Standortsuche für Tierklinik und Tierheim geht weiter

Kein Tierheim am Tannenweg – Einwohner der Gartenstadt informieren sich über Planungen der Tierklinik GmbH und des Stadtplanungsamtes

18. April 2012, von
Einwohnerversammlung in der Gartenstadt
Einwohnerversammlung in der Gartenstadt

Die Suche nach einem neuen Standort für Tierklinik und Tierheim geht weiter. Etwa 100 Einwohner der Gartenstadt waren gestern zu einer Versammlung ins CJD gekommen, um sich über den neuesten Stand der Planungen zu informieren. Besonders die Anwohner des Wohngebietes Tannenweg waren besorgt, dass ein Umzug des Tierheims vor ihre Haustür die Wohnqualität mindern würde.

„Ein Tierheim wird es im Bereich Tannenweg nicht geben“, fasste der Oberbürgermeister Roland Methling die Ergebnisse der ersten Voruntersuchungen zusammen. Eine Tierklinik, so das Stadtoberhaupt weiter, sei aber vom Grundsatz her möglich. Aber auch dafür werden alternative Standorte gesucht.

Stadtplaner Ralph Müller zeigt einen möglichen Standort der Tierklinik auf dem B-Plan für das Gebiet am Tannenweg
Stadtplaner Ralph Müller zeigt einen möglichen Standort der Tierklinik auf dem B-Plan für das Gebiet am Tannenweg

Derzeit gebe es für den Neubau einer Tierklinik im Tannenweg keine rechtliche Grundlage. „Dieser wäre erst nach Änderung des Bebauungsplanes möglich,“ erläuterte Stadtplaner Ralph Müller. Der gültige Plan sieht in diesem Bereich den Bau von Wohnungen und Sportflächen vor. Auch wenn Letzteres bisher nicht umgesetzt wurde, wollen die Anwohner, dass das so bleibt.

„Für viele war der Bebauungsplan – der als Wohn- und Sportpark Tannenweg ausgewiesen wurde – Anlass, dort Flächen zu erwerben und zu bebauen. Das, was die Bürger mal gekauft haben, ist nicht erfolgt und das Abrücken von den Plänen wurde mit niemandem diskutiert“, kritisiert Horst Greinert von der Interessengemeinschaft Tannenweg. Eine Tierklinik oder ein anderes Gewerbe solle nicht an das Wohngebiet heranrücken, so seine Forderung.

Sprecher der IG Tannenweg Horst Greinert
Sprecher der IG Tannenweg Horst Greinert

Für den Betreiber der Tierklinik Dr. Jens-Christian Rudnick wäre die Fläche neben dem Tannenweg, wo eigentlich ein P+R-Parkplatz vorgesehen war, hingegen eine mögliche Variante für den Neubau. Vor allem die Nähe zum Zoo, dessen Tiere die Klinik seit 1956 betreut, sei erforderlich und hier ein Vorteil. Störungen der Anwohner durch Lärmbelästigung seien durch einen modernen Klinikneubau nicht zu erwarten, versucht der Tierarzt zu beruhigen.

Auch der jetzige Standort der Tierklinik befindet sich nicht weit vom Zoo. Eine Erweiterung hier werde geprüft. Doch die Praxis müsse weiterlaufen, so der Betreiber. Eine Sanierung der alten Gebäude sei daher ungünstig und auch mit höheren Kosten verbunden. Schon jetzt würden enorme Kosten für die Instandhaltung und die Heizenergie der 1952 gegründeten Einrichtung anfallen.

„Auf lange Sicht können wir uns das nicht leisten“, betont Rudnick, der sich seit 2009 mit dem Gedanken trägt, die Klinik zu verlagern. Ein moderner Neubau mit der neuesten Technik würde nicht nur die Qualität der Untersuchung und Behandlung der tierischen Patienten verbessern, sondern auch die Attraktivität für junge Fachtierärzte erhöhen.

Dr. Jens-Christian Rudnick, Betreiber der Tierklinik-Tierheim GmbH
Dr. Jens-Christian Rudnick, Betreiber der Tierklinik-Tierheim GmbH

38 Mitarbeiter, darunter neun Tierärzte, behandeln jährlich nahezu 30.000 Heim-, Wild- und Zootiere in Rostock und in der Region. Die Tierklinik gehöre damit zu den wichtigsten Leistungszentren für Tiermedizin im Nordosten Deutschlands.

Mehrere Millionen Euro möchte die private Tierklinik-Tierheim GmbH nun in moderne Behandlungsräume und OP-Säle investieren.

Vorzugsweise sollen beide Einrichtungen zusammenbleiben. Das ist aber kein Muss. Vorstellbar wäre auch, das Tierheim in ein Gewerbegebiet zu verlagern, so wie es auch in anderen Städten üblich ist, erklärt Ralph Müller.

Vermutungen, dass die Tierklinik aus der Thierfelderstraße verdrängt werden solle, weil die Hansestadt Rostock dort ein Wohngebiet entwickeln will, weist er zurück. Weil sich hier keine, wie ursprünglich vorgesehen, Wissenschaft angesiedelt hat, soll die Fläche nun für Wohnungsbau genutzt werden. Ein entsprechendes Umwandlungsverfahren wurde in Auftrag gegeben. Es gebe aber auch für dieses Gebiet noch keine fertigen Pläne.

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