
Aber man kann sie sehen, wie sie durch den Alltag wandeln, meist hektisch und allein auf den asphaltierten Straßen und zwischen den hohen Häuserschluchten. Auch wenn sich bei dem Thema Großstadt oftmals schnell ein Bild eines anonymen und unwirtlichen Lebensraum aufdrängt. Ein Lebensraum, in dem sich die Menschen anscheinend beziehungslos auf vorgegebenen Verkehrsströmen bewegen, Pac-Man-gleich. Wer genau hinschaut, kann jedoch mehr entdecken.

Ohne zu reden, nur mit ihrer Körpersprache und einigen Requisiten machen sie deutlich, dass die Straßen nicht von grauer Monotonie beherrscht werden, sondern dass es durchaus auch individuelle Farbtupfer (hier vor allem in Signalrot) gibt. Ob jung oder alt, Mann oder Frau, Menschen mit Persönlichkeit oder zumindest Typen, die sich in einem Moment der Entschleunigung wahrnehmen, berühren, gemeinsam gehen und sich dann wieder trennen.

Personen, die so einmalig werden und eine Geschichte zu erzählen haben. Oft drehen sich diese Geschichten um Beziehungen zueinander. Nicht selten kommt es dabei auch zu körperlichen Verschmelzungen, „Sex and the City“ eben.
Begleitet wird das Großstadttreiben auf der Bühne nicht von dem Sound der üblichen, oben bereits erwähnten, Geräuschkulisse, sondern von der Musik eines Streichquartetts. Mit dynamischen und schrillen, aber auch sanften und heiteren Tönen gibt diese die akustischen Eindrücke der Stadt wieder und untermalt die Geschichten ihrer Menschen.

Vielleicht habt ihr ja mehr Glück, wenn ihr das Stück am 14. oder 15. Januar im Katharinensaal der HMT besuchen solltet.