Theater gehört ins Theater – so lautete heute die einhellige Meinung bei den Proben zu dem neuen Bühnenstück „Effi Briest“ des Rostocker Volkstheaters. Zum Theater gehört gemeinhin auch Publikum. Trotzdem werden die Premierenzuschauer nicht ins Theater kommen, sondern sich die Vorführung am Samstagabend vor dem Bildschirm anschauen.

Was also tun? Viel Arbeit war bereits in die Produktion von „Effi Briest“ investiert worden. Nicolaus-Johannes Heyse hatte ein aufwendiges Bühnenbild entworfen. Und das alles für leere Stuhlreihen?
Wenn das Publikum nicht in das Theater kommen kann, kommt das Theater zum Publikum, dachte man sich nun im Volkstheater und organisierte innerhalb von nur drei Wochen alles Nötige für eine Live-Stream-Übertragung der Premiere im Internet. Mit drei Kameras wird nun die Aufführung aufgezeichnet. Das Bildmaterial wird direkt ins Internet eingespeist und kann am kommenden Samstagabend von den Zuschauern am Computerbildschirm verfolgt werden.

„Das hier ist eine Lebensrettungsmaßnahme für das Produkt, damit es überhaupt einmal gezeigt wird“, betont Matthias Brenner. „Wir haben mit den Kameraleuten und dem Bildregisseur Stefan Brunst verabredet, dass die Schauspieler nichts anderes tun, als das, was sie machen würden, wenn Leute im Saal wären. Es gibt keine Blicke in die Kamera.“

Der Vorhang öffnet sich im Internet am Samstag, den 26.03.2011 um 19:30 Uhr unter www.volkstheater-rostock.de. Wer auf die Geselligkeit eines Theaterbesuches nicht verzichten möchte, kann sich einem Public-Viewing anschließen, wie es zum Beispiel in der „anderen buchhandlung“ und im MAU-Club stattfinden wird. Dort findet nach der Aufführung auch die Premierenfeier statt.