ein regelmäßiges Highlight der nahen Umgebung und weitere Einnahmequelle für die Sanierung ist der sonntägliche Flohmarkt in einer Scheune neben dem Gutshaus. Auf 600 Quadratmetern werden dort Möbel, Gebrauchsgegenstände und Kleidung aus Haushaltsauflösungen an den Mann gebracht. Auch diese Gelegenheit konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.


Letztes Ziel unserer Rundtour durch Mecklenburg war die bekannte Kloster- und Schlossanlage Dargun. Nach herrschaftlichen Anwesen und prunkvollem Mobiliar ist die gewaltige Ruine auf den ersten Blick dann jedoch etwas enttäuschend.


Und als hätten wir an diesem Tag nicht schon genug Türme bestiegen, kamen wir auch um diesen Kirchturm nicht herum. Nach dem Besteigen der sehr engen und sehr steilen Wendeltreppe findet sich der waghalsige Besucher in schwindelerregender Höhe wieder.
Belohnt wird er dafür mit einem unvergesslichen Blick auf die dörfliche Umgebung und in die Tiefen der Ruine - ein schöner Abschluss für einen ebenso schönen Tag. Bis zum nächsten Mal, wenn die Denkmäler den Besuchern beim „Tag des offenen Denkmals“ wieder einmalige Einblicke gewähren.
