Generationen von Warnemündern und ihren Gästen sind durch ihn geschritten – den Bahnhofstunnel, der bereits seit 1903 den Bahnhof des Seebads mit dem Neuen Strom verbindet. Eng, stinkend und manchmal tropfte es auch etwas von der Decke – dennoch verbinden viele ihre ganz eigenen Erinnerungen mit dieser Unterführung.
Doch nun ist der Tunnel endgültig Geschichte. Der Großteil der Fußgängerunterführung ist bereits zurückgebaut, in den nächsten Tagen wird das Bauwerk schichtweise verfüllt. Im Zuge des Bahnhofsumbaus wird der Tunnel durch eine ebenerdige, barrierefreie Alternative ersetzt.
65 Millionen Euro investiert die Deutsche Bahn insgesamt in den Umbau des Warnemünder Bahnhofs. Davon werden auch zwei neue Fernbahnsteige mit einer Länge von jeweils 370 Metern errichtet – sie sollen die Anbindung des Kreuzfahrttourismus verbessern.

Vom S-Bahn-Haltepunkt Warnemünde-Werft bis zum Bahnhof Warnemünde erstreckt sich das Baufeld, in dem der komplette Oberbau mit Gleisen und Weichen zurückgebaut wird. „Teilweise gehen wir bis zu 1,70 Meter tief unter Gleis, um neue Tragschichten aufzubauen, die eine langfristige Nutzungsdauer ermöglichen“, beschreibt Ingo Buhlke die anstehenden Arbeiten. Als Projektleiter für die Ausbaustrecke Berlin – Rostock ist er auch für den Umbau in Warnemünde verantwortlich. Fast alle Gleise werden neu verlegt und auch die Oberleitung wird erneuert.

Bereits in Betrieb ist das digitale Stellwerk (DSTW) für den Bereich Bramow bis Warnemünde. Es ist deutschlandweit das erste DSTW, das auch Züge des Personenfernverkehrs steuert, so Buhlke. Das alte Relais-Stellwerk ist inzwischen dem Bagger zum Opfer gefallen.