
So auch Silvia Flamisch, deren Stand sich gleich rechts vorne befand und mein Startpunkt für den Rostocker Töpfermarkt am Sonntag war. Die Keramikerin aus der Nähe von Bremen zieht bereits seit Ostern von einem Markt zum nächsten. „In diesem Jahr haben wir wirklich Pech mit dem Wetter“, stimmte sie mir zu und erzählte weiter: „Letztes Jahr war es hier in Rostock viel sonniger.“ Doch ihren selbst gefertigten Schalen und Teekannen schien der Regen nicht viel auszumachen, er perlt einfach an der Glasur ab.
Wie auf den meisten Töpfermärkten dominierte auch hier vor allem Geschirr die Auslage. Und das in allen Farben und Formen. Bunt gestreift, blau getupft oder mit niedlichen Tiermotiven versehen. Die Butterdosen und Milchkännchen mit den kleinen Schweinen, Schafen und Kühen stammen zum Beispiel von der Töpferei Seiffert aus Niedersachsen. Doch neben Haushaltswaren gab es auch viele Deko-Objekte zu kaufen. So wie die kleinen Tonblumen von Reglindis Schütze, die an eine bunte Sommerwiese erinnerten und den stetigen Regen fast vergessen ließen.

Auf den hart gebrannten „Steinen“ wachsen kleine Pflanzen, sogenannte Sukkulenten, die sehr wenig Wasser brauchen. Daneben stehen kleine Figuren oder Tiere. Rolf Schubert töpfert bereits seit 30 Jahren. „Unter der Woche produziere ich und an den Wochenenden fahre ich zu Töpfermärkten“, berichtete der Niedersachse. In Warmsen, nordöstlich von Hannover, betreibt er mit seiner Frau ein Café mit angehängter Töpferei auf einem Bauernhof. Über das Wetter in Rostock ärgerte er sich nicht. „Lässt sich nun mal nicht ändern.“

Ich habe dagegen nichts gekauft. Möglicherweise hätte ich mich bei schönerem Wetter ein bisschen länger umgesehen und noch etwas Passendes gefunden. Außerdem war leider auch nirgends das vorab angekündigte Schautöpfern zu entdecken, das mich sehr interessiert hätte. Vielleicht fiel das ja aufgrund des Regens aus. Genauso wie die Standbetreiber hoffe ich also für den nächsten Töpfermarkt auf strahlenden Sonnenschein.