4. Rostocker Töpfermarkt 2011

Trotz Regenwetter: buntes Treiben auf dem Neuen Markt

25. Juli 2011, von
Regengeprüfte Keramik von Silvia Flamisch
Regengeprüfte Keramik von Silvia Flamisch

Entscheidend für einen Markt unter freiem Himmel ist meist das Wetter. Dass wir damit in diesem Sommer nicht viel Glück haben, ist mittlerweile jedem bewusst. Und auch die Standbesitzer haben sich auf die Regenfront eingestellt und präsentierten ihre kreativen Stücke größtenteils unter Planen.

So auch Silvia Flamisch, deren Stand sich gleich rechts vorne befand und mein Startpunkt für den Rostocker Töpfermarkt am Sonntag war. Die Keramikerin aus der Nähe von Bremen zieht bereits seit Ostern von einem Markt zum nächsten. „In diesem Jahr haben wir wirklich Pech mit dem Wetter“, stimmte sie mir zu und erzählte weiter: „Letztes Jahr war es hier in Rostock viel sonniger.“ Doch ihren selbst gefertigten Schalen und Teekannen schien der Regen nicht viel auszumachen, er perlt einfach an der Glasur ab.

Süße Teekannen von der Töpferei Seiffert
Süße Teekannen von der Töpferei Seiffert

Wie auf den meisten Töpfermärkten dominierte auch hier vor allem Geschirr die Auslage. Und das in allen Farben und Formen. Bunt gestreift, blau getupft oder mit niedlichen Tiermotiven versehen. Die Butterdosen und Milchkännchen mit den kleinen Schweinen, Schafen und Kühen stammen zum Beispiel von der Töpferei Seiffert aus Niedersachsen. Doch neben Haushaltswaren gab es auch viele Deko-Objekte zu kaufen. So wie die kleinen Tonblumen von Reglindis Schütze, die an eine bunte Sommerwiese erinnerten und den stetigen Regen fast vergessen ließen.

Rolf Schubert mit seinen (teilweise lebenden) Kunstwerken
Rolf Schubert mit seinen (teilweise lebenden) Kunstwerken

Neben Altbekanntem, das nur durch abgewandelte Formen und außergewöhnliche Designs bestach, ließen sich auch ungewöhnliche Objekte finden. So wie die Stücke von Rolf Schubert. Auf den ersten Blick sahen sie für mich überhaupt nicht so aus, als wären sie aus Ton. Tatsächlich sind sie es aber und ihre einzigartige Struktur, die Schubert mit feinen Pinselstrichen aufmalt, soll an versteinertes Holz erinnern.

Auf den hart gebrannten „Steinen“ wachsen kleine Pflanzen, sogenannte Sukkulenten, die sehr wenig Wasser brauchen. Daneben stehen kleine Figuren oder Tiere. Rolf Schubert töpfert bereits seit 30 Jahren. „Unter der Woche produziere ich und an den Wochenenden fahre ich zu Töpfermärkten“, berichtete der Niedersachse. In Warmsen, nordöstlich von Hannover, betreibt er mit seiner Frau ein Café mit angehängter Töpferei auf einem Bauernhof. Über das Wetter in Rostock ärgerte er sich nicht. „Lässt sich nun mal nicht ändern.“

Die Blumen von Reglindis Schütze versprühen Sommerlaune
Die Blumen von Reglindis Schütze versprühen Sommerlaune

Und schließlich waren trotz Regen einige Leute auf dem Neuen Markt, schlenderten an den Ständen vorbei und begutachteten die Keramiken. Rita Schwart aus Lieblingshof (Dummerstorf) fuhr zusammen mit ihrer Freundin und ihrer Tochter knapp eine halbe Stunde, um den Töpfermarkt zu besichtigen. „Wir kommen fast jedes Jahr hierher und finden auch immer wieder was, das uns gefällt“, erzählte die sie. In diesem Jahr waren es, neben ein paar anderen Dingen, zwei Keramik-Tassen mit feinem Blumenmuster. „Sie haben mir gleich gefallen, weil das Muster so frisch und leicht ist“, so Schwart. Da sie schon viel Selbstgemachtes zu Hause habe, passe der Neukauf auf jeden Fall zu ihrem restlichen Geschirr, erzählte sie weiter.

Ich habe dagegen nichts gekauft. Möglicherweise hätte ich mich bei schönerem Wetter ein bisschen länger umgesehen und noch etwas Passendes gefunden. Außerdem war leider auch nirgends das vorab angekündigte Schautöpfern zu entdecken, das mich sehr interessiert hätte. Vielleicht fiel das ja aufgrund des Regens aus. Genauso wie die Standbetreiber hoffe ich also für den nächsten Töpfermarkt auf strahlenden Sonnenschein.

Schlagwörter: Keramik (12)Kunsthandwerk (22)Neuer Markt (77)