
Anfang Februar begannen die Proben zu dem Stück, das auf einem Buch von William Mastrosimone beruht. Damals aber noch im Ateliertheater. Da dieses jedoch auch von der Schließung des Großen Hauses betroffen ist, galt es nun für Regisseur René Rothe und Dramaturg Paul Voigt schnellstmöglich umzuplanen, was sie vor ein großes Problem stellte. Zum Glück kam die HMT ihnen schnell entgegen und so wurde der Premierentermin vorverlegt und das Stück an die neue Bühne angepasst.


Gespielt werden die zwei Personen von David Nádvornik und Anne-Elise Minetti, beides Studenten an der HMT. Und es ist wirklich überwältigend, wie sehr sie es schaffen, ihre Figuren zu verkaufen. Beide sind vom ersten Moment an sehr präsent und vor allem in einem so minimalistischen Setting zeigt sich besonders gut die schauspielerische Leistung der beiden. Weiterhin harmonisieren sie sehr gut miteinander, was es einfacher macht, sich in das Stück hineinfallen zu lassen.
Auf eine Kulisse im klassischen Sinne wurde verzichtet. Es gibt nur eine Flasche Wasser, einen eigentümlichen Astball, die Kleidung der Figuren, die eine wichtige Rolle spielt und sechs Kleiderballen. Diese stellen immer wieder andere Begebenheiten des Zimmers dar und werden auch immer wieder mit eingebunden. Mal ist ein Kleiderballen ein verriegeltes Fenster, mal ein Bett und mal ein Kleiderschrank. Die Fantasie des Zuschauers wird so immer wieder angesprochen. Zwar wird das Ganze so auch etwas abstrakter, was jedoch den Charakter des Stückes fördert.
„Tagträumer“ ist ein Stück, was langsam anfängt und dann immer mehr Fahrt aufnimmt. Der Zuschauer muss immer wieder neu entscheiden, was Traum und was Realität ist. Und auch am Ende gibt es kein klares Urteil. Man muss sich einfach selbst ein Bild machen. Dies kann man noch einige Male tun, zum Beispiel am 19. und 20. März, wieder im Katharinensaal der HMT.