
Einmal im Jahr bietet sich die seltene Gelegenheit, dass bundesweit etwa 7500 Denkmäler ihre Türen öffnen und den rund fünf Millionen Besuchern damit teils ungewöhnliche und eindrucksvolle Einblicke gewähren.

1993 übernahm auch Deutschland diese Idee und führte mit 3500 Denkmälern den ersten „Tag des offenen Denkmals“ ein.
Der erste Programmpunkt auf unserer langen Liste war ein wohlbekanntes Gebäude in Rostocks Norden – die Warnemünder Kirche. Eigentlich ist diese nicht weiter einen Detailbericht wert, doch an diesem besonderen Tag bot sich die einmalige Chance, den Kirchturm zu besteigen.

Bei klarem Himmel und spätsommerlichen angenehmen Temperaturen konnte man den herrlichen Ausblick über den Strand, den Alten Strom und die Warnemünder Altstadt dann optimal genießen.
Allerdings gehörte der Leuchtturm nicht zu den teilnehmenden Denkmälern, sodass der Eintritt nicht erspart blieb.
Eine Stunde später öffnete auch die Warnemünder Kirche endlich ihre Türen für den steilen aber sehr lohnenswerten Aufstieg.

Hatte man diesen Gefahrenpunkt jedoch heil überwunden, bot sich von einem engen Gang aus auf drei Seiten des Kirchturmes ein herrlicher Blick über Warnemünde, wie er sich von keinem anderen Gebäude aus erschließt.

Mit schönen Eindrücken und Fotomotiven angefüttert, ging es kurz darauf hoch motiviert weiter zum zweiten Programmpunkt des Tages: den Ringlokschuppen in Rostock.

Die (ehemals) verlassene Halle war während ihrer Ruhepause vor Vandalismus weitgehend bewahrt worden und bot dementsprechend viele schöne Fotomotive.
Vor einer der markanten großen Flügeltüren hatte der zuständige Architekt Plakate aufgestellt und erzählte jedem Interessierten bereitwillig von seinen Plänen, den Lokschuppen vollständig zu sanieren und mit einem Hauch des alten Charms in moderne Reihenhäuser zu verwandeln, wie es jüngst auch mit dem ehemaligen Güterbahnhof geschehen ist.
