„Die Schöne und das Tier“ an der Bühne 602

Weihnachtsmärchen der Compagnie de Comédie zeigt, dass Schönheit von innen kommt

15. Dezember 2011, von
Wiebke Gätjen und Sven Lange
Wiebke Gätjen und Sven Lange

Hübsches Mädchen trifft auf grässliches Wesen und aus anfänglicher Abneigung wird irgendwann Liebe. Diese Geschichte ist weltbekannt und wer sie nicht vielleicht sogar schon mal selbst erlebt hat, kennt bestimmt eine der vielen Versionen. Ob „Phantom der Oper“, Disneys „Die Schöne und das Biest“ oder in verschiedenen Musikvideos, überall wird die Thematik aufgegriffen. In diesem Jahr auch wieder auf einer Theaterbühne, denn die Compagnie de Comédie zeigt „Die Schöne und das Tier“ als Weihnachtsmärchen.

Die sprechende Uhr
Die sprechende Uhr

Die gespielte Version des Märchens kommt aus der Feder von Gunnar Kunz, der den Stoff, der erstmals 1740 in Frankreich erschien, an das Theater anpasste. Die Regie hat Christoph Gottschalch übernommen, der neben weiteren Regiearbeiten auch selbst auf der Bühne steht, in diesem Jahr zum Beispiel bei Ben Hur im Klostergarten.

Hauptfigur des Stückes ist Belle, gespielt von Wiebke Gätjen. Sie erfährt, dass ihr Vater (Sven Lange), ein reicher Händler, plötzlich pleite ist. Dieser findet auf einer Reise das Schloss von dem Tier (Fabian Ranglack) und pflückt dort eine Rose für sein Kind. Doch das passt dem Tier überhaupt nicht. Er nimmt ihn gefangen und will den Vater nur im Austausch für die Tochter freilassen. So geschieht es auch. Belle kommt ins Schloss und aus anfänglicher Furcht entwickeln sich Vertrauen und Zuneigung und am Ende verwandelt sich das Biest in einen edlen Prinzen zurück und beide heiraten.

Die Schöne und das Tier
Die Schöne und das Tier

Typisch für die Bühne 602 gibt es auch bei dem Weihnachtsmärchen viel zu lachen. Vor allem jüngere Gäste können sich zum Beispiel über Belles Schwester amüsieren. Die von Jacqueline Maria Rompa gespielte Rolle ist der Inbegriff einer garstigen Schwester. Sie will alles für sich haben und greift dabei sogar auf eine Zwiebel im Gesicht zurück, um zu weinen. Und wie es für garstige Schwestern üblich ist, fällt sie mit ihrem Verhalten oft auf die Nase.

Sven Lange und Jacqueline Maria Rompa
Sven Lange und Jacqueline Maria Rompa

Auch das sich selbst spielende Klavier und die sprechende Wanduhr sorgen für Begeisterung. Sie gehören zu dem wirklich tollem Bühnenbild von Wolfgang Böhler. Im Vordergrund ist das feudale Schloss mit von Geisterhand erscheinendem Essen und sich selbst anzündenden Kerzen und im Hintergrund der Bühne findet sich ein wunderschöner Rosengarten. Die vielen liebevollen Details und die Gesamtkomposition der Bühne sind definitiv die Highlights des Stückes.

Wiebke Gätjen und Fabian Ranglack
Wiebke Gätjen und Fabian Ranglack

Aber auch die Schauspieler können überzeugen. Belles Vater und Schwester sorgen immer wieder für Lacher, während Belle selbst und auch das Tier eher für die emotionale Seite zuständig sind. Beide harmonisieren sehr gut auf der Bühne und verkörpern so ein glaubwürdiges Paar. Nur leider wünscht man sich sofort nach der Verwandlung in einen Prinzen das Biest zurück. Denn als echter Mensch wirkt er sofort selbstverliebt und arrogant und überhaupt nicht mehr liebenswert. Naja, vielleicht zählt das Äußere eben doch mehr als die inneren Werte.

Insgesamt ist „Die Schöne und das Tier“ ein gelungenes Weihnachtsstück für die ganze Familie. Es geht ans Herz, man kann viel lachen und ist überhaupt sehr gut unterhalten. Da kann man dann auch über kleinere Schwächen wie die teilweise schwer erträglichen Lieder hinwegsehen. Und für junge Zuschauer sind diese bestimmt auch ganz spaßig.

Am 29. Dezember öffnet sich das Schloss zum letzten Mal. Bis dahin gibt es noch reichlich Möglichkeiten, sich das Stück anzuschauen. Die genauen Termine könnt ihr auf der Homepage der Bühne 602 finden.

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