Der letzte Vorhang ist gefallen, das Volkstheater Rostock schließt. Nicht ganz und nicht für immer, doch mindestens bis zum Ablauf der aktuellen Spielzeit Ende Mai muss das Rostocker Theater auf seine größte und wichtigste Spielstätte verzichten - das Große Haus.
Hauptproblem sind die gravierenden Mängel beim Brandschutz. Bereits 1942 wurde das Große Haus zur zentralen Spielstätte, Mitte der 70er gab es die letzten großen Umbaumaßnahmen.

Nach den letzten Brandschauen sei jedoch eine Reihe baulicher und technischer Mängel festgestellt worden, die abgestellt werden müssen, um einen gefahrlosen Betrieb sicherzustellen. „Es kann nicht ausgeschlossen werden“, so Matthäus, „dass es im Brandfall zu Situationen kommt, die wir nicht beherrschen.“
Eine nicht mögliche Trennung in Brandabschnitte, fehlende Brandschutztüren und Rauchabzüge wurden ebenso bemängelt wie nicht vorhandene zweite Rettungswege bei einer Reihe von Nutzungseinrichtungen des Hauses. Aber auch auf den ersten Blick scheinbar kleine Probleme dürften erhebliche bauliche Maßnahmen nach sich ziehen. Offene Leitungsdurchbrüche in den Wänden sorgen laut Matthäus dafür, „dass wir die gesamte Elektrik im Haus anfassen müssen.“

Die Summe dieser ganzen technischen und baulichen Mängel ist so groß, dass erhebliche Maßnahmen notwendig sind. Ein Weiterbetrieb, bei dem sichergestellt ist, dass nichts passiert, sei in der jetzigen Form nicht möglich, erläuterte der Bausenator.
Es sei eine der schwersten Entscheidungen, erklärte auch Oberbürgermeister Roland Methling, doch „die Sicherheit der Besucher des Volkstheaters Rostock, die Sicherheit der Schauspieler und der Künstler in diesem Haus geht vor“, betonte das Stadtoberhaupt und legte Wert darauf, dass das Bekenntnis der Hansestadt Rostock zum Volkstheater bestehen bleibt.

„Wir bemühen uns um Ersatz, solange das Große Haus nicht bespielbar ist“, versichert Intendant und Geschäftsführer Peter Leonard: „Wir sind für Sie da!“ Karten und Abonnements behalten vorläufig ihre Gültigkeit. Und auch die Mitarbeiter des Volkstheaters müssen sich keine Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen, unterstrich Kultursenatorin Dr. Liane Melzer.