UNICEF-Ausstellung „Wasser ist Leben“ eröffnet
Kinderhilfswerk zeigt die Wichtigkeit des Wassers in der Marienkirche
14. Januar 2012, von Andre
Pro Tag verbraucht jeder Deutsche durchschnittlich 120 Liter Wasser, nach drei bis vier Tagen ohne Trinkwasser verdurstet ein Mensch. Wasser ist somit eines der wichtigsten Elemente in unserem Leben. Umso erstaunlicher ist es, dass ungefähr 1,1 Milliarden Menschen nicht genug Wasser zum Leben haben. Über doppelt so viele Menschen, also ein Drittel der Weltbevölkerung, müssen ohne Latrinen oder eine Abwasserentsorgung auskommen. Ein Missstand, auf den die UNICEF-Arbeitsgruppe Rostock mit der Fotoausstellung “Wasser ist Leben” in der Marienkirche aufmerksam machen will.

UNICEF setzt sich seit 1946 im Auftrag der Vereinten Nationen für Kinder ein. Neben politischer Arbeit und einem Einsatz für die Menschenrechte ist vor allem die Verbesserung der Lebenssituation von Kindern das zentrale Ziel der Gruppe. Dazu gehören insbesondere bessere gesundheitliche Rahmenbedingungen und eine menschenwürdige Hygiene. Zwei Punkte, die eng zusammengehören und direkt mit der Wasserversorgung zusammenhängen. Darum hat man sich entschieden, von 2012 bis 2014 Aktionsjahre zum Thema Wasser zu machen. Am Ende sollen 500.000 Kinder mehr mit Wasser versorgt sein.
Insgesamt 18 Bilder zeigen die Situation der Menschen in Afrika. Dort werden die Dörfer teilweise noch mit Brunnen versorgt. Gerade für Kinder ist es schwer vorstellbar, dass man nicht einfach einen Wasserhahn aufdrehen oder jeden Tag duschen kann. Neben Problemen wie fehlenden sanitären Anlagen oder Krankheiten durch verschmutztes Wasser macht die Organisation auch auf Hilfsmöglichkeiten aufmerksam. Schon mit einer Spende von 25 Euro kann ein afrikanisches Kind, zum Beispiel durch Brunnenbauten, mit Wasser versorgt werden.

Eröffnet haben die Ausstellung Christin Kwasny und Kristine Karstens. Die beiden Frauen arbeiten ehrenamtlich für UNICEF-Rostock, Christin seit etwa einem Jahr, Kristine seit über zwei Jahren. Sie erzählt: „Es ist zwar Wahnsinn, was für eine Menge Wasser wir verbrauchen, aber noch schlimmer ist, dass viele Menschen gar kein Wasser haben und denen wollen wir helfen.“ Vor allem Schulen müssen mit Wasser und Latrinen versorgt werden. „Wassermangel trägt entscheidend dazu bei, dass Mädchen nicht zur Schule gehen können.“ Daher sei es wichtig, dass auch Schulklassen die Ausstellung in der Marienkirche besuchen.
Für die ungefähr 15 Mitglieder der Rostocker Ortsgruppe bestand die besondere Schwierigkeit darin, einen passenden Ort zu finden. „Für uns war es schon wichtig, die Bilder in einer Kirche zu zeigen“, berichtet Christin. Dass es für alle Seiten ein Gewinn ist, bestätigt auch Pastor Scholl: „Der Kirche ist es immer ein Bedürfnis, für die Gesellschaft zu arbeiten. Diese Ausstellung ist ein wichtiger Blick über den Tellerrand.“
Noch bis zum 15. Februar kann man die Ausstellung anschauen und Infomaterial mitnehmen. Für ganz kleine Gäste gibt es einen Erkundungsbogen, der spielerisch dazu einlädt, sicher über das Thema zu informieren. Die nächste größere Aktion ist für den Weltwassertag am 22. März geplant.