Tag des offenen Denkmals 2010 in Rostock
Warnemünder Kirche und Ringlokschuppen
12. September 2010, von Elina
Diesen wunderschönen und tatsächlich mal sonnigen Sonntag konnte man wirklich nicht besser nutzen, als Familienausflug und Kulturprogramm miteinander zu verbinden und gleichzeitig die Rostocker Umgebung mal ein Stückchen besser kennen zu lernen.
Einmal im Jahr bietet sich die seltene Gelegenheit, dass bundesweit etwa 7500 Denkmäler ihre Türen öffnen und den rund fünf Millionen Besuchern damit teils ungewöhnliche und eindrucksvolle Einblicke gewähren.

Schon 1984 rief der Franzose Jack Lang in seinem Heimatland die „Journées Portes ouvertes monuments historiques“ ins Leben, in den folgenden Jahren schlossen sich weitere Länder an.
1993 übernahm auch Deutschland diese Idee und führte mit 3500 Denkmälern den ersten „Tag des offenen Denkmals“ ein.
Der erste Programmpunkt auf unserer langen Liste war ein wohlbekanntes Gebäude in Rostocks Norden – die Warnemünder Kirche. Eigentlich ist diese nicht weiter einen Detailbericht wert, doch an diesem besonderen Tag bot sich die einmalige Chance, den Kirchturm zu besteigen.

Leider machte uns da der sonntägliche Gottesdienst einen Strich durch die Rechnung, sodass wir zur sinnvollen Zeitüberbrückung zunächst erst noch den Warnemünder Leuchtturm bestiegen.
Bei klarem Himmel und spätsommerlichen angenehmen Temperaturen konnte man den herrlichen Ausblick über den Strand, den Alten Strom und die Warnemünder Altstadt dann optimal genießen.

Allerdings gehörte der Leuchtturm nicht zu den teilnehmenden Denkmälern, sodass der Eintritt nicht erspart blieb.
Eine Stunde später öffnete auch die Warnemünder Kirche endlich ihre Türen für den steilen aber sehr lohnenswerten Aufstieg.

Warum immer bloß sieben Besucher zur gleichen Zeit auf den Turm durften, konnte ich oben angekommen dann ganz gut verstehen. Von der Treppe auf den engen Dachboden kletternd lief man zunächst sofort Gefahr, sich den Kopf an der gewaltigen Kirchglocke anzuschlagen.
Hatte man diesen Gefahrenpunkt jedoch heil überwunden, bot sich von einem engen Gang aus auf drei Seiten des Kirchturmes ein herrlicher Blick über Warnemünde, wie er sich von keinem anderen Gebäude aus erschließt.

Die ungeduldig wartenden Besucher im Eingangsbereich der Kirche im Kopf, war es jedoch bald schon wieder Zeit für den Abstieg. Gelohnt hat sich dieser Ausblick aber allemal.
Mit schönen Eindrücken und Fotomotiven angefüttert, ging es kurz darauf hoch motiviert weiter zum zweiten Programmpunkt des Tages: den Ringlokschuppen in Rostock.

Als Teil des Bahnbetriebswerks wurde dieser Lokschuppen um 1850 gebaut und zählt damit zu den ältesten erhaltenen in Deutschland. Von der ebenfalls erhaltenen runden Drehscheibe ausgehend, erinnert die Form dieses Gebäudes seltsamerweise eher an ein Stück Torte.
Die (ehemals) verlassene Halle war während ihrer Ruhepause vor Vandalismus weitgehend bewahrt worden und bot dementsprechend viele schöne Fotomotive.
Vor einer der markanten großen Flügeltüren hatte der zuständige Architekt Plakate aufgestellt und erzählte jedem Interessierten bereitwillig von seinen Plänen, den Lokschuppen vollständig zu sanieren und mit einem Hauch des alten Charms in moderne Reihenhäuser zu verwandeln, wie es jüngst auch mit dem ehemaligen Güterbahnhof geschehen ist.

Mit diesen zwei Denkmälern war der Tag natürlich längst noch nicht zu Ende. Meine lieben Leser dürfen daher auf eine Fortsetzung des Berichts mit herrschaftlichen Gutshäusern gespannt sein :-)