
Die letzten Jahre waren aufgrund der Corona-Pandemie zwar schwierig, doch „2023 wollen wir endlich wieder richtig durchstarten“, freut sich Tourismusdirektor Matthias Fromm auf das größte Segelsportereignis in Mecklenburg-Vorpommern. „Zu keinem anderen Zeitpunkt ist unser Ostseebad so international. Seglerinnen und Segler aus der ganzen Welt kommen hierher und reisen hoffentlich zufrieden und als Botschafter unserer Destination wieder nach Hause zurück.“
Niege Ümgang, Sommerfest und Bummelmeile
Offiziell eröffnet wird die Warnemünder Woche traditionell mit dem Niegen Ümgang am Samstagvormittag, der in diesem Jahr auch die 700 Jahre Zugehörigkeit Warnemündes zu Rostock aufgreifen soll.

Nachdem das Sommerfest in den letzten Jahren etwas auf Sparflamme lief, „möchten wir in diesem Jahr wieder Gas geben“, kündigt Ingeborg Regenthal an. Im Kurhausgarten gibt es fast jeden Abend bis 22 Uhr Programm. Neben Klassikern wie „Rauch auf dem Wasser“ (6. Juli) und dem „Shanty-Tag“ (8. Juli) gibt es auch Neuerungen, wie den „Schlagertag“ (3. Juli) oder den „Ladies Day“ (5. Juli) „zur Erhöhung der Damenquote“. Der Freitagabend gehört den jungen Leuten mit ihrer Musik und „es darf jeden Samstag getanzt werden“, lädt Regenthal ein.
Bereits am Freitag, dem ‚Tag vor der Woche‘, öffnen ab 10 Uhr die Buden auf den Bummelmeilen am Alten Strom und der Seepromenade. Das komplette Landprogramm findet ihr hier.
Segelprogramm – ILCAs, Starboote und Soling EM
Zu den Höhepunkten auf dem Wasser gehören für Sportdirektor Peter Ramcke in diesem Jahr die Starboote mit der Star Eastern Hemisphere Championship und die Solinge mit ihrer Europameisterschaft. Zuletzt fand 1986 eine Soling-EM in Warnemünde statt, bei der Jochen Schümann mit Bernd Jäkel und Thomas Flach Europameister wurde.
Klassiker, wie der ILCA Europa Cup, die Langstreckenregatten „Rund Bornholm“ oder die Offshore Mittelstrecke nach Kühlungsborn sind auch 2023 Teil des Segelprogramms. Durch den noch nicht abgeschlossenen Neubau der Sportschule sind die Flächen auf der Mittelmole in diesem Jahr etwas eingeschränkt und man hat sich auf die Top-Events konzentriert, so Ramcke.
In der Star-Klasse sind Kontinentalmeisterschaften, wie die Star Eastern Hemisphere Championship, die wichtigsten Wettbewerbe nach der Weltmeisterschaft. „Im Starboot stehen Olympiasieger und Weltmeister im Wettbewerb mit Seglern jeden Alters und Fähigkeiten, die darauf erpicht sind, auf höchstem Niveau Sport zu treiben“, sagt Uwe Thielemann, der an der Meisterschaft teilnimmt. „In Warnemünde wollen wir das Starboot als attraktive Nachfolgeklasse jungen Seglern vorstellen und mit ihnen ins Gespräch kommen.“ Eine Besonderheit des Wettbewerbs: Die Gewinner werden mit einem silbernen Stern ausgezeichnet, den sie statt des roten Sterns im Segel tragen dürfen.
Das größte Teilnehmerfeld der Warnemünder Woche gibt es beim ILCA Europa Cup mit den drei Klassen 4, 6 und 7. In der ILCA-Klasse 6 gehört die Rostockerin Hannah Anderssohn zu den besten Seglerinnen Deutschlands. „In erster Linie bereite ich mich gerade auf die Weltmeisterschaft in Den Haag im August vor“, erklärt die 23-Jährige. Dort geht es um die Nationentickets für Olympia 2024 in Paris. Möglichst viele Starttickets für Deutschland könnten auch für Anderssohn die Olympiafahrkarte bedeuten. In Warnemünde gehe es für sie vorrangig darum, „Rennpraxis zu bekommen und an den letzten Feinheiten zu arbeiten“. In ihrem Heimat- und Lieblingsrevier möchte die Warnemünderin aber natürlich trotzdem „um die vorderen Platzierungen kämpfen“.
Drachenbootrennen, Beach-Handball, Beach-Lacrosse und Beach-Rugby

Rund 400 Teilnehmer werden am ersten Wochenende zu den 27. Beach-Handball-Tagen in der SportBeachArena am Warnemünder Strand erwartet. 21 Männer- und 16 Frauen-Teams gehen an den Start, sagt Rainer Voß, Vorsitzender des Bezirkshandballverbands Nord. Nach der Corona-Pause haben viele neue Turniere versucht Fuß zu fassen, „die Konkurrenz ist schlichtweg breiter geworden“, erklärt Voß. Neben ein paar neuen Teams sind in Warnemünde wieder viele alte Bekannte dabei, die schon immer beim Turnier waren. Voß spricht liebevoll vom „Klassentreffen der Rostocker Handballer“ – „das wird auch in diesem Jahr so sein.“
Nach längerer Pause gibt es dieses Jahr wieder eine Beach-Party für die Teilnehmer. „Ich bin immer knülle, wenn ich zehn Stunden durch den Sand renne, die Sportler behaupten, sie können danach noch feiern“, ist Voß gespannt, wie das Angebot angenommen wird.
Am zweiten Veranstaltungswochenende wird in der SportBeachArena Lacrosse und Rugby gespielt. Beim Beachrugby-Turnier kämpfen am Samstag acht Herren- und sechs Frauenmannschaften um die Rugby-Krone, kündigt Johanna Vick an, die während eines Schuljahrs in Neuseeland Gefallen an dem dortigen Nationalsport gefunden hat. „Im Sand, mit der Ostsee im Hintergrund, macht das ganze einfach noch mehr Spaß“, sagt sie über ihre harte, aber doch sehr faire und respektvolle Sportart. 2022 fand das Beachrugby-Turnier zum zweiten Mal im Rahmen der Warnemünder Woche statt. „Wir hoffen, dass die Resonanz in diesem Jahr wieder genauso gut ist und wir den einen oder anderen von unserem Sport begeistern können“, so Vick.